Barnstorfer Moor

Naturschutzgebiet im Landkreis Diepholz, Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Barnstorfer Moor ist ein Naturschutzgebiet in den niedersächsischen Gemeinden Barnstorf und Drebber im Landkreis Diepholz.

Schnelle Fakten
Barnstorfer Moor
Lage Westlich von Barnstorf, Landkreis Diepholz, Niedersachsen
Fläche 1313 ha
Kennung NSG HA 260
Geographische Lage 52° 43′ N,  25′ O
Barnstorfer Moor (Niedersachsen)
Barnstorfer Moor (Niedersachsen)
Meereshöhe von 36 m bis 40 m
Einrichtungsdatum 2. Oktober 2025
Verwaltung NLWKN
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Allgemeines

Das aus zwei Teilflächen bestehende Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 260 ist circa 1313 ha groß. Es grenzt im Norden an das Naturschutzgebiet „Goldenstedter Moor“. Im Westen sind die beiden Teilflächen durch das Naturschutzgebiet „Drebbersches Moor“ miteinander verbunden. Das Gebiet steht seit dem 2. Oktober 2025 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Diepholz.

Beschreibung

Das Naturschutzgebiet liegt zwischen Barnstorf und Vechta im Norden des Naturparks Dümmer. Es stellt ein Hochmoorgebiet als Teil des Großen Moores in der Diepholzer Moorniederung unter Schutz.[1] Zusammen mit den Naturschutzgebieten „Goldenstedter Moor“, „Drebbersches Moor“ und „Boller Moor und Lange Lohe“ sowie den nicht unter Naturschutz stehenden Hochmoorbereichen des Vechtaer Moores und des Oyther Moores im Landkreis Vechta bildet es einen ausgedehnten Biotopverbund.

Das Barnstorfer Moor ist großflächig industriell abgetorft. Teilweise findet noch industrieller Torfabbau statt, der noch bis 2030 genehmigt ist.[2] Die abgetorften Flächen werden insbesondere durch Wiedervernässung renaturiert, damit sich wieder hochmoortypische Lebensräume einstellen können. Das Gebiet ist Bestandteil des Programms Niedersächsische Moorlandschaften, das dem Schutz und der Entwicklung der Moore in Niedersachsen dient und insbesondere Klimaschutz, biologische Vielfalt, Gewässerschutz und Bodenschutz zum Ziel hat.[3][4] Auf ehemaligen Abbauflächen sind unter anderem Moorwälder und Wollgras-Torfmoos-Schwingrasen zu finden. Vielfach siedeln Pfeifengras und Glockenheide. Im Süden des Naturschutzgebietes schließt sich an die industriell abgetorften Flächen ein Band aus ehemaligen bäuerlichen Handtorfstichen und teilweise nicht abgetorften Moorflächen an. Dieser Bereich wird von Birken-Moorwäldern und Flächen mit Pfeifengras und Zwergsträuchern mit Besen- und Glockenheide, eingenommen.[1] Im Naturschutzgebiet siedeln daneben unter anderem Moosbeere, Rosmarinheide, Mittlerer und Rundblättriger Sonnentau sowie Weißes Schnabelried.[5]

Das Gebiet ist Lebensraum unter anderem für verschiedene Vögel, Amphibien, Reptilien und Insekten. So sind hier unter anderem die Vogelarten Rotschenkel, Kiebitz, Bekassine, Knäkente, Krickente, Baumpieper, Bluthänfling, Feldlerche, Fitis, Rohrammer, Schwarzkehlchen, Wiesenpieper und Schafstelze heimisch.[6] Amphibien und Reptilien sind beispielsweise durch Moorfrosch, Laubfrosch und Schlingnatter vertreten, Insekten durch verschiedene Libellen, Heuschrecken, Tag- und Nachtfalter.[5] Weiterhin kommt dem Gebiet eine hohe Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet für Kraniche und nordische Gänse zu.

Im Osten sind kleinflächig zwei landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen in das Naturschutzgebiet eingebettet.[4] Das Naturschutzgebiet grenzt nach Süden und Osten überwiegend an landwirtschaftliche Nutzflächen. Es entwässert über diverse Gräben unter anderem zur Dadau, zum Moorkanal (Schwarze Riede) und zur Schöte, die alle in die Hunte münden.

Siehe auch

Einzelnachweise

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