Beileidskarte

Grußkarte bei Beerdigungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine Beileidskarte oder Kondolenzkarte wird gewöhnlich als Grußkarte bei Beerdigungen an die Hinterbliebenen übergeben oder versandt.

Verkaufsständer mit Beileidskarten

Im Unterschied zu anderen Glückwunschkarten wird den Trauernden dabei Kondolenz beziehungsweise Empathie ausgedrückt. Oft sind Beileidskarten in Form von Spruchkarten gestaltet, um das Unsagbare in metaphorischen Formulierungen zu fassen. Beileidskarten werden bei der Beerdigung abgegeben oder von Personen versandt, die nicht an der Beerdigung teilnehmen können.[1] Heute gibt es auch die Möglichkeit, elektronische E-Cards zu versenden oder auf virtuellen Friedhöfen Einträge zu hinterlassen. Dabei wird jedoch der persönliche Kontakt am meisten geschätzt.

Gestaltung

Der Zuspruch, der in Beileidskarten ausgedrückt wird, soll den Angehörigen dabei helfen, besser mit dem Verlust und den Umständen zurechtzukommen. Mit der Karte soll die persönliche Anteilnahme kundgetan und dem Empfänger auf diese Weise mitgeteilt werden, dass er in diesem Trauerfall nicht alleine ist. Neben Aphorismen und Gedichten finden häufig Verse aus der Bibel Verwendung, und gewöhnlich wird ein Geldbetrag zur Deckung der Bestattungskosten oder für die Grabpflege beigelegt.[1] In katholischen Gegenden ist diese Geldspende oft auch zur Stiftung einer Messintention für den Verstorbenen und seine Familie gedacht.

Bei der Gestaltung sollte darauf geachtet werden, dass bloße Redensarten dem Schmerz der Betroffenen nicht gerecht werden. Oft verletzen oberflächliche Worte die Angehörigen. Der Text soll Trost spenden, Anteilnahme ausdrücken und Hilfe anbieten.[1]

Im Schreibwarenhandel werden gestaltete Karten angeboten, die dann mit den handschriftlichen Ergänzungen versehen werden. Klappkarten, die in einem Umschlag versendet werden, sind am häufigsten. Auf der Vorderseite sind sie mit weltlichen Trauersymbolen wie beispielsweise einem Herbstwald oder religiösen Symbolen wie betenden Händen oder Kreuzen versehen. Auf den Karten findet man häufig ebenfalls kurze Trauersprüche. Selbst gestaltete Trauerkarten beispielsweise mit Fotos individuell hergestellt werden.[1]

Entwicklungsgeschichte

Die Vorläufer des Trauerbriefes und der Beileidskarte entstanden bereits im Mittelalter. Als Ursprung gilt die Totenrotel.[1] Sie wurde nach den Tod eines Mönches von einem Boten von Kloster zu Kloster getragen. Diese Totenrotel informierte über die verstorbene Person und erbat Fürbitten der anderen Klöster. Sie bot demnach gleichzeitig eine Information über einen Sterbefall und war eine Beileidsbekundung in Form des Fürbittengebets.[2] Bei den Totenroteln handelte es sich ursprünglich um einen Rundholzstab mit aufgerollten Pergament- oder Papierstreifen. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden vorgefertigte Formulare verwendet.[3] Auch der Adel und später weitere Bevölkerungsteile nutzten Boten zur Übermittlung der Todesnachricht. Dieser Botendienst der sogenannten Leichenbitter galt als unrein. Sie sollten beispielsweise einen Hof nicht durch das Haupttor betreten. Sie nahmen auch nicht an den Beerdigungen teil.[1][4]

Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die Boten schrittweise durch schriftliche Mitteilungen abgelöst.[4] Im 18. und 19. Jahrhundert schrieben Menschen per Hand sogenannte Kondolenzbriefe. Der technologische Fortschritt brachte erschwingliche Druckprodukte für die Allgemeinheit, die auch für die Trauernachrichten genutzt wurden.[5] Über Trauerbriefe und/oder Todesanzeigen informierten die Angehörigen über einen Sterbefall und die Daten der Totenfeiern, die mit einer Beileidsbekundung wie beispielsweise der Teilnahme an der Trauerfeier, einer Kranzspende, einem Kondolenzbrief oder einer Beileidskarte beantwortet werden.[1]

Trauerpost wurde bei Todesmitteilungen und Beileidsbekundungen mit einem schwarzen Rand versehen, dem Trauerrand. Je nach Nähe zum Verstorbenen, galt es früher als schicklich, über Monate die persönliche Post mit einem Trauerrand zu versehen.[5] Heute ist die Verwendung von Trauerrändern den Angehörigen vorbehalten. Bei Beileidsbekundungen wird sie nicht mehr verwendet.[1]

Literatur

  • Gabriele Jöhren: Beileidsfibel: unvergessliche Worte zum Abschied; Textvorschläge, Zitate und Gedichte für Ihre Beileidskarte. Krefeld: Die Ansprache 2011. ISBN 978-3-00-035934-7
  • Marion Vette: Ein stiller Gruß: Trauerkarten persönlich gestalten. Freiburg, Br.: Christophorus 2010. ISBN 978-3-8388-3129-9
Commons: Beileidskarte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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