Beda Menzel
deutscher Benediktiner (OSB) und Kirchenhistoriker
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Beda Franz Menzel OSB (* 2. Januar 1904 in Braunau, Bezirk Braunau, Böhmen, Österreich-Ungarn; † 29. August 1994 in Niederhatzkofen bei Rottenburg an der Laaber) war ein deutscher Benediktiner (OSB), Lehrer, Kunst- und Kirchenhistoriker.
Leben
Geboren in Braunau, Haus Num. 6-III als der Sohn des Schneidergehilfen Franz Menzel und dessen Ehefrau Anna, geb. Opitz. Die Vatersfamilie stammte aus Grossdorf (Velká Ves) bei Braunau, der Großvater war ein Taglöhner.[1] Er besuchte in seiner Heimatstadt die Volksschule und das Gymnasium der Benediktiner. Nach der Matura 1923 trat er ins Stift Broumov (Stift St. Wenzel Braunau) ein. Das Noviziat absolvierte er im Stift Břevnov (Stift Breunau). Von 1924 bis 1928 studierte er Katholische Theologie und klassische Philologie an der Karlsuniversität in Prag. Nach dem Militärdienst in der Tschechoslowakischen Armee empfing er am 1. Juli 1928 in St. Adalbert, Kirche des Priesterseminars in Prag-Dejvice die Priesterweihe. Ein Zweitstudium für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte und Erdkunde absolvierte er von 1928 bis 1934 in München und in der Deutschen Universität Prag. 1932 wurde er in Prag zum Doktor der Philosophie promoviert, und 1933 und 1934 legte er die Lehramtsprüfungen (für Geschichte, Geographie, griechische und lateinische Sprache) ab.[2] Von 1937 bis 1939 leitete er das Braunauer Stiftsobergymnasium. Während des ganzen Zweiten Weltkrieges war er Pfarrer der Klosterpfarrei Ruppersdorf. Am 27. November 1945 floh er mit Abt Dominik Prokop ins Kloster Metten. Von 1947 bis 1963 leitete er das Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Niederbayern.
Von 1964 arbeitete er als Kunst- und Kirchenhistoriker für das Institut für Kirchen- und Geistesgeschichte der Sudetenländer. 1970 wurde er außerordentliches Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie, 1972 korrespondierendes Mitglied der Historischen Kommission für die Sudetenländer.[3] Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassten sich insbesondere mit der Geschichte des Benediktinerordens und bedeutenden Äbten des böhmischen Barocks, darunter Othmar Daniel Zinke, Franz Stephan Rautenstrauch und weiteren.
Schriften (Auswahl)
- Bücher
- Christoph und Kilian Dientzenhofer im Dienste der Aebte von Břevnov-Braunau. 1934.
- Die Barockkunst unter den Äbten von Braunau, Dimter, Stuchlík u. Komp. Braunau 1937.
- Die Abteikirche in Rohr. Ein Werk des Egid Quirin Asam (1722). Regensburg 1959, OCLC 632574117.
- mit Franz Schöbel: Gotteshäuser der Heimat. Ein Heimatbuch des Riesengebirges und Braunauer Ländchens. Kempten 1966, OCLC 1018210747.
- Abt Franz Stephan Rautenstrauch von Břevnov-Braunau. Herkunft, Umwelt und Wirkungskreis. Königstein im Taunus 1969, OCLC 462862594.
- Johannes von Nepomuk, 1971
- Abt Othmar Daniel Zinke. 1700–1738. Ein Prälat des Barocks (= Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige. Band 89, H. I–II). Komm-Verlag Winfried-Werk, Ottobeuren 1978.
- Schicksale der Abtei Braunau in Rohr unter der Regierung des Abtes Dr. Dominik Prokop 1926–1969 und deren Auswirkungen. München 1980, OCLC 144817012.
- Veröffentlichungen
- Der „Fuldaer Plan“ zur Kirchenunion und der Braunauer Abt Stefan Rautenstrauch (1779–1783). In: Heimat und Volk. Forschungsbeiträge zur sudetendeutschen Geschichte. Brünn 1937.
- Exemtionsstreit zwischen den Äbten von Břevnov-Braunau und den Prager Erzbischöfen 1705–1758. In: Bohemia. Band 17, Nr. 1, 1976.
- Abt Othmar Daniel Zinke und die Ikonographie seiner Kirchen in Břevnov-Braunau-Wahlstatt. In: Bohemia. Band 97, 1986.
- Das Gymnasium der Benediktiner in Braunau. In: Tausend Jahre Benediktiner in den Klöstern Břevnov, Braunau und Rohr. EOS Verlag, Ottilien, 1993.
Literatur
Weblinks
- Literatur von und über Beda Menzel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Beda Menzel in der Biographia Benedictina (Benediktinerlexikon.de)