Barbara Hans

deutsche Journalistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Barbara Hans (* 27. April 1981 in Hamm) ist eine deutsche Kommunikationswissenschaftlerin, Journalistin und Medienmanagerin. Sie ist Professorin für Medien- und Kulturmanagement mit den Schwerpunkten Kommunikationspsychologie, mentale Gesundheit und Kommunikationsmanagement am Institut für Kultur- und Medienmanagement (KMM) der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT). Nebenberuflich arbeitet sie als systemische Coach, Therapeutin und Organisationsberaterin in eigener Praxis.

Barbara Hans (2017)

Beruflicher Werdegang

Hans volontierte von 2006 bis 2007 bei Spiegel Online und dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. 2011 wurde sie Ressortleiterin des Ressorts Panorama bei Spiegel Online, später Mitglied der Chefredaktion und 2016 Chefredakteurin.Barbara Hans wird neue Chefredakteurin von ONLINE. In: Spiegel Online. 6. Dezember 2016, abgerufen am 29. September 2025.[1] Sie war damit die erste Frau in dieser Position beim Spiegel und eine der jüngsten Chefredakteurinnen Deutschlands. 2017 wurde sie vom Medium Magazin zur Chefredakteurin des Jahres gekürt.[2][3]

Nach der Fusion von Spiegel Online und dem gedruckten Nachrichtenmagazin wurde sie 2019 Co-Chefredakteurin für beide Bereiche. In dieser Rolle führte sie unter anderem das Bezahlmodell Spiegel+ ein, gestaltete die Fusion redaktionell mit und entwickelte medienethische Reflexionsformate innerhalb der Redaktion. 2017 initiierte sie zudem eine öffentliche Debatte über mehr Diversität in Redaktionen.Barbara Hans: Meinung: Vertrauen in Journalismus: Warum Redaktionen mehr Vielfalt brauchen. In: Spiegel Online. 16. August 2017, abgerufen am 29. September 2025.

Wissenschaftliches Wirken

Hans studierte Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Angewandte Kulturwissenschaft an der Universität Münster und der University of Sussex, gefördert durch die Studienstiftung des deutschen Volkes. 2004 schloss sie den Master of Arts in Media and Cultural Studies in Sussex ab, 2007 folgte der Abschluss als Magister artium in Münster.

Von 2009 bis 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Journalistik und Kommunikationswissenschaft bei Siegfried Weischenberg an der Universität Hamburg. In dieser Zeit forschte und lehrte sie zu Medienwandel, politischer Kommunikation und Medienethik. Im Anschluss erhielt sie einen Lehrauftrag und unterrichtete unter anderem zu Medienethik und mentaler Gesundheit.

Sie war zudem Academic Fellow an der Columbia University in New York, wo sie sich mit Fragen von Journalismus, Vertrauen und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigte.

Ihre Promotion zur politischen Kommunikation und medialen Inszenierung erschien 2017 im Springer-Verlag unter dem Titel Inszenierung von Politik.[4]

Hans forscht und lehrt zu den Themen Vertrauen, mentale Gesundheit in Redaktionen, Resilienz, Medienethik, Digitalisierung und politischer Kommunikation. Sie verantwortet unter anderem die Thementage Digitale Medien und ist regelmäßig als Keynote Speakerin, Panelistin und Moderatorin tätig.

Mentale Gesundheit und Resilienz

Hans setzt sich seit 2005 für die Auseinandersetzung mit psychischer Belastung, Resilienz und Trauma im Journalismus ein. Sie engagiert sich für das Dart Center for Journalism and Trauma an der Columbia University sowie das Dart Centre Europe, dessen Vorstand sie seit 2021 ehrenamtlich angehört. Als eine der ersten Journalistinnen im deutschsprachigen Raum entwickelte sie ein europaweit einmaliges Curriculum zum Thema Trauma und Journalismus, das sie an der Universität Hamburg unterrichtete und das seither in Journalistenschulen und Journalistikstudiengängen Anwendung findet.

2025 initiierte sie am Institut für Kultur- und Medienmanagement der HfMT Hamburg das Mindful Media Lab – Kompetenzzentrum für Mentale Gesundheit, das sich der Erforschung und Prävention psychischer Belastungen in Medienorganisationen widmet. Es richtet sich insbesondere an Führungskräfte in Redaktionen und Verlagen.

Beratung und Coaching

Hans arbeitet als systemische Coach, Therapeutin und Organisationsberaterin in eigener Praxis. Sie begleitet Einzelpersonen und Teams, insbesondere Führungskräfte aus Redaktionen, Wissenschaft und Kultur, bei Fragen persönlicher und organisationaler Veränderung – in Deutschland und europaweit. In ihrer Arbeit verbindet sie Methoden der systemischen Therapie mit Ansätzen der Emotionsfokussierten Therapie (EFT) und der Gesprächstherapie nach Carl Rogers.

Öffentliches Wirken

Hans tritt regelmäßig als Rednerin, Moderatorin und Gesprächspartnerin in öffentlichen Formaten auf. Sie hielt Keynotes unter anderem zum Medienwandel (Hans-Bredow-Institut).[5] zu Vertrauen im Journalismus, zur Rolle von Medien im digitalen Wandel (Hamburger Mediensymposium),[6] zur Inszenierung von Politik (Haus der Geschichte), und zu Stärke und Resilienz (Stadtempfang Hamm 2025).

Zu ihren publizistischen Arbeiten zählen Essays und Titelgeschichten im Fachmagazin journalist[7] sowie Beiträge im Spiegel zu den Themen Vertrauen, Vielfalt und digitaler Journalismus.[8] Hans ist in mehreren Podcasts vertreten (wie Wie geht’s Kultur?, Female Vision, Zeppelin Universität) und moderierte Gespräche mit Persönlichkeiten wie Nobelpreisträgerin Esther Duflo,[9] Andreas Voßkuhle und weiteren Gästen aus Wissenschaft, Politik und Medien.

Commons: Barbara Hans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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