Beauronne

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Beauronne (Aussprache [boˈʁɔn], okzitanisch Beurona) ist ein Ort und eine aus mehreren Weilern (hameaux) und Einzelgehöften bestehende französische Gemeinde mit 372 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Bewohner werden Beauronnais und Beauronnaises genannt.

Schnelle Fakten Beurona ...
Beauronne
Beurona
Beauronne (Frankreich)
Beauronne (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Vallée de l’Isle
Gemeindeverband Isle Vern Salembre en Périgord
Koordinaten 45° 6′ N,  23′ O
Höhe 51–150 m
Fläche 19,24 km²
Einwohner 372 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 24400
INSEE-Code

Blick auf Beauronne
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Geografie

Die Beauronne beim Weiler Maine Moulin
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Die Gemeinde Beauronne liegt etwa 28 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux und etwa 28 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der stark bewaldeten Région naturelle der Double, Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der gleichnamigen Beauronne, die es im Osten begrenzt, vom zeitweise trockenfallenden Ruisseau de la Boulbène, der es im Nordwesten abschnittsweise begrenzt, vom zeitweise trockenfallenden Ruisseau de Rieu Quérieu, der es im Nordosten begrenzt, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Beauronne liegt in der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einige Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gebiets von Beauronne zeigt eine Hügellandschaft, die durch das Flusstal der Beauronne tief eingeschnitten wird, mit Erhebungen meist über 100 m. Der topographisch höchste Punkt liegt mit 150 m im Süden, der tiefste Punkt mit 51 m im Süden beim Austritt der Beauronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt leicht erhöht oberhalb der Beauronne auf etwa 80 m Höhe.

Rund 70 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 29 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 1 % entfällt auf bebaute Flächen.[2]

Beauronne wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Saint-André-de-Double Saint-Vincent-de-Connezac Saint-Jean-d’Ataux
Saint-Étienne-de-Puycorbier Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Douzillac
Saint-Front-de-Pradoux Saint-Louis-en-l’Isle
Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Beauronne

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Beauronne als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1986 und 2009 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und zeitliche und räumliche Beschränkungen von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das gesamte Gemeindegebiet bis auf das Tal der Beauronne von der starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Toponymie und Geschichte

Beauronne war einst eine Kommende der Johanniter. Ihre romanische Kirche, die im Laufe der Zeit stark verändert wurde, ist zur gleichen Zeit errichtet, an dem der Name des Dorfes, Berona, im 12. Jahrhundert in den Schriften erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert änderte sich der Name zu Beurona. Die moderne Schreibweise transformierte das -eu zu -eau, wie erst 1760 belegt wird.

Am Vorabend der Französischen Revolution arbeiteten 132 Töpfer in der Gemeinde. Doch bis 1801 waren infolge des Krieges über 80 % verschwunden. 1801 waren die 34 in der Gemeinde verbliebenen Töpfer ebenfalls größtenteils Bauern. Der Untergrund der Gemeinde versorgte die Töpfer mit hochwertigem Kaolin und feuerfesten Tonen, und die Glasur wurde aus Feldspatsand und altem, wiederverwertenden Blei hergestellt. Die ersten Öfen waren einfache Herde aus Ziegeln. Sie wurden mit Holz beheizt, und der Brand erfolgte in aufeinanderfolgenden Brennöfen (Räuchern), um die Stücke zu härten, damit die bereits im Ofen befindliche Keramik das Gewicht der oberen Schichten tragen konnte. Der letzte Brand dauerte 48 Stunden. Die Keramik wurde auf den Märkten von Périgueux, Ribérac, Montpon, Bergerac und Sainte-Foy-la-Grande verkauft. Später wurde sie sogar bis nach Bordeaux und in die Region Saintonge transportiert. 1801 waren in der Gemeinde drei Ziegeleien in Betrieb, die Ton verwendeten und 32.000 Ziegel (hohl und flach) sowie 12.000 Ziegel produzierten.[5]

Das Dorf nahm den Namen des Flusses an, an dem es gegründet wurde. Der Name Bouronnne ist aus zwei Wörtern der gallischen Sprache zusammengesetzt. Der erste Teil, °beber, entspricht dem lateinischen fiber und dem deutschen „Biber“. Das Wort wurde im Altfranzösischen zu bièvre, u. a. dem Namen eines Nebenflusses der Seine, fortgeführt. °beber und fiber entstammen einem älteren Ausdruck, der „braun“ bedeutet, eben der Farbe des Biberfells. Das zweite Element von Bouronnne stammt vom gallischen °-onna, einer weiblichen Variante von -°onno mit der Bedeutung „Fließgewässer“, äquivalent zum lateinischen unda (deutsch Woge). Die Beauronne ist also der Fluss der Biber.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Beauronne: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
679
1800
 
625
1806
 
696
1821
 
626
1831
 
836
1836
 
824
1841
 
826
1846
 
850
1851
 
810
1856
 
825
1861
 
795
1866
 
814
1872
 
786
1876
 
787
1881
 
777
1886
 
738
1891
 
720
1896
 
703
1901
 
675
1906
 
634
1911
 
652
1921
 
573
1926
 
522
1931
 
489
1936
 
479
1946
 
432
1954
 
451
1962
 
450
1968
 
412
1975
 
350
1982
 
340
1990
 
328
1999
 
310
2006
 
302
2013
 
342
2020
 
371
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Reblauskrise im Weinbau und die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft sowie den jeweils damit einhergehenden Verlust an Arbeitsplätzen zurückzuführen.

Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité entstammt dem 12. Jahrhundert; es kann davon ausgegangen werden, dass die seitlichen Strebepfeiler und der viergeschossige Vierungsturm mit seinem nach allen Seiten offenen Glockengeschoss ursprünglich sind. Deutlich erkennbar ist jedoch die Aufstockung des Langhauses zu einem Fluchtraum mit einem Doppelfenster im Westen. Im Innern der Apsis stehen Halbsäulen als Wandvorlagen; das Kirchenschiff verfügt dagegen nur über Blendarkaden auf Pfeilern. Der Kirchenbau ist seit dem Jahr 1926 als Monument historique eingeschrieben.[11]

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[12]

Wirtschaft

Der Ort und seine Umgebung waren jahrhundertelang landwirtschaftlich geprägt; die meisten Menschen lebten als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch Viehzucht und Weinbau wurden betrieben. Im Ort selbst ließen sich Handwerker, Kleinhändler und Dienstleister aller Art nieder. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine nicht unbedeutende Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 228 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Beauronne erwerbstätig, entsprechend 70,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 25 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2019 (37). Die Arbeitslosenquote sank deutlich von 22,3 % (2016) auf 15,4 % (2022).[13]

Branchen und Betriebe

25 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Beauronne wirtschaftlich aktiv:[13]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt25
Fertigung, Bergbau und andere Industrien416,0 %
Baugewerbe728,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie624,0 %
Information und Kommunikation14,0 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten28,0 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln28,0 %
Andere Dienstleistungen312,0 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Rindfleischerzeugung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 23 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 20 im Jahr 2000, auf 12 im Jahr 2010 und schließlich auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 65 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche hingegen verringerte sich von 432 Hektar im Jahre 1988 auf 398 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen signifikant von 18,8 Hektar auf 49,8 Hektar.[15][16][17]

Fernwanderwege

Entlang der südlichen Grenze zu den Nachbargemeinden Saint-Louis-en-l’Isle und Saint-Front-de-Pradoux verläuft der 116 Kilometer lange Fernwanderweg GR 646 von Périgueux nach Sainte-Foy-la-Grande.[18]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 709 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 709 von Montmoreau-Saint-Cybard über Saint-Jean-d’Ataux nach Bergerac über Saint-Front-de-Pradoux durchquert die Gemeinde von Nord nach Süd. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit weiteren Nachbargemeinden.

Busse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Beauronne mit Mussidan und mit Périgueux über Ribérac.[19]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Beauronne – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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