Baidschu
mongolischer Kommandant
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Baidschu oder Baiju (auch Baichu und Bāyjū; mongolisch ᠠᠰᠯᠥᠢᠦᠵᠺᠠ ᠧᠦᠢᠥ ᠵᠠᠺᠠᠠᠵ Bajdschu Nojan, persisch بایجو نویان Bāidschu Noyān, „General Baidschu“) war ein mongolischer Befehlshaber und Statthalter in Iran (bl. 1230–1260). Er diente unter Großkhan Ögedei Khan und folgte Chormagan als Noyan (Militärgouverneur) nach.


Leben
Baidschu nahm als Feldherr an verschiedenen Feldzügen der Mongolen teil, darunter der Angriff auf Isfahan 1228 und mehrere Aktionen im Kaukasus. Er stieg zum Stellvertreter von Chormagan auf, der 1229 zum Noyan für den Westen ernannt worden war. Als dieser zunehmend durch eine Lähmung nicht mehr das Kommando führen konnte, ersetzte ihn Baidschu 1242. Kurz darauf begann er mit einer Kampagne gegen die Rum-Seldschuken in Anatolien und eroberte Erzurum. 1243 schlug er die Seldschuken unter Kai Chosrau II. vernichtend in der Schlacht vom Köse Dağ und machte sich die Rum-Seldschuken zu Vasallen. Später setzten die Mongolen David VII., der mehrere Jahre Gefangene der Rum-Seldschuken war, als Vasall auf den georgischen Thron.
Die Mongolen hatten nur einige Truppen in der Region und hielten ihre Vasallen durch bestrafende Raubzüge in Schach. Baidschu führte Zehntausendschaften (mongolisch Tumen) 1246 zu einem Raubzug nach Syrien und kam auch dort zum ersten Mal mit dem Fürstentum Antiochia in Kontakt. Trotz seiner kleinen Erfolge dort waren seine zwei Feldzüge gegen die Abbasiden im Irak 1238 und 1246 weniger erfolgreich. Der erneute Vormarsch der Mongolen bewegte wohl Papst Innozenz IV. wieder eine Gesandtschaft zu den Mongolen zu schicken. Diese erschien unter Führung von Nicolaus Ascelinus am 24. Mai 1247 in Baidschus Lager in Sissian.
Nach dem Tod Ögedei Khans wurde Baidschu durch den neuen Großkhan Güyük Khan 1246 durch Eljigidei ersetzt. Aber 1251/1252 wurden Eljigidei und seine ganze Familie Opfer der politischen Säuberungen des neuen Großkhans Möngke Khan.
Unter Baidschu konnten die Mongolen in den 1240ern und den 1250ern ihre Kontrolle über Persien halten und hatten mehrere Vasallen wie Rum-Seldschuken und Georgier. Sie mischten sich in die Thronnachfolgen ihrer Vasallen ein und verlangten Tribute. Aber die Abbasiden in Bagdad und die Assassinen im Elburs blieben unabhängig, bis Hülegü 1255 an die Macht kam.
Baidschu wurde wahrscheinlich von Hülegü vorgeworfen, dass er es nicht schaffte, die mongolische Macht weiter auszudehnen und wurde von Hülegü persönlich als Oberbefehlshaber 1255 ersetzt. Doch Baidschu nahm unter Hülegü noch an weiteren Feldzügen teil, so gegen die Rum-Seldschuken 1256, gegen Bagdad 1258 und gegen Ägypten und Syrien 1259.
Es ist nicht klar, was mit Baidschu später geschah. Hülegü zog mit einem großen Teil der Armee 1260 ab und überließ das Kommando der zurückgebliebenen Armee Kitbugha. Gemäß Raschīd ad-Dīn wurde Baidschu auf Geheiß Hülegüs hingerichtet. Seine Stelle nahm der Sohn Chormagans namens Schiremun ein.
Erwähnung in der Populärkultur
In der zweiten Staffel der türkischen Kultserie Dirilis Ertugrul, welche die Vorphase des Osmanischen Reichs im 13. Jahrhundert erzählt, taucht Baidschu (als „Baycu Noyan“) während seines Anatolien-Feldzugs als Gegenspieler des Ertugrul Gazi auf. Dargestellt wird Baidschu von Barış Bağcı.
Literatur
- The Cambridge Illustrated History of the Middle Ages. Band 3: 1250–1520. Reprinted edition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2001, ISBN 0-521-26646-7.
- Claude Cahen: Pre-Ottoman Turkey. A General Survey of the Material and Spiritual Culture and History c. 1071–1330. Reprinted edition. American Council of Learned Societies, New York NY 2008, ISBN 978-1-59740-456-3.
Siehe auch
Weblinks
- BĀYJŪ. Baidschu. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica. (englisch, iranicaonline.org – mit Literaturangaben).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baiju |
| ALTERNATIVNAMEN | Bayju Noyan; Baidschu, Baichu |
| KURZBESCHREIBUNG | mongolischer Militärgouverneur in Persien |
| GEBURTSDATUM | 12. Jahrhundert oder 13. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 13. Jahrhundert |