Batia Lichansky
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Batia Lichansky (hebräisch בתיה לישנסקי; * 1901 in Malyn; † 1992 in Tel Aviv, Israel) war eine jüdische im Russischen Kaiserreich geborene Israelische Bildhauerin.

Werdegang
Batia Lichansky war die jüngste der vier Töchter von Shoshanna (1865–1944) und Meir Yonah Lichansky (1862–1942). Ihre älteren Schwestern waren Golda Rachel Janait Ben-Zvi, eine Autorin und Pädagogin, die später die Ehefrau des zweiten israelischen Präsidenten Jizchak Ben Zwi wurde; Tamar Lichansky (1892–1983), eine Ärztin, und Sarah Lichansky (1884–1924), die Gründerin der ersten Klinik der „Clalit Health Services“.[1]
Nach ihrer Einwanderung nach Palästina mit ihrer Mutter im Jahr 1910 besuchte Batia Lichansky das Hebräische Gymnasium in Jerusalem[2] und studierte 1918 ein Jahr lang an der Bezalel Academy of Arts and Design bei Boris Schatz, Abel Pann und Ze’ev Raban (1890–1970), beendete das Studium dort aber nach einem Jahr, weil sie es unbefriedigend fand.[1] Stattdessen verbrachte sie im Anschluss 1919 einige Zeit an der Accademia di Belle Arti di Roma in Rom, kehrte aber 1921 nach Palästina zurück. Sie ließ sich 1922 im Kibbuz En Charod nieder und stellte ihre frühen Holzskulpturen aus. 1923 ging sie zum Kunststudium nach Berlin, bevor sie von 1925 bis 1928 an der Académie des Beaux-Arts in Paris studierte.[3][4] 1929 kehrte sie nach Palästina zurück, wo sie zeitlebens in Tel Aviv als bildende Künstlerin tätig war[1] und in einem kleinen Atelier in ihrer Wohnung in der Nahumstraße arbeitete.[2]

Batia Lichansky wurde 1944 und erneut 1957 mit dem Dizengoff-Preis der Stadtverwaltung Tel Aviv ausgezeichnet. Im Jahr 1986 wurde sie für ihre Verdienste um die Bildhauerkunst mit dem Israel-Preis geehrt[3] und zur Ehrenbürgerin von Tel Aviv ernannt für ihren „Beitrag zur Gesellschaft und zum Staat durch ihr Lebenswerk, das Ergebnis unermüdlicher Arbeit in Bescheidenheit und unter unbeschreiblich schwierigen Bedingungen“. „Ihr beispielhaftes Schaffen künstlerischer Skulpturen, das jüdische und israelische, humane und ethische Werte verewigt, ist untrennbar mit dem Pioniergeist und den Taten derer verbunden, die dieses Land aufgebaut haben.“[1]
Zu ihren Schwestern und ihrer Mutter hatte Batia Lichansky eine enge und vertrauensvolle Bindung. Sie führte mehrere Beziehungen zu Künstlerinnen, darunter langjährig zur Malerin Anna Neuman (1906–1955). In ihren letzten Lebensjahren wurde sie bei ihrer Arbeit von ihrer Schülerin und Freundin, der Künstlerin Ariela Epstein, unterstützt, die sich später um ihren Nachlass und ihr Andenken kümmerte.[2] Batia Lichansky starb 1992 in Tel Aviv.[1]
Werk
Batia Lichansky arbeitete mit Stein, Holz und Bronze.[1] Häufig kombinierte sie verschiedene Oberflächenstrukturen von behandeltem und unbehandeltem Stein. Ihr Stil bewegte sich zwischen Ausdrucksstärke und Realismus.[4] In ihren frühen Skulpturen lassen sich Einflüsse von Auguste Rodin und Camille Claudel erkennen. Sie gestaltete ihre Werke aus einer sozialistisch-zionistischen Perspektive heraus und stellte Mann und Frau stets als gleichberechtigt dar,[1] wie etwa in ihrem Denkmal „Arbeit und Verteidigung“ (1932–1936).[4]
Batia Lichansky schuf Porträts und Denkmäler, die an die Menschen und Ereignisse der frühen Jahre des Staates Israel erinnern. Ihre über hundert Büsten zeigen Persönlichkeiten aus Kultur und Politik sowie Mitglieder ihrer Familie,[4] während ihre monumentalen Denkmäler den Gefallenen des Palästinakrieges gewidmet sind.[1]
Viele der 1982 von Batia Lichansky gestifteten Werke sind in der Dauerausstellung des Museums Beit HaSchomer der frühen jüdischen Verteidigungsorganisation HaSchomer in Kfar Giladi zu sehen, ergänzt um spätere Werke. 2020 eröffnete das Museum die Rekonstruktion ihres Ateliers, in dem Modelle und Vorstudien zu ihren Werken ausgestellt sind.[2] Einige ihrer Drucke, Miniaturen, Gemälde und Skizzen werden in ihrem ehemaligen Wohnhaus in Tel Aviv ausgestellt, das nach ihrem Tod 1992 in eine Galerie umgewandelt wurde.[1] Ihr privates Archiv wird im Pinhas-Lavon-Institut in Tel Aviv aufbewahrt.[2]
- Mahnmal in Givʿatajim
- Kriegsdenkmal im Kibbuz Beit Keshet
- Mahnmal in Einat
- Mahnmal Familie Cizik
- Gefallenmahnmal in Kfar Yehoshua
- Hora-Tänzer in Kfar Saba
Ausstellungen (Auswahl)
- 1926: Société des Artistes Indépendants, Paris[4]
- 1932: תערוכת אמני ירושלים. Davidszitadelle, Jerusalem (Gemeinschaftsausstellung)
- 1933: Anni Neumann, Batya Lishansky. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
- 1934: The Portrait in Palestine. Bezalel National Museum, Jerusalem (Gemeinschaftsausstellung)
- 1937: Moghrabi Theater, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1940: General Exhibition. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1943: Exhibition of Palestinian Women Painters. Bezalel National Museum, Jerusalem (Gemeinschaftsausstellung)
- 1948: Collective Annual Exhibition by Palestinian Artists. Artist Pavillion, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1951: Art in Israel. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1956: Annual Exhibition, Art in Israel. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1958: Sculpture in Israel, 1948-1958. Mishkan Museum of Art, Kibbuz En Charod (Gemeinschaftsausstellung)
- 1960: General Exhibition, Art in Israel. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1962: General Exhibition, Art in Israel. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1962: Einzelausstellung. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
- 1967: Artists in Israel for the Defense. Tel Aviv Museum of Art, Helena Rubinstein Pavilion, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1967: General Exhibition, Art in Israel. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv (Gemeinschaftsausstellung)
- 1972: Old and New in the Museum Collection. Yad Labanim Museum, Petach Tikwa (Gemeinschaftsausstellung)
- 1972: Jewish Artists Association. Jerusalem Theatre, Jerusalem (Gemeinschaftsausstellung)
- 1976: Gemeinschaftsausstellung. Haifa City Museum, Haifa
- 1982: The Archetype of the Pioneer in Israeli Art. President's Residence (Beit HaNassi), Jerusalem (Gemeinschaftsausstellung)
- 1985: 80 Years of Sculpture in Israel. Israel Museum, Jerusalem (Gemeinschaftsausstellung)
- 1986: Homage to Batia Lichansky. Association of Painters and Sculptors, Tel Aviv
- 1986: A People Build Its Land: Israeli History as Reflected in Art. Herzlia Museum of Art, Herzlia (Gemeinschaftsausstellung)
- 1993: Memorial Evening. Herzlia Museum of Art, Herzlia (Einzelausstellung)
- 1993: Einzelausstellung. Beit-HaSchomer-Museum, Kfar Giladi[5]