Beaupouyet
französische Gemeinde
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Beaupouyet (Aussprache [bopuˈje]; okzitanisch Beupoiet) ist eine französische Gemeinde im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine mit 553 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Die Einwohner werden Bellipodois und Bellipodoises genannt.
| Beaupouyet Beupoiet | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Vallée de l’Isle | |
| Gemeindeverband | Isle et Crempse en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 0′ N, 0° 16′ O | |
| Höhe | 38–139 m | |
| Fläche | 22,63 km² | |
| Einwohner | 553 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 24 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24400 | |
| INSEE-Code | 24029 | |
Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Geografie


Beaupouyet liegt etwa 41 Kilometer südwestlich von Périgueux und etwa 23 Kilometer nordwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Landais, Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Flüsschen Martarieux, das es im Osten begrenzt, vom zeitweise trockenfallenden Flüsschen Tord, das es im Süden begrenzt, vom zeitweise trockenfallenden Flüsschen Pazaillac, das es im Westen begrenzt, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Beaupouyet liegt in der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus quartären Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Relief des Gebiets von Beaupouyet zeigt eine vom Tal der Isle im Norden nach Süden ansteigende Hügellandschaft mit Erhebungen bis zu 139 m. Das Zentrum der ansonsten verstreut liegenden Weiler befindet sich auf einer Anhöhe auf etwa 100 m.
Rund 49 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 48 % sind bewaldet, rund 2 % entfallen auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen, rund 2 % auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Umgeben wird Beaupouyet von den sieben Nachbargemeinden:
| Saint-Laurent-des-Hommes | Saint-Médard-de-Mussidan | |
| Saint-Martial-d’Artenset | Saint-Géry | |
| Saint-Sauveur-Lalande | Fraisse Saint-Géraud-de-Corps |

Natürliche Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in Beaupouyet als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Flüsschen Tord und Martarieux, aber auch entlang der nahegelegenen Isle
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1999 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine zeitliche Beschränkung von offenem Feuer und eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist das gesamte Gemeindegebiet von der mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Toponymie und Geschichte
Auf dem Gemeindegebiet wurden Spuren urgeschichtlicher und später gallorömischer Besiedlung gefunden. Der Name des Dorfes erscheint seit dem 11. Jahrhundert in den Schriften, erstmals in der latinisierten Form Bellum Podium im Jahr 1155, anschließend auf okzitanisch Belpoyet im Jahr 1197. In der Folge wurde bèl zu beau frankonisiert. Später wurde der Ort in den Formen Bellum Pogets (1295) und Bellum Pogetum (1380) erwähnt. poyet und pouyet sind Diminutive des okzitanischen pè, einer Variation von puèg, deren französische Form puy hoch gelegene Orte oder Gebirgszüge bezeichnet. puèg und puy entstammen aus dem lateinischen podium (deutsch Erhöhung).[5]
Die Kirche von Beaupouyet, deren Chor aus dem 12. Jahrhundert stammt, zeugt von der mittelalterlichen Vergangenheit der Stadt. Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass sich hier einst eine befestigte Burg befand, wie dies in den nahegelegenen Orten Neuvic und Douzillac der Fall ist. Von dieser Festung sind jedoch nur noch die Reste des Burggrabens erhalten, auf dem das heutige Schloss Fournils errichtet wurde. Beaupouyet mit seinem Schloss und den Nebengebäuden ist ein ehemaliges Lehen der Adelsfamilien Barraud und Capians.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Beaupouyet: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 471 | |||
| 1800 | 556 | |||
| 1806 | 604 | |||
| 1821 | 715 | |||
| 1831 | 803 | |||
| 1836 | 750 | |||
| 1841 | 775 | |||
| 1846 | 745 | |||
| 1851 | 787 | |||
| 1856 | 815 | |||
| 1861 | 821 | |||
| 1866 | 795 | |||
| 1872 | 758 | |||
| 1876 | 802 | |||
| 1881 | 831 | |||
| 1886 | 785 | |||
| 1891 | 743 | |||
| 1896 | 681 | |||
| 1901 | 697 | |||
| 1906 | 717 | |||
| 1911 | 641 | |||
| 1921 | 597 | |||
| 1926 | 570 | |||
| 1931 | 568 | |||
| 1936 | 575 | |||
| 1946 | 554 | |||
| 1954 | 518 | |||
| 1962 | 520 | |||
| 1968 | 510 | |||
| 1975 | 532 | |||
| 1982 | 512 | |||
| 1990 | 439 | |||
| 1999 | 465 | |||
| 2006 | 434 | |||
| 2013 | 493 | |||
| 2020 | 533 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité aus dem 12. Jahrhundert, Teile des ursprünglichen Chors sind seit 1948 als Monument historique eingeschrieben
- Das Schloss Fournils wurde zwischen 1858 und 1860 im Stil der Neorenaissance an der Stelle einer früheren Burg errichtet. Der größte Teil des Schlossgeländes befindet sich im Gebiet der Nachbargemeinde Saint-Laurent-des-Hommes und ist in Teilen seit 2022 als Monument historique eingeschrieben.
- Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité
- Schloss Fournils
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[11]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 227 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Beaupouyet erwerbstätig, entsprechend 74,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 20 im Jahr 2022 ähnlich hoch wie im Jahr 2016 (16). Die Arbeitslosenquote stieg leicht von 8,5 % (2016) auf 8,8 % (2022).[12]
Branchen und Betriebe
33 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Beaupouyet wirtschaftlich aktiv:[12]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 33 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 2 | 6,1 % |
| Baugewerbe | 6 | 18,2 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 11 | 33,3 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 3,0 % |
| Immobilien | 1 | 3,0 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 7 | 21,2 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 3,0 % |
| Andere Dienstleistungen | 4 | 12,1 % |
Photovoltaik-Freiflächenanlage
Die Photovoltaik-Freiflächenanlage im Norden von Beaupouyet wurde am Samstag, den 25. November 2017, eingeweiht. Die Anlage befindet sich auf einem 14 Hektar großen Gelände der Interkommunalen Forstverwaltungsunion (SIGF) und vermeidet den Ausstoß von 2506 Tonnen CO2 pro Jahr und trägt so zur Erzeugung von Ökostrom bei. Mit einer Gesamtleistung von rund 6023 kWp kann die Anlage 6450 Einwohner mit Strom versorgen.[13]
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 38 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 in den Jahren 2000 und 2010 und 20 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 52,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche hingegen vergrößerte sich von 870 Hektar im Jahre 1988 auf 1046 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22,9 Hektar auf 52,3 Hektar.[15][16][17]
Verkehr
Die Autoroute A 89 La Transeuropéenne von Brive-la-Gaillarde nach Libourne in der Nähe von Bordeaux durchquert das nördliche Gebiet der Gemeinde von Ost nach West ohne Anschlussstelle. Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Route nationale 89 von Lyon über Saint-Médard-de-Mussidan nach Bordeaux über Saint-Martial-d’Artenset verläuft nördlich parallel zur Autoroute A 89. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Beaupouyet mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Die Bahnstrecke Coutras–Tulle durchquert Beaupouyet im nördlichen Gemeindegebiet von West nach Ost ohne Haltepunkt.
Gemeindepartnerschaft
Mit der spanischen Gemeinde Olivares de Duero in der Provinz Valladolid (Kastilien und León) besteht seit 2016 eine Partnerschaft.[18]
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
