Beatrice Pilloud

Schweizer Juristin, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis From Wikipedia, the free encyclopedia

Beatrice Pilloud (geb. 20. April 1975 in Visp)[1][2] ist eine Schweizer Juristin und Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis. Internationale Bekanntheit erlangte sie als Leiterin der Ermittlungsbehörde im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana.

Beruflicher Werdegang

Beatrice Pilloud schloss ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Neuenburg im Jahr 1999 ab. Seit 2002 war sie als selbständige Rechtsanwältin, insbesondere als Strafverteidigerin, in Sitten tätig.[1]

Am 15. November 2023 wählte der Grosse Rat, das Kantonsparlament des Wallis, Beatrice Pilloud mit grosser Mehrheit zur Generalstaatsanwältin des Kantons.[3] Sie trat die Leitung der Staatsanwaltschaft Wallis zum 1. Januar 2024 an.[1] Pilloud übernahm die Leitung einer Behörde, die zum damaligen Zeitpunkt in der Kritik stand. Verfahren waren mangels rechtzeitiger Bearbeitung verjährt, die Behörde war überlastet. Die die Wahl vorbereitende Justizkommission sah zudem zwischenmenschliche Probleme im zentralen Amt der Generalstaatsanwaltschaft.[4] Pilloud gelang es in der Folge, Organisation und Zusammenarbeit in der Behörde zu verbessern und beim Kantonsparlament mehr finanzielle Mittel einzuwerben.[5][6]

In der Nacht zum 1. Januar 2026 ereignete sich in Crans-Montana in der Bar Le Constellation ein verheerendes Feuer, bei dem 41 Menschen getötet und 115 weitere überwiegend schwer verletzt wurden. Nach ersten Ermittlungen ursächlich waren an Champagnerflaschen angebrachte Sprühfontänen, die die brennbare Deckenverkleidung der Bar in Brand setzten. Als Leiterin der zuständigen Ermittlungsbehörde und intern zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit,[7] informierte Pilloud von Beginn an über den Stand der Ermittlungen und wurde damit international bekannt.[8][9] Rasch kam Kritik an der Arbeit der Staatsanwaltschaft auf: Vernehmungen, Durchsuchungen und Beschlagnahmen bei den bisher einzigen Beschuldigten, dem Betreiberehepaar der Bar, seien zu spät erfolgt und Ermittlungen gegen die Gemeinde und kantonalen Behörden nicht konsequent eingeleitet worden, obwohl eine Mitschuld durch unzureichende Kontrollen im Raum stehe. Pilloud habe sich durch eine gemeinsame Pressekonferenz mit der Gemeinde, ihr Verhalten dort und später nicht hinreichend von den Verantwortlichen der Institutionen abgegrenzt.[10][11]

Politische Ämter

Pilloud ist Mitglied der FDP.Die Liberalen. Sie war Präsidentin der FDP in Sitten.[2]

Einzelnachweise

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