Bargello
Museum im Palazzo del Bargello, Florenz
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Der Bargello oder richtiger Palazzo del Bargello ist ein Stadtpalast in Florenz, der zwischen 1255 und 1261 errichtet und zwischen 1280 und 1346 zu einer vierflügeligen Anlage erweitert wurde. Der Name kommt von seiner vorletzten Bestimmung als Sitz des Polizeihauptmanns, des Bargello, des „Büttels“.


Geschichte
Der von einem 54 Meter hohen Turm dominierte Gebäudekomplex war der erste Sitz der kommunalen Behörden und ist, verglichen mit dem wenig später errichteten Palazzo della Signoria, heute Palazzo Vecchio, äußerlich noch schmucklos, ganz im Gegensatz zu den reich dekorierten Sälen. Die Wände des Innenhofs sind mit den Wappen der Stadtmagistraten geschmückt.
Der Bargello diente in der Folgezeit als:
- seit 1261 Sitz des Podestà
- seit 1282 Sitz der Priori delle Arti, die Vorstände der Florentiner Zünfte, als Teil der Signoria
- von 1502 bis 1574 Sitz des Gerichts, das zur Piazza dei Giustici umzog und schließlich im 19. Jahrhundert zur Piazza San Firenze
- seit 1574 Sitz des Polizeihauptmanns
Von etwa 1700 bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts diente der Hof des Bargello als Hinrichtungsstätte. 1859 wurde der Bargello in ein Museum umgewandelt, das Museo nazionale del Bargello, damit die Stadt die Plastiken aus der Renaissance unterbringen konnte, die in den Uffizien keinen Platz mehr fanden.

Nationalmuseum Bargello
Im Bargello, zum Teil in seinem Innenhof, befindet sich eine der bedeutendsten Skulpturensammlungen der Welt mit Werken von Michelangelo, Donatello, Benvenuto Cellini, Giovanni Bologna (Giambologna), Baccio Bandinelli, Vincenzo Danti und Tino di Camaino. Angefangen mit den sogenannten Konkurrenzreliefs für die zweite Bronzetür des Baptisteriums von Lorenzo Ghiberti und Filippo Brunelleschi mit der Opferung Isaaks von 1401, die für viele den Beginn der Renaissance markieren, über einige der bedeutendsten Skulpturen Donatellos, dessen Werke vieles zuerst formulierten, was dann in der Hochrenaissance mit Michelangelo und darüber hinaus zur Perfektion geriet. Bestimmend für die Sammlung sind auch viele Arbeiten der Bildhauer der Generation nach Donatello, wie die Desiderio da Settignanos, der Brüder Antonio und Bernardo Rossellino, schönen Beispielen der die Toskana und vor allem Florenz so prägenden farbig glasierten Terrakotten der Familie Della Robbia und von Verrocchio, dem Lehrer Leonardo da Vincis.
Zu den Ausstellungsräumen zählt unter anderem auch die Kapelle des Podestà, die Maria Magdalena geweiht war, dessen Wände mit einem nurmehr fragmentarisch erhaltenen Freskenzyklus Giottos bedeckt sind, den er 1337 vollendete und ein Portrait Dante Alighieris enthält, dass sein Bild durch etliche Kopien bis heute prägt. Daneben sind noch einige Altarbilder und ein mit Holzintarsien verziertes Lesepult ausgestellt. Außerdem hat das Museum eine äußerst umfangreiche Münzsammlung, eine Sammlung von Waffen und Rüstungen sowie von Miniaturen.
- Bedeutende Werke aus dem Bargello
- Andrea del Verrocchio: David, 1466–ca. 1469
- Michelangelo: Bacchus, 1496–1497
- Michelangelo: Pitti-Tondo, um 1505
- Giambologna: Fliegender Merkur, 1578–ca. 1580
Literatur
- Giovanna Gaeta Bertelà: Bargello Nationalmuseum. Giunti, Florenz 2001, ISBN 88-09-01948-2.
Weblinks
- Museum Bargello (italienisch, englisch)