Bagger Drama
Film von Piet Baumgartner (2024)
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Bagger Drama ist ein schweizerischer Spielfilm von Piet Baumgartner aus dem Jahr 2024, produziert von Dschoint Ventschr. Die Uraufführung des Dramas erfolgte im September im Rahmen des San Sebastian Film Festival, wo der Film den New Directors Award gewann.[2] Es ist Piet Baumgartners erster Spielfilm.
| Film | |
| Titel | Bagger Drama |
|---|---|
| Produktionsland | Schweiz |
| Originalsprache | Schweizerdeutsch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Länge | 94 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Piet Baumgartner |
| Drehbuch | Piet Baumgartner |
| Produktion | Karin Koch |
| Musik | Rio Wolta |
| Kamera | Pascal Reinmann |
| Schnitt | Tania Stöcklin |
| Besetzung | |
| |
Handlung
In einer ländlichen Gemeinde des Berner Seelandes betreibt die Familie von Paul, Conny und ihrem Sohn Daniel ein Unternehmen für Vermietung, Verkauf und Reparatur von Baggern. Der Film gliedert sich in mehrere Abschnitte, die jeweils um den Todestag der Tochter Nadine kreisen, die bei einer Kanufahrt tödlich verunglückte, als ihr Boot kenterte und sie mit dem Kopf gegen einen im Fluss liegenden Betonblock prallte.
Die Eröffnungsszene zeigt ein «Baggerballett»: Zwei Bagger führen vor strahlend blauem Himmel eine choreografierte Bewegung vor, bei der sich ihre Schaufeln einander nähern und wieder zurückweichen. Dieses Pas de deux symbolisiert die zentrale Metapher des Films: Die Maschinen funktionieren perfekt und bewegen sich synchron, während die Familienmitglieder in ihrer Trauer sprachlos sind und nicht zueinanderfinden.[3]
Im ersten Kapitel steht Daniel im Mittelpunkt. Er ist vor allem damit beschäftigt, seine Trauer zu verarbeiten und zugleich den elterlichen Betrieb nicht zu enttäuschen. Er träumt von einem Studium in den USA, fühlt sich aber verpflichtet, in der Firma zu bleiben, da sein Vater fest davon ausgeht, dass er eines Tages die Geschäftsführung übernehmen werde. Daniel verbringt Zeit mit Philipp, einem neuen Mitarbeiter, den er in das «Baggerballett» einführt. Eines Abends steuern sie zwei Bagger zum McDrive von McDonalds, um danach am Fluss im Scheinwerferlicht eine Choreographie mit den Baggerschaufeln vorzuführen. Daniel erzählt Philipp, wie seine Schwester gestorben ist und was das mit der Familie gemacht hat. Die werden von Daniels Vater erwischt, als sie sich im Fluss küssen.
Im zweiten Kapitel rückt Paul in den Fokus. Er flüchtet sich in die Arbeit und verliebt sich in die neue Chorleiterin des Männerchors. Da er nicht mit seinem Sohn über dessen Schwulsein spricht, verhärtet sich die Situation zwischen den beiden. Paul bemüht sich zwar, aber Daniel will einfach weg. Seinen Traum vom Studium in den USA muss er aber erneut verschieben, als Mutter Conny sich versucht mit Tabletten das Leben zu nehmen. Paul eilt herbei und versucht die Familie zusammenzuhalten. Er sieht sich gezwungen, seine Frau in eine psychiatrische Klinik zu bringen.
Das dritte Kapitel beleuchtet Connys Perspektive. Sie wird aus der Psychiatrie entlassen und muss sich wieder dem Alltag im Familienbetrieb stellen. Paul eröffnet ihr, dass er ausziehen will. Conny will das nicht zulassen und versucht Paul zu halten. Sie entdeckt, dass ihr Mann bereits in einer innigen Beziehung mit der Chorleiterin steckt. Für Conny bricht alles weg, woran sie sich festhalten konnte. Sie entscheidet sich für einen radikalen Schritt: Sie kündigt im Familienbetrieb und will ihr Geld haben. Paul hält dagegen, es kommt zu einem heftigen Streit, der im Maifeld endet.
Im abschliessenden Epilog – vier Jahre nach dem Unglück – treffen sich die drei wieder am Flughafen. Daniel kommt aus den USA zu Besuch. Die Eltern eröffnen ihrem Sohn, dass sie sich scheiden lassen und er die Firma übernehmen soll. Doch Daniel lehnt entschieden ab. Paul muss seinen Mitarbeitenden erklären, dass die Bagger-Firma nicht mehr weitergeführt wird. In der letzten Szene treffen sich die Familienmitglieder nochmals vereinzelt am Fluss, um der toten Tochter zu gedenken.
Rezeption
Der Film wurde von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Die NZZ am Sonntag bezeichnete den Film als „kleines Schweizer Filmwunder, wie man es nur alle paar Jahre zu sehen bekommt“ und lobte seine Mischung aus Leichtigkeit und Schwere, Humor und Traurigkeit sowie seine originelle Bildsprache.[4] ArtTV nannte ihn einen „grossartigen Heimatfilm“.[5] SRF Kultur hob hervor, dass der Film mit seiner visuellen Gestaltung eine „ganz eigenständige Handschrift“ besitzt, die überrascht und überzeugt.[6] Das Filmfestival von San Sebastián zeichnete Bagger Drama mit dem New Directors Award aus.[2] Zudem wurde der Film beim Filmfestival Max Ophüls Preis mit zwei Preisen ausgezeichnet: Beste Regie und Bestes Drehbuch.[7] Für den Schweizer Filmpreis 2026 wurde der Film gleich in sieben Kategorien nominiert.[8]
Auszeichnungen
- Beste Regie, Filmfestival Max Ophüls Preis 2025[7]
- Fritz-Raff-Drehbuchpreis, Filmfestival Max Ophüls Preis 2025[7]
- Preis für die beste darstellerische Leistung (Bettina Stucky), Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2025[9]
- New Directors Award, San Sebastián Film Festival 2024[2]
- Special Mention Efebo Perspectives Competition, Efebo d‘Oro Film Festival 2024[10]
Weblinks
- Bagger Drama bei IMDb
- Bagger Drama bei swissfilms.ch
- Offizielle Website von Dschoint Ventschr Filmproduktion
- Offizielle Website von Filmcoopi