Beedenbostel
Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Beedenbostel ist eine Gemeinde im Landkreis Celle in Niedersachsen (Deutschland).

| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 39′ N, 10° 15′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Celle | |
| Samtgemeinde: | Lachendorf | |
| Höhe: | 51 m ü. NHN | |
| Fläche: | 12,58 km² | |
| Einwohner: | 961 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 76 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 29355 | |
| Vorwahl: | 05145 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CE | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 51 003 | |
| LOCODE: | DE B8D | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Oppershäuser Str. 1 29331 Lachendorf | |
| Website: | www.beedenbostel.de | |
| Bürgermeister: | Hans Joachim Dose (Bündnis 90/Die Grünen) | |
| Lage der Gemeinde Beedenbostel im Landkreis Celle | ||
Geografie
Beedenbostel liegt östlich von Celle am Naturpark Südheide. Die Aschau mündet hier in die Lachte. Beide Gewässer gehören zum Einzugsgebiet der Aller. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Lachendorf an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Lachendorf hat.
Geschichte
Kaiser Heinrich III. übertrug im Jahre 1051 dem Marienaltar zu Hildesheim den Comitat, welchen die Grafen Bruno, dessen Sohn Graf Ludwig (Ludolf) von Braunschweig, dritter Stiefbruder des Kaisers († 23. April 1038), und dessen Sohn Egbert zu Reichslehen besaßen, bestehend in den Gauen Nordthüringen, Darlingen, Valen, Saltga, Gretinge und Mulbeze mit den Archidiakonaten Schöningen, Watenstedt, Schöppenstedt, Lucklum, Atzum (im Gau Derlingau), Groß Stöckheim, Denstorf (im Gau Valen), Ringelheim (im Gau Saltga), Beedenbostel, Hankensbüttel (im Gau Gretinge) und Wienhausen (im Gau Mulbeze), wahrscheinlich als Pfandgut, und König Heinrich IV. bestätigte am 3. Juli 1057 solchen Pfandbesitz.[2]
Nach dem Sturz Heinrich des Löwen im Jahre 1195 blieb der Go Beedenbostel allodialer, d. h. landesherrlicher Besitz, und Braunschweig und Lüneburg die einzigen Stammlande der Herzöge. Beedenbostel war „Go-Sitz“ mit dem Go-Gericht und der Ur-Pfarrei des Sunderbannbezirkes, die Kirche, eine Taufkirche, ist um 950 erbaut. Lachendorf mit seinen sieben freien Forsthufen wurde von den Förstern, welche „Freie Dienstmänner“ mit „niederer ministerialität“ und die Rechtweisenden im Gericht des comes nemoris waren, als Ausgangspunkt zur Überwachung des gesamten Jagdgebietes des Sunderbannes gesehen. Die Nieder- und Hochwildjagd, die Aufsicht über das Holz zwecks Brenn- und Bauholz, dazu die Einteilung der Eichel- und Bucheckernmast für die Hof- oder Fehmschweine[3], und die Hutungsrechtvergabe für das Rindvieh in der Waldweide waren das Aufgabengebiet.[4]
Politik
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Beedenbostel setzt sich zurzeit aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[5]
Gemeinderat 2021 Insgesamt 9 Sitze
|
Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Sitzverteilungen:
Bürgermeister
Bürgermeister ist seit 2021 Hans-Joachim Dose (Bündnis 90/Die Grünen).[7]
Wappen
Geteilt und halbgespalten, oben in Gold ein roter gezinnter Wehrturm mit, von oben, schwarzem Fenster, lateinischem Kreuz und Tor, unten rechts in Rot ein aus dem Schild wachsendes, nach links gewandtes silbernes Pferd, links in Silber grün ein stehendes Eichenblatt mit zwei Eicheln.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Martinskirche, benannt nach Martin von Tours, 1735 von Johann Pflug auf einem Vorgängerbau errichtet; der Holzglockenturm ist älter
- Mühlenhof Beedenbostel mit der Wassermühle von 1905 an der Aschau; nach einem Brand auf der Vorgängermühle errichtet, die 1649 erstmals urkundlich erwähnt und bis 1920 im Vollerwerb betrieben wurde. Heute treibt das Mühlrad einen Stromgenerator für den Eigenbedarf.
- Alte Apotheke, Gardinenstraße 13, von um 1850, in Fachwerk
- Ortsblick
- Stau der Aschau in Beedenbostel mit ehemaliger Wassermühle
- Martinskirche
- Glockenturm der Kirche
Baudenkmäler
- Siehe Liste der Baudenkmale in Beedenbostel
- Ev.-luth. Martinskirche von 1735
- Ehemaliges Amtsgebäude Beedenbostel von 1735
- Ehemaliges Küsterhaus Am Wehrturm 3 von 1751 in Fachwerk
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude Am Amtshof 4 von 1754 in Fachwerk
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude Ahnsbecker Straße 2 von 1764 in Fachwerk
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude Höfersche Straße 1 von 1764 in Fachwerk
- Wohn- und Wirtschaftsgebäude An der Mühle 10 von 1815 in Fachwerk
- Hofanlage Luttersche Straße 1–3 aus dem 19. Jahrhundert
- Hofanlage Am Wehrturm 4 von 1875 in Fachwerk
Wirtschaft und Infrastruktur
- Beedenbostel ist über verschiedene Landstraßen mit den Bundesstraßen 191 und 214 verbunden.
- Die Gemeinde wird durch die Bahnstrecke Celle–Wittingen der Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH erschlossen, auf der nur Güterverkehr betrieben wird.
Literatur
- Matthias Blazek: Die Geschichte des Feuerwehrwesens im Landkreis Celle – Ausgeführt und erläutert am Beispiel der 1910 gegründeten Ortsfeuerwehr Beedenbostel, ibidem, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8382-0147-4
- Ernst Mertsch: Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 1 (Kirche und Schule), Lachendorf 1988
- Adolf Meyer: Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 2 (Beedenbostel als Verwaltungssitz), Lachendorf 1988
- Hans-Joachim Brederlow: Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 3 (Vereine), Lachendorf 1991
- Chronik der Gemeinde Beedenbostel, Bd. 4, Lachendorf 2000
