Basilea Schlink

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Mutter Basilea Schlink (* 21. Oktober 1904 als Klara Schlink in Darmstadt; † 21. März 2001 ebenda) war die Gründerin der evangelischen Marienschwesternschaft in Darmstadt-Eberstadt zusammen mit Mutter Martyria Madauss.[1]

Leben

Nach Besuch des Lyzeums in Braunschweig und Darmstadt absolvierte sie von 1923 an eine Ausbildung am Fröbelseminar in Kassel, ab 1924 an der Sozialen Frauenschule der Inneren Mission in Berlin. 1929 wurde sie Lehrerin im Missionshaus Malche in Bad Freienwalde (Oder) für Deutsch, Psychologie und Kirchengeschichte. Nach einer Begabtenprüfung studierte sie ab 1930 in Berlin und Hamburg Psychologie, Kunstgeschichte und Philosophie. Das Studium schloss sie mit einer religionspsychologischen Dissertation ab über „Die Bedeutung des Sündenbewusstseins in religiösen Kämpfen weiblicher Adolescenten“[2].

Basilea Schlink war die Schwester des Theologieprofessors Edmund Schlink. Ihr Vater Wilhelm Schlink war Professor für Mechanik. Sie war zudem die Tante des Schriftstellers Bernhard Schlink.

Evangelische Marienschwesternschaft

Am 30. März 1947 gründete sie in Darmstadt zusammen mit Erika Madauss die evangelische Kommunität der Marienschwestern. 1948 wurden die beiden Gründerinnen und die ersten sieben Schwestern eingekleidet. Klara Schlink wurde fortan Mutter Basilea und Erika Madauss Mutter Martyria genannt.[3]

Unterstützt wurden sie in der Vorgründungszeit sowie in den ersten Jahren von Methodistenintendent Paul Riedinger, der bereits 1949 verstarb. Gemeinsam mit den ersten Schwestern bauten Mutter Basilea und Mutter Martyria das Gelände „Kanaan“ an der Heidelberger Landstraße in Darmstadt-Eberstadt auf. Als erstes Gebäude entstand die Mutterhauskapelle, die aus Trümmersteinen des im Krieg zerstörten Darmstadt errichtet wurde.[4]

Dienst

Angeregt durch den Freundeskreis der Marienschwestern begann Mutter Basilea, Texte aus ihrem Verkündigungsdienst während der Kriegsjahre zu veröffentlichen. Daraus entwickelte sich ein wachsendes Verlagswesen; ihre Bücher und Hefte sind in verschiedenen Sprachen erhältlich. Die sogenannten „Kernworte“, prägnante Kernaussagen für evangelistische Zwecke, wurden in 100 Sprachen übersetzt.[5]

Durch ihre Schriften, Lieder und den Dienst der Schwesternschaft wurde Mutter Basilea zu einer prägenden geistlichen Stimme. Ihre Botschaft richtet sich an Menschen, die eine vertiefte Beziehung zu Gott, dem Vater, und zu Jesus Christus suchen, und betont Themen wie Kreuzesnachfolge aus Liebe zu Jesus,[6] Buße, Reue,[7] Jesu Wiederkunft, Gottes Heilsweg mit Israels[8] und die Rückkehr zur „ersten, bräutlichen Liebe“ zu Jesus[9].

Schon früh engagierte sich Mutter Basilea für Versöhnung zwischen Juden und Christen sowie Unterstützung für das jüdische Volk.[10] Nachdem sie sich als „Reichsleiterin der Deutschen Christlichen Studentinnenbewegung“ geweigert hatte, entsprechend dem Arierparagraphen jüdisch-christliche Studentinnen auszuschließen, wurde sie in den Jahren 1933 und 1935 zweimal angezeigt und von der Gestapo verhört. Trotz der damit verbundenen Gefährdung setzte sie ihren Verkündigungsdienst fort und sprach weiterhin von Israel und den Juden als von Gott erwähltem Volk mit einem besonderen Auftrag unter den Völkern.[11]

In den frühen 1950er-Jahren führte die Auseinandersetzung mit Berichten über die Befreiung der Konzentrationslager innerhalb der Kommunität zu einer vertieften Reue über die Schuld des deutschen Volkes gegenüber den Juden. In diesem Zusammenhang erschien 1958 das Buch Israel – Mein Volk.[12] 1961 wurde mit „Beit Avraham“ die erste Niederlassung im Heiligen Land gegründet.[13]

Werke (Auswahl)

  • Alles für Einen, 6. Aufl., Evangelische Marienschwesternschaft e. V., Darmstadt-Eberstadt, 2024
  • Ich will hier bei Dir stehen - Jesu Lieben und Leiden damals und heute, 3. Aufl., Evangelische Marienschwesternschaft e. V., Darmstadt-Eberstadt, 1996
  • Israel - Mein Volk, 8. Aufl., Evangelische Marienschwesternschaft e. V., Darmstadt-Eberstadt, 1991
  • Vater der Liebe - Verankert im Herzen Gottes, 5. überarbeitete Aufl., Evangelische Marienschwesternschaft e. V., Darmstadt-Eberstadt, 2009

Literatur

  • Die Leuchtkraft des Kreuzes - Aus Mutter Basileas Vermächtnis, 1. Aufl., Evangelische Marienschwesternschaft e.V., Darmstadt-Eberstadt, 2004
  • Wie ich Gott erlebte - Sein Weg mit mir durch sieben Jahrzehnte, 5. durchgesehene Auflage, Evangelische Marienschwesternschaft e.V., Darmstadt-Eberstadt, 2017

Einzelnachweise

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