BLU-116
konventioneller Sprengkörper
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Die BLU-116 Advanced Unitary Penetrator (AUP) (deutsch etwa fortschrittlicher einheitlicher Eindringkörper) ist eine Penetrationsbombe die in den Vereinigten Staaten entwickelt wurde. Sie wird als Gefechtskopf von Präzisionsbomben eingesetzt.
| BLU-116 | |
|---|---|
| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung: | BLU-116 |
| Typ: | Panzersprengbombe |
| Herkunftsland: | |
| Hersteller: | Lockheed Martin, National Forge |
| Entwicklung: | 1995 |
| Indienststellung: | 1999 |
| Einsatzzeit: | im Dienst |
| Stückpreis: | ~20.000 USD[1] |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 874 kg |
| Länge: | 2,41 m |
| Durchmesser: | 368 mm |
| Ausstattung | |
| Gefechtskopf: | 109 kg PBXN-109 oder AFX-757 |
| Zünder: | FMU-157-Verzögerungszünder |
| Waffenplattformen: | Kampfflugzeuge |
| Liste von Bomben nach Herkunftsnation | |
Entwicklung
Die BLU-116 entstand aufgrund einer Forderung der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Diese benötigten eine neue Penetrationsbombe, die eine sehr große Eindringtiefe in harten Zielen erreichen konnte. Die Bombenschadensanalysen (englisch Bomb Damage Assessment) während des Zweiten Golfkriegs (1990) hatten aufgezeigt, dass die etablierte BLU-109-Panzersprengbombe bei der Bekämpfung von stark gehärteten und tief eingegrabene Zielen nur eine geringe Wirkung zeigte. Im Jahr 1995 erhielt Lockheed Martin den Auftrag zur Entwicklung der BLU-116. Dabei sollte die neue Bombe über dieselben Abmessungen und etwa dasselbe Gewicht wie die BLU-109 verfügen. Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Defense Threat Reduction Agency. Die ersten Exemplare wurden 1998 an die United States Air Force (USAF) und die United States Navy (USN) für Testzwecke und die Truppenerprobung geliefert. Im Jahr 1999 war die BLU-116 schließlich operationell.[1][2][3]
Technik
Die BLU-116 besitzt dieselbe Form, Größe und dasselbe Gewicht wie die BLU-109. Im Unterschied zur BLU-109 besitzt die BLU-116 einen weicheren Außenmantel aus Aluminium und einen Bombenkörper aus einer Nickel-Kobalt-Stahl-Legierung namens AF1410. Weiter wurde, insbesondere in der ogiven Bombenspitze abgereichertes Uran verbaut. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde die Wanddicke von 25,4 mm auf 50 mm vergrößert. Anfänglich wurde der elektromechanische Zünder vom Typ FMU-143 verwendet, der im Bombenheck eingesetzt wird. Dieser wurde später durch den FMU-157 (Hard Target Smart Fuse) ersetzt. Durch die äußerliche Anpassung an die BLU-109 besitzt die BLU-116 dieselbe Aerodynamik am Flugzeug und auch Flugcharakteristik nach dem Abwurf.[1][2][4] Die BLU-116 wird als Gefechtskopf der Präzisionsbomben GBU-24 C/B (United States Air Force) und GBU-24 D/B (United States Navy) verwendet.[5] Wie tief die BLU-116 in ein Ziel eindringen kann, steht in Abhängigkeit zur Abwurfhöhe und Abwurfgeschwindigkeit und der daraus resultierenden kinetischen Energie. Aus großer Höhe soll die Bombe über 3,5 m Stahlbeton durchschlagen oder rund 30 m in sandiger Boden eindringen können, bevor sie detoniert.[2][6]
Kriegseinsätze
Erstmals wurde die BLU-116 im Kosovokrieg (1998–1999) eingesetzt. Weitere Einsätze erfolgten u. a. im Krieg in Afghanistan (2001–2021).[1][6][7][8]
Verbreitung
Literatur
- Robert Hewson: Jane’s Air launched Weapon 2003. Jane’s Information Group, Vereinigtes Königreich, 2003, ISBN 0-7106-0866-7
Weblinks
- BLU-116 Aircraft Bomb bei cat-uxo.com (englisch)