BSW Brandenburg
Landesverband des BSW
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Das BSW Brandenburg ist der brandenburgische Landesverband der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).
| BSW Brandenburg | |||
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| Vorsitzende | Friederike Benda | ||
| Stellvertreter | Andreas Kutsche Niels-Olaf Lüders | ||
| Schatzmeister | Jernou Chahin | ||
| Geschäftsführer | Stefan Roth (Politiker, 1987) | ||
| Gründungsdatum | 25. Mai 2024 | ||
| Gründungsort | Schwedt/Oder | ||
| Hauptsitz | Yorckstr. 4, 14467 Potsdam | ||
| Landtagsmandate | 9/88 | ||
| Mitgliederzahl | 900 (Stand: September 2025)[1] | ||
| Website | bb.bsw-vg.de | ||
Geschichte
Die Bundespartei wurde am 8. Januar 2024 in einem Hotel in Berlin gegründet.[2] Am 25. Mai 2024 fand der nicht öffentliche Gründungsparteitag des brandenburgischen Landesverbands mit 33 anwesenden von damals 36 Mitgliedern in Schwedt/Oder statt, bei dem der Landesvorstand gewählt wurde. Zum Landesvorsitzenden wurde Robert Crumbach gewählt.[3][4] Am 12. Juli 2025 wurde Friederike Benda zur Nachfolgerin von Crumbach als Landesvorsitzenden gewählt.[5]
Bei den Kommunalwahlen in Brandenburg, die zusammen mit der Europawahl am 9. Juni 2024 stattfanden, trat die Partei BSW nicht an, sondern nur lokal unter abweichenden Namen mit anderen Wahlbündnissen.[6] da zum Zeitpunkt der Kandidatenaufstellung noch kein Landesverband existierte.[7] Jedoch traten Wahlbündnisse in den Landkreisen Elbe-Elster (als Bündnis Vernunft und Gerechtigkeit; 3,1 %, 2 Sitze),[8] Märkisch-Oderland (als Bündnis MOL - Wählergruppe Bündnis MOL für Vernunft und Gerechtigkeit, 3,4 %, 2 Sitze)[9] Oberhavel (als Bündnis Frieden, Vernunft und Gerechtigkeit, 0,7 %),[10] Oder-Spree (als Bündnis LOS - Bündnis LOS für Vernunft und Gerechtigkeit, 2,5 %, 1 Sitz)[11] Prignitz (als BüP - Bürgerbündnis Prignitz - Vernunft und Gerechtigkeit, 1,5 %, 1 Sitz)[12] Uckermark (als BfVG - Bürgerbündnis Uckermark für Vernunft und Gerechtigkeit, 4,4 %, 2 Sitze)[13] und in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel (als Bürger für Frieden, Vernunft und Gerechtigkeit, 5,0 %, 2 Sitze) an.[14] Die Wahlbündnisse erhielt also zwischen 0,7 und 5,0 % der Stimmen und damit deutlich weniger als die offiziellen BSW-Wahllisten bei den zeitgleich abgelaufenen Kommunalwahlen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Der erste Landesparteitag des BSW Brandenburg, bei dem die Mitglieder der Landesliste für die Landtagswahl in Brandenburg am 22. September 2024 gewählt wurden, fand am 29. Juni 2024 statt. Das BSW Brandenburg trat nur mit einer Landesliste von 30 Kandidaten an und hatte keine Direktkandidaten in den 44 Wahlkreisen.[15][16] Der BSW-Wahlkampf war auf die nicht antretende Sahra Wagenknecht konzentriert, während die Kandidaten, insbesondere der Spitzenkandidat Robert Crumbach, wenig sichtbar waren.

Bei der Landtagswahl am 22. September 2024 erreichte das BSW 13,5 Prozent und 14 Sitze.[17] Als BSW-Landtagsabgeordnete wurden gewählt: Robert Crumbach, Jouleen Gruhn, Stefan Roth, Niels-Olaf Lüders, André von Ossowski, Melanie Matzies, Falk Peschel, Sven Hornauf, Jenny Meyer, Andreas Kutsche, Reinhard Simon, Christian Dorst, Gunnar Lehmann und Oliver Skopec.[18]
Ab dem 11. Dezember 2024 war das BSW Brandenburg mit dem Kabinett Woidke IV an der Landesregierung beteiligt.
Bei der Bundestagswahl 2025 trat das BSW in Brandenburg erstmals zu einer Bundestagswahl an – mit einer sechsköpfigen Landesliste, angeführt von Friederike Benda als Spitzenkandidatin und Stefan Roth auf Platz 2 und ohne eigene Direktkandidaten in den Wahlkreisen.[19] In Brandenburg erzielte das BSW 10,7 % der Zweitstimmen. Damit lag es knapp vor der Linken und deutlich über seinem bundesweiten Zweitstimmenergebnis von knapp 5 %, verpasste aber den Einzug in den Bundestag aufgrund des bundesweiten Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde.[20]
Am 11. November 2025 traten die Landtagsabgeordneten von Ossowski, Matzies, Gruhn und Simon aus dem BSW aus. Sie verblieben jedoch zunächst in der BSW-Fraktion im Landtag. Sie begründeten ihren Parteiaustritt damit, dass „autoritäre Tendenzen“ zunehmend das innerparteiliche Klima geprägt hätten.[21] Simon trat der Partei zwei Wochen, Matzies vier Wochen später wieder bei.[22][23] Am 5. Januar 2026 trat schließlich der amtierende stellvertretende Ministerpräsident und vormalige BSW-Landesvorsitzende Robert Crumbach aus der Partei und Fraktion aus; am Folgetag verließen auch die bereits im November 2025 aus der Partei ausgetretenen Abgeordneten Gruhn und von Ossowski die Fraktion. Daraufhin kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke die gemeinsame Koalition auf.[24] Infolgedessen verließen auch die beiden weiteren BSW-Minister in der Landesregierung, Britta Müller und Detlef Tabbert, die Partei. Auch die Landtagsabgeordneten Matzies und Simon traten aus Partei und Fraktion aus.[25]
Die verbliebenen neun Abgeordneten führten die BSW-Fraktion im Landtag als nunmehrige Oppositionsfraktion fort.[26]
Landesvorsitzende
| Zeit | Landesvorsitzende/-r | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 2024–2025 | Robert Crumbach | seit Dezember 2024 Minister der Finanzen und für Europa des Landes Brandenburg und Stellvertreter des Ministerpräsidenten |
| seit 2025 | Friederike Benda | stellv. Bundesvorsitzende des BSW |
Weblinks
- bb.bsw-vg.de – Netzauftritt des BSW Brandenburg