Beate Kosmala

deutsche Historikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Beate Kosmala (* 1949 in Heidelberg) ist eine deutsche Historikerin und Übersetzerin, die insbesondere zur Judenverfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus geforscht hat.

Leben

Kosmala absolvierte ein Studium der Geschichtswissenschaft, Germanistik und Politikwissenschaften an der Universität Heidelberg. Ab 1974 war sie als Lehrerin in Hessen beschäftigt. Ab 1992 war sie als Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin tätig, zunächst als Promotionsstipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung. In diesem Rahmen forschte sie zu deutschen und jüdischen Minderheiten im Polen der Zwischenkriegszeit.[1] In dem Zusammenhang folgten Sprach- und Forschungsaufenthalte in Polen. An der TU Berlin wurde sie zur Dr. phil. promoviert. Am ZfA koordinierte sie von 1997 bis 2002 das Forschungsprojekt Rettung von Juden im nationalsozialistischen Deutschland 1933–1945, unterbrochen von einem halbjährigen Forschungsaufenthalt am International Institute for Holocaust Research der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Ab 2003 war sie für zwei Jahre Lehrbeauftragte am ZfA und zusätzlich mit Projektarbeiten sowie Übersetzungen beschäftigt.

Kosmala wechselte vom ZfA 2005 an die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, wo sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin wirkte; insbesondere bei der Gedenkstätte Stille Helden.[2] Sie trat 2015 in den Ruhestand.

Ihre Forschungsschwerpunkte sind Antisemitismus und Holocaust, speziell der Rettungswiderstand gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und das polnisch-jüdische Verhältnis.[3][4] Kosmala ist Autorin zahlreicher Fachpublikationen und auch Herausgeberin.

Schriften (Auswahl)

  • gemeinsam mit Inge Deutschkron, Simon Becker, Martin-Heinz Ehlert, Ralf Schäfer, Johannes Tuchel: Verdrängt, verfolgt, vergessen : Berliner Juden im Sport vor und nach 1933 (ein Projekt des Fördervereins Blindes Vertrauen e.V. in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand), Förderverein Blindes Vertrauen e.V. und Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Berlin 2016, ISBN 978-3-00-053822-3. (Ausstellungskatalog)
  • gemeinsam mit Johannes Tuchel (Hrsg.): Gedenkstätte Stille Helden: Dauerausstellung; eine Dokumentation der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Verlag Gedenkstätte Stille Helden, Berlin 2008, ISBN 978-3-926082-32-9.
  • gemeinsam mit Revital Ludewig-Kedmi: Verbotene Hilfe : deutsche Retterinnen und Retter während des Holocaust, Verlag Pestalozzianum, Donauwörth 2003, ISBN 978-3-403-04085-9.
  • Juden und Deutsche im polnischen Haus: Tomaszów Mazowiecki 1914 – 1939, Metropol, Berlin 2001, ISBN 978-3-932482-08-3.

Einzelnachweise

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