Barbette (Mode)
mittelalterliche Kopfbedeckung für Frauen
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Die Barbette (französisch für „kleiner Bart“) oder Barbe ist ein unter dem Kinn getragenes, in schmale, senkrechte Falten gelegtes Tuch, das im Mittelalter beidseitig am Schleier oder der Haube befestigt wurde, so dass Ohren, Hals und manchmal auch Kinn bedeckt waren. Es bestand meist aus Leinen.[1] Die Barbette kann als Teil des Gebendes angesehen werden[2], wird in der englisch- und französischsprachigen Forschung jedoch auch häufig mit dem Gebende, dem Wimpel oder der Rise gleichgesetzt.[3][4]


mit Barbette, Schleier und Krone
Frühe Formen der Barbette wurden bereits von Witwen und Trauernden in Byzanz seit dem 5. Jahrhundert getragen.[3] In Europa verbreitete sich die Barbette seit dem 12. Jahrhundert; Eleanore von Aquitanien[5] sowie die Naumburger Stifterfiguren werden Barbette tragend dargestellt. Die Barbette wurde im zivilen Bereich von älteren Frauen in weiß getragen, von Witwen in schwarz.
Heute ist sie häufig Teil des Nonnenhabit und einiger Trachten.[1][6]
Literatur
- Jan Seewald: Theatrical Sculpture – Skulptierte Bildnisse berühmter englischer Schauspieler. Herbert Utz Verlag, 2007, S. 147.
- Johann Christoph Adelung: Barbe, die. [2]. In: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 2. Auflage. Band 1: A–E. Breitkopf, Leipzig 1793, S. 729 (Digitalisat. zeno.org).