British Rail Engineering Limited
ehemaliges Unternehmen
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British Rail Engineering Limited (BREL) war die Tochtergesellschaft des staatlichen britischen Eisenbahnunternehmens British Rail für die Herstellung und Wartung von Schienenfahrzeugen. Das Unternehmen wurde 1970 vom British Railways Board gegründet, um Wartungszentren für Schienenfahrzeuge zu betreiben sowie Bau-, Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für die britischen Eisenbahnen zu erbringen. Eine wichtige Tätigkeit von BREL war die Herstellung neuer Schienenfahrzeuge für nationale und internationale Kunden. Dabei arbeitete BREL in verschiedenen Projekten mit privaten Herstellern zusammen. BREL baute zahlreiche Prototypen. In den 1980er Jahren war BREL wiederholten Umstrukturierungen unterworfen. 1989 wurde die Konstruktion und der Bau von Schienenfahrzeugen verkauft. Nachdem ABB 1992 alleiniger Anteilseigner geworden war, erfolgte die Integration des Unternehmens in ABB Transportation.
| British Rail Engineering Limited | |
|---|---|
| Rechtsform | Tochtergesellschaft |
| Gründung | 1. Januar 1970 |
| Auflösung | September 1992 |
| Auflösungsgrund | Übernahme durch ABB |
| Sitz | Derby, Derbyshire |
| Branche | Zug- und Wagenbau, Wartung |
Geschichte

BREL wurde am 1. Januar 1970 vom British Railways Board gegründet, um die Verwaltung seiner damals 14 Wartungszentren für Schienenfahrzeuge zu übernehmen, darunter Ashford, Crewe, Derby, Doncaster, Eastleigh, Glasgow St Rollox und Swindon.[1][2] Das Hauptziel von BREL war die Bereitstellung von Bau-, Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für die britischen Eisenbahnen.[3][4]
Eine wichtige Tätigkeit von BREL war die Herstellung neuer Schienenfahrzeuge für British Rail. Zu diesen Fahrzeugen gehörte unter anderem der InterCity 125-Triebzug, der zwischen 1975 und 1982 hergestellt wurde und allgemein als High Speed Train bezeichnet wird. Es handelte sich dabei um einen dieselbetriebenen Hochgeschwindigkeits-Personenzug, der schneller fuhr als alle zuvor in Großbritannien hergestellten Züge.[5][6] Neben Serienmodellen baute BREL auch zahlreiche Prototypen, darunter den dieselelektrischen Triebwagen der Klasse 210 und den experimentellen Advanced Passenger Train (APT) mit Neigetechnik.[7]
BREL hatte kein Monopol auf die Herstellung neuer Schienenfahrzeuge; verschiedene private Unternehmen, darunter Brush Traction, Metro-Cammell und Metropolitan-Vickers, stellten ebenfalls Schienenfahrzeuge für British Rail her, wobei diese in der Regel nach den Vorgaben von BREL gebaut wurden. Darüber hinaus fungierte BREL häufig als Subunternehmer für einen Hauptauftragnehmer wie GEC, der Traktionsausrüstung lieferte. Diese Verträge sahen in der Regel vor, dass BREL die Rahmen, Karosserien und Drehgestelle baute sowie die Traktions- und Zusatzausrüstung des Hauptauftragnehmers installierte. Die meisten Bauprogramme für Elektrolokomotiven in den 1980er Jahren wurden auf diese Weise durchgeführt. Auch die Sprinter- und Pacer-Familien von Dieseltriebzügen stellte BREL unter besonderer Berücksichtigung von Zusammenarbeit und Wettbewerb her.[8][9]
Neben dem heimischen Markt strebte BREL auch internationale Verkäufe an. Der Mark-2-Wagen erwies sich im Ausland als attraktiv, und Derivate wurden nach Irland, Kenia und Taiwan exportiert. Der Eintritt von BREL in den chinesischen Markt Ende der 1980er Jahre sollte zu umfangreichen Aufträgen für bis zu 1500 Wagen führen.[8] Für Kunden in Schweden, Malaysia, Jugoslawien und Bangladesch stellte man verschiedene Arten von Güterwagen her. BREL war auch ein wichtiger Lieferant von Komponenten und allgemeiner technischer Ausrüstung für zahlreiche Unternehmen, die nicht in erster Linie im Eisenbahnbereich tätig waren, wie zum Beispiel British Steel.[3] In den 1980er Jahren produzierte BREL Güterzuglokomotiven der BR-Klasse 58, die mit der Absicht entwickelt worden war, internationale Aufträge zu gewinnen.[10]
In den 1980er Jahren schloss BREL verschiedene Standorte dauerhaft, darunter Ashford 1981, Shildon 1984 und Swindon 1986.[11][12] 1987 wurden Doncaster, Eastleigh, Glasgow St Rollox und Wolverton an die neu gegründete BR Maintenance übertragen.[3][13] Der Wartungsbedarf des Rollmaterials von British Rail reduzierte sich, da neuere Fahrzeuge wie die Mark-3-Wagen auf minimale Betriebskosten ausgelegt waren. British Rail setzte außerdem zunehmend auf elektrische Traktion, die einen geringeren Wartungsaufwand erforderte als dieselbetriebene Züge, wodurch die Nachfrage nach BREL-Dienstleistungen weiter sank und es zu Personalabbau innerhalb der Organisation kam.[8][14] Der Verlust dieser Arbeitsplätze und die Schließung bestimmter Standorte waren Ende der 1980er Jahre ein politisch brisantes Thema, das mit Streikdrohungen und Vorwürfen unzureichender Investitionen einherging.[8][15][16]
1986 prüfte die britische Regierung erstmals Maßnahmen zur Privatisierung von BREL, um das Unternehmen auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähiger zu machen.[8] Verkehrsminister Paul Channon kündigte am 24. November 1987 an, dass BREL verkauft werden solle, wobei bis zum Frühjahr 1988 Angebote eingeholt werden sollten.[17] Dementsprechend wurde BREL im Zuge der umfassenden Privatisierung von British Rail in den 1990er Jahren im Rahmen eines Management-Buy-outs verkauft, wobei das Management und die Mitarbeiter 20 % und Asea Brown Boveri und Trafalgar House je 40 % übernahmen.[18][19][15] Zum Zeitpunkt des Buy-outs hdtte BREL noch Standorte in Crewe, York und Derby.[20][3] Im März 1992 kaufte ABB die anderen Anteilseigner auf und machte BREL zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft. Im September 1992 wurde das Unternehmen in ABB Transportation integriert.[21][22][3]
Produkte

Der Großteil der Produktion von BREL bestand aus Schienenfahrzeugen für British Rail, darunter Waggons der Typen Mark 2 und Mark 3, wobei letztere für den Lokomotivbetrieb und die InterCity 125-Diesel-Hochgeschwindigkeitszüge bestimmt waren. BREL baute die dieselelektrischen Triebzüge der Baureihe NIR 80 für die Northern Ireland Railways. Weitere von der Mark 3 abgeleitete Fahrzeuge waren die Dieseltriebzüge der BR-Klasse 150 in den 1980er Jahren und zahlreiche elektrische Triebzüge wie die BR-Klasse 313 und BR-Klasse 317.
BREL war auf dem Exportmarkt erfolgreich und lieferte unter anderem nach Irland, Kenia, Gabun, Taiwan, Schweden, Malaysia, Jugoslawien, Thailand, Tansania und Bangladesch.[23][24][25][26]
Diesellokomotiven
- BR-Klasse 41
- BR-Klasse 43
- BR-Klasse 56
- BR-Klasse 58
Elektrolokomotiven
- BR-Klasse 87
- BR-Klasse 89
- BR-Klasse 90
- BR-Klasse 91
Triebfahrzeuge
- BR-Klasse 140
- BR-Klasse 141
- BR-Klasse 142
- BR-Klasse 150
- BR-Klasse 158
- BR-Klasse 159
- BR-Klasse 165
- BR-Klasse 166
- BR-Klasse 210
- BR-Klasse 312
- BR-Klasse 313
- BR-Klasse 314
- BR-Klasse 315
- BR-Klasse 316 und 457
- BR-Klasse 317
- BR-Klasse 318
- BR-Klasse 319
- BR-Klasse 320
- BR-Klasse 321
- BR-Klasse 322
- BR-Klasse 370
- BR-Klasse 442
- BR-Klasse 445 und 446
- BR-Klasse 455
- BR-Klasse 456
- BR-Klasse 456
- BR-Klasse 507
- BR-Klasse 508
Waggons
- Mark 2
- Mark 3
- Mark 4 (Karosserien)
