Badmintonsaite

Saite eines Badmintonschlägers From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Badmintonsaite ist zusammen mit dem Badmintonschläger essentieller Teil für die Sportart Badminton. Sowohl die Saite selbst mit ihren unterschiedlichsten Varianten als auch die Bespannungshärte haben einen großen Einfluss auf das generelle Ballgefühl und die Ballkontrolle. Die Badmintonsaite ist in ihrer Wichtigkeit und Funktion vergleichbar mit einer Tennissaite, jedoch ist sie wesentlich dünner.

Bespannte Badmintonschläger
Unbespannter Badmintonschläger

Geschichte

Anfangs bestanden Saiten noch aus Naturdarm, bspw. von Schafen.[1] Während des Zweiten Weltkriegs begann die Entwicklung von Saiten aus Kunststoff, hauptsächlich durch das neue Polymer Nylon, das von DuPont zuvor als Erstes hergestellt worden war. Zunächst nur als Monofilament begann wenig später in den 1950er Jahren die Entwicklung von Multifilament-Saiten.[2] Die Vorteile waren eine längere Haltbarkeit und vor allem die deutlich geringere Wetterempfindlichkeit gegenüber Naturdarmsaiten. Die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte führte zu immer dünneren Saiten bei gleichzeitig längerer Haltbarkeit und deutlich gesteigerter Rückmeldung und Ballkontrolle für den Spieler. Durch die Fortschritte in der Materialentwicklung und im Herstellungsprozess wurden immer mehr Materialien kombiniert, um die gewünschten Eigenschaften zu verbessern.

Konstruktion

Heutige Badmintonsaiten bestehen aus überwiegend aus Nylon, das als Multifilament aus mehreren tausenden Einzelfilamenten besteht. Häufig werden verschiedene Nylonfilamente mit unterschiedlichen Eigenschaften kombiniert. Hinzu kommt oftmals noch eine äußere Beschichtung der Saite, die die Haltbarkeit verlängern soll und ein vorzeitiges Aufrauen der Fasern verhindern soll. Diese Beschichtung kann entweder auch aus einem Polymer bestehen oder auch aus mit Titan versehenden Filamenten bestehen.

Alternativ wird auch Vectran verwendet. Die aus einem Flüssigkristallpolymer gesponnene Faser ist chemisch betrachtet ein aromatischer Polyester und wird besonders in hochwertigen Saiten verwendet, bspw. in der von Yonex hergestellten BG-80. Bei dieser wird sogar eine Kombination aus Nylon und Vectran als Multifilament verwendet.

Saitensärke

Badminintonsaiten besitzen einen Durchmesser von meistens 0,6–0,7 mm. Die dünnsten im Markt angebotenen Saiten haben nur eine Stärke von 0,58 mm, während es auch welche gibt, die bis zu 0,8 mm stark sein können. Gängige Durchmesser sind 0,63 mm, 0,65 mm und 0,68 mm. Allgemein sind sie ungefähr halb so dick wie Tennissaiten.

Generell gilt, je dünner die Saite, desto besser das Ballgefühl, aber desto eher das Risiko eines Saitenrisses.[3] Dickere Saiten bieten eine höhere Haltbarkeit, oft aber zulasten des Ballgefühls und der Ballkontrolle. Hier gilt es verschiedene Saiten auszuprobieren, um die für sein Spiel passende zu finden. Oft ist die Wahl der Saite wichtiger als der Schläger selbst. Ein und derselbe Schläger kann mit verschiedenen Saiten besponnen, sich ganz verschieden anfühlen.

Bespannungshärte

Die übliche Bespannungshärte wird in Kilogramm angegeben und liegt zwischen 8 und 15 kg. Dies entspricht einer Zugbelastung von 78 bis 147 N. Härten jenseits der 12 kg werden fast ausschließlich von Profis verwendet, da diese Härten auch für den Rahmen der Schläger eine hohe Belastung bedeuten und er dadurch auch schneller brechen kann.[4] Besonders ist, dass die Quersaiten 0,5–1 kg härter bespannt werden als die Längssaiten. Dies verhindert eine zu starke Verformung des Schlägerkopfes und hilft dabei die Belastung durch die Saiten gleichmäßig in alle vier Richtungen zu verteilen.[5]

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, das höhere Bespannungshärten eine bessere Ballkontrolle vermitteln und niedrigere Härten höhere Geschwindigkeiten des Balls aufgrund des "Trampolin-Effektes" ermöglichen. Diese einfache Gleichung geht in der Realität nicht auf, da eine Vielzahl anderer Faktoren eine Rolle spielen. Insbesondere die Spielstärke des Spielers und das Timing des Schlages sowie der Treffpunkt auf dem Schläger sind von entscheidender Bedeutung.

Generell gilt hier, je besser die Spielstärke, desto höher kann die Bespannung gewählt werden. Auch hier, wie bei der Saite selbst, hilft nur ausprobieren. Zu beachten ist, das je höher die Bespannungshärte ist, desto kleiner wird der optimale Treffpunkt auf der Bespannung (Sweet Spot). Anfänger sollten daher keine zu hohe Härte wählen. Zu harte Bespannungen, vor allem in Kombination mit einem steifen Rahmen, können bei unzureichender oder falscher Schlagtechnik zu einem Tennisarm führen, da bei ungenauen Schlägen die entstehenden Vibrationen direkt in dem Arm des Spielers geleitet werden. Höhere Bespannungshärten ermöglichen eine bessere Ballkontrolle, da die Kontaktzeit von Ball zur Saite reduziert wird.

Die Härte ist auch davon abhängig, ob mit Federbällen oder mit Bällen aus Kunststoff gespielt wird. Aufgrund der anderen Flugeigenschaften sollte die Härte bei Federbällen etwas höher (+1 kg) ausgewählt werden als bei Kunststoffbällen.

Konfektionierung

Die Bespannung eines Schlägers braucht ca. 10 m Saite. Daher werden die Saiten als Einzelpackung mit 10 m Länge verkauft. Kostengünstiger sind Saiten auf Rolle zu Längen von je 200 m.

Hersteller

Üblicherweise produzieren die Hersteller von Badmintonschlägern auch Badmintonsaiten.[6] Die bekanntesten Hersteller von Badmintonsaiten sind: Ashaway (USA), Babolat (Frankreich), Li Ning (China), Victor (Taiwan), Yonex (Japan)

Siehe auch

Einzelnachweise

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