BBÖ VT 70
dieselelektrischer Gepäcktriebwagen der BBÖ
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Der VT 70 der Bundesbahnen Österreichs war ein dieselelektrischer Gepäcktriebwagen. Bei den ÖBB erhielt er die Reihenbezeichnung 5070.
| BBÖ VT 70 DR 823–832 ÖBB 5070 | |
|---|---|
| Nummerierung: | BBÖ VT 70 DR 823–832 ÖBB 5070.01–09 |
| Anzahl: | BBÖ 10 ÖBB 7 + 2 |
| Hersteller: | Grazer Maschinen- und Waggonbau-Aktiengesellschaft |
| Baujahr(e): | 1933 |
| Ausmusterung: | 1960 |
| Achsfolge: | Bo |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 9400 mm |
| Fester Achsstand: | 4.100 mm |
| Treibraddurchmesser: | 830 mm |
| Dienstmasse: | 30,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 65 km/h |
| Dauerleistung: | 220 kW (300 PS) |
| Antrieb: | dieselelektrisch |
| Ladefläche: | 6 m² |
Geschichte
Im Jahr 1933 orderte die BBÖ für den rationelleren Betrieb zehn Gepäcktriebwagen. Diese Triebwagen hatten ein Gepäckabteil und konnten Zuglasten bis 200 Tonnen befördern.[1] Die Fahrzeuge bewährten sich im Gegensatz zur ähnlichen BBÖ 2020.01 technisch und betrieblich vollkommen. Das Einsatzgebiet erstreckte sich anfangs auf den Großraum Linz; die Deutsche Reichsbahn versetzte die Fahrzeuge nach Villach.[2]
Die ÖBB übernahmen nach dem Zweiten Weltkrieg neun Fahrzeuge und reaktivierten sieben davon. Zuerst weiterhin im Raum Villach eingesetzt, kamen sie später nach Wels. Am 28. Mai 1960 schied mit dem 5070.09 das letzte Fahrzeug dieser Baureihe aus. Es blieb kein Fahrzeug erhalten.
Technik
Als Antriebsquelle diente ein Sechszylinder-Reihenmotor der Grazer Waggonfabrik vom Typ SH 250/6 mit einer Leistung von 300 PS (221 kW) bei 1000/min und einem Hubraum von 52 Litern.[3] Die Schaltung des dieselelektrischen Antriebes entsprach derjenigen des BBÖ VT 41 und erfolgte stufenlos über Schütze und Servomotoren, lediglich VT 70.07 wurde mit einer GEBUS-Schaltung ausgestattet.[2][4][5] Der Generator vom Typ GMB 316/26 hatte eine Dauerleistung von 198 kW bei 600 A und 330 V bei 1000/min. Der Antrieb erfolgte über zwei parallel geschaltete Tatzlagermotoren der Type BFF 55 mit jeweils 90 kW Leistung bei einer maximalen Drehzahl von 2460/min.[2]
Das zweiachsige Laufwerk bestand aus zwei Achsen mit einem Achsstand von 6000 mm mit Innengleitlagern und einer Abfederung über 26 Blatt starke Blattfedern. Die für den Personenverkehr notwendige Dampfheizung stammte ebenfalls von der Firma GEBUS.[5] Gebremst wurde mittels der Hardy-Saugluftbremse. Das Fahrzeug besaß eine Sicherheitsfahrschaltung für Einmannbedienung der Österreichischen Brown Boveri-Werke.[2]
Literatur
- Markus Inderst: Typenatlas der ÖBB-Lokomotiven. Alle Triebfahrzeuge der Österreichischen Bundesbahnen. GeraMond, München 2011, ISBN 978-3-86245-132-6.
- Erich Doleschal, Heinz Gerl, Helmut Petrovitsch, Wilhelm Saliger: Triebfahrzeuge österreichischer Eisenbahnen – Diesel-Lokomotiven und Dieseltriebwagen. Alba-Verlag, Düsseldorf, 1993, ISBN 3-87094-150-2.
- J. Wallner: Die elektrische Einrichtung der neueren dieselelektrischen Triebwagen der Österreichischen Bundesbahnen. In: Elektrotechnik und Maschinenbau, 53. Jahrgang, Wien 1935.