Ballonkatheter
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Ballonkatheter ist in der Medizin eine Bezeichnung für Katheter aus Kunststoff oder Gummi mit einem Ballonsegment, das durch Luft oder Flüssigkeit entfaltet werden kann.[1]


Einsatzgebiete und Varianten
Zuerst wurden Ballonkatheter in der Urologie als Harnblasenkatheter eingesetzt. 1927 entwickelte der amerikanische Urologe Frederic Eugene Basil Foley (1891–1966) den heute allgemein als Dauerkatheter eingesetzten Ballonkatheter, international als Foley-Katheter bezeichnet.[2][3] In der Kardiologie werden Ballonkatheter seit 1977 eingesetzt.[4]
Die Gestalt des Ballonkatheters richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungszweck in den verschiedenen medizinischen Fachgebieten:
- In der Urologie dienen Blasenkatheter zur Ableitung von Urin aus der Harnblase. Blasenkatheter sind mit einem Ballon ausgestattet, der im gefüllten Zustand dem Katheter in der Harnröhre Halt gibt.
- In der Kardiologie und Angiologie werden verengte oder verschlossene Blutgefäße mit einem Ballonkatheter aufgeweitet (Ballondilatation), siehe Angioplastie.[4][5]
- In der Orthopädie können Wirbelbrüche mit dem Verfahren der Ballon-Kyphoplastie behandelt werden. Nach dem Einbringen in den gebrochenen Wirbel wird der Ballon aufgedehnt, um den Wirbel wiederaufzurichten. In den dabei entstehenden Hohlraum wird anschließend ein künstlicher Knochenzement eingefüllt, der den Wirbel stabilisiert.
- In der Pneumologie dienen Ballonkatheter dazu, einen Bronchus entweder aufzuweiten oder im Rahmen einer Operation zeitweise zu verschließen (siehe Bronchusblocker).
- In der Gynäkologie werden Ballonkatheter verwendet, um Blutungen bei einer Placenta accreta zu mindern oder durch Dehnung des Gebärmutterhalses mechanisch eine Geburt einzuleiten.
- In der Gastroenterologie kann via Ballondilatation eine Pylorusstenose behandelt werden.
- Ballondilatation der Eustachischen Tube.
Weblinks
- Foley-Katheter, auf pschyrembel.de