Beates Flitterwoche
Film von Paul May
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Beates Flitterwoche ist ein deutsches Filmlustspiel aus dem Jahr 1940, das unter der Regie von Paul May entstand. Die Handlung basiert auf dem Roman Muckenreiters Flitterwochen von Gabriele von Sazenhofen. Die Hauptrollen verkörperten Friedl Czepa, Paul Richter, Kurt Vespermann und Albert Florath.
| Film | |
| Titel | Beates Flitterwoche |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1940 |
| Länge | 89 Minuten |
| Produktionsunternehmen |
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| Stab | |
| Regie | Paul May |
| Drehbuch | |
| Produktion | Peter Ostermayr |
| Musik | Ludwig Schmidseder |
| Kamera | Karl Attenberger |
| Schnitt | Alexandra Anatra |
| Besetzung | |
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Handlung
Baron Georg von Muckenreiter bewirtschaftet seit einigen Jahren Gut Dachsenstein, das ursprünglich seinem verstorbenen Onkel Theo gehörte. Im Moment weilt sein Freund Heinz Kuppelweger zur Erholung auf dem Gutshof. Als Opernkomponist arbeitet er dort auch an einem neuen musikalischen Stück. Frau Schwengel, die resolute Wirtschafterin, führt beiden den Haushalt.
Der verstorbene Onkel hat testamentarisch verfügt, das Georg eine entfernte Verwandte (Beate) bis zu einem bestimmten Datum heiraten muss, um die Erbschaft von Gut Dachsenstein antreten zu können. Baron Georg hat Beate, die mit Vater und Tante in Belgrad (Jugoslawien) wohnt, bisher nicht persönlich kennengelernt. Georg hat jedoch ausgesprochene Vorurteile gegen eine Heirat. Gegenüber der Wirtschafterin hat der Baron einmal erwähnt, dass er sich lieber eine Kugel in den Kopf jagen würde als zu heiraten. Auch zu Braut Beate, die er nur von einer Fotografie kennt, hat er eine festgefügte schlechte Meinung. Georg ist insofern sehr damit einverstanden, als sein Freund Heinz ihm anbietet die gesamte persönliche Korrespondenz mit Beate zu übernehmen, für die auch ein gewisses emotionales Feingefühl benötigt wird.
Als der Zeitpunkt der Heirat naht, plant Georg zur Hochzeit nach Belgrad zu reisen. Sein Freund Heinz muss Georg jedoch mit Nachdruck auf die Einhaltung des Termins aus dem Testament des Onkels hinweisen, denn der Baron verspürt weiterhin eigentlich kein Interesse an einer Ehe mit Beate. Und so verabredet der Baron sich zunächst mit Jäger Flori am Abreisetag in den frühen Morgenstunden. Beide wollen auf die Jagd gehen. Zu der geplanten Reise nach Belgrad kommt es jedoch nicht, da Georg verspätet von dem Jagdausflug wieder zurückkehrt.
Heinz macht Georg große Vorwürfe. Er kommt jedoch auf die Idee, dass Georg von Muckenreiter aus Krankheitsgründen sein Erscheinen in Belgrad zur Trauung absagen muss. Da aber im damaligen Jugoslawien eine sogenannte Trauung mit Stellvertreter rechtlich möglich war, schlägt Heinz vor diesen Weg zu gehen und sendet ein entsprechendes Telegramm mit diesem Vorschlag und entsprechenden Papieren an Beate. Am Ende lässt sich Beate auf diese Lösung ein und heiratet Baron Georg von Muckenreiter mit einem Stellvertreter. Im Anschluss macht sie sich auf den Weg nach Gut Dachsenstein.
Dort hat sich Georg, im Wissen der baldigen Ankunft von Beate, auf die Jagdhütte zurückgezogen. Nur die Wirtschafterin und Martl, der auf dem Gutshof lebende Hüterjunge, sind eingeweiht worden. Selbstverständlich kennt sein Freund Heinz ebenso den Aufenthaltsort von Georg. Beate wird auf Gut Dachsenstein von Heinz als Gastgeber herzlich empfangen. Dieser teilt der Braut mit, das Georg auf Grund seiner Erkrankung zur Erholung verreist sei. Beate begibt sich in der Umgebung von Gut Dachsenstein heimlich auf die Suche nach ihrem Bräutigam. Durch einen Zufall erfährt sie von Martl, dass sich der Baron auf der Jagdhüte befindet. Zwar ist Beate auf ihren Erkundungen einem Jäger (Georg) begegnet, der sich aber ihr gegenüber als Jäger Flori ausgegeben hat.
Nachdem nunmehr Beate Kenntnis darüber hat, dass ihr Bräutigam sich auf der Jagdhütte befindet, setzt sie alles daran ihn näher kennenzulernen. Anlässlich dieser Bemühungen kommt es im weiteren Verlauf zu einer Vielzahl von Verwechslungen und Verwicklungen. Zu Schluss des Films überzeugt Beate ihren Bräutigam Baron von Muckenreiter von ihrer Liebe und beide fallen sich in die Arme.
Produktionsnotizen
Die Dreharbeiten zu Beates Flitterwoche fanden von September bis Dezember 1939 statt. Die Innenaufnahmen entstanden in den Ateliers der UFA in Berlin-Tempelhof. Die Außenaufnahmen wurden in Salzburg und der Umgebung von Hintersee bei Berchtesgaden gedreht. Die Uraufführung von Beates Flitterwoche war am 30. August 1940 in München. In Berlin wurde der Film erstmals am 6. September 1940 im Union Theater Friedrichstraße und in den Atrium-Lichtspielen in Berlin-Wilmersdorf gezeigt. Am 17. August 1940 erging durch die nationalsozialistische Filmprüfstelle ein entsprechendes Jugendverbot für den Film.[1]
Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Hanns H. Kuhnert[2] und Franz Koehn.[3] Die Musik für den Film komponierte Ludwig Schmidseder, die mit Liedtexten von Günther Schwenn versehen waren. Die Aufnahmeleitung bei dieser Produktion hatte Ludwig Kühr.
Wolfgang Staudte, der spätere erfolgreiche Regisseur, verkörperte in dem Film als Schauspieler eine Nebenrolle als Kunstmaler.
Rezeption
„Ein Jagd- und Schloßherr im Berchtesgadener Land muß zur Erfüllung einer Testamentsklausel eine in Belgrad lebende Verwandte heiraten. Er schickt seinen Freund zur Ferntrauung als Stellvertreter. Aber die Angetraute trifft bald mit ihm unerkannt auf einer Jagdhütte zusammen und erobert ihn als liebenden Ehemann. Wirklichkeitsferne Heimatfilm-Komödie.“
Siehe auch
Weblinks
- Beates Flitterwoche bei IMDb
- Beates Flitterwoche bei filmportal.de
- Filmplakat auf IMDb
- Beates Flitterwoche auf virtual-history.com