Benjamin Acoluth
lutherischer Geistlicher und Jurist
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Benjamin Acoluth (* 1. Februar 1693 in Breslau, Fürstentum Breslau; † 5. Februar 1759 in Budissin) war ein lutherischer Geistlicher und Jurist.
Leben
Herkunft und Ausbildung
Benjamin Acoluth entstammte einer angesehenen Gelehrtenfamilie. Sein Vater war der Orientalist Andreas Acoluth, sein Großvater der Theologe Johann Acoluth. Diese gelehrte Abstammung prägte seine intellektuelle Ausrichtung nachhaltig.
Er hatte noch eine Schwester, die früh verstarb und zwei jüngere Brüder, darunter der Mediziner und Apotheker Johann Karl Acoluth.
Sein Onkel war der Mediziner Johann Acoluth.
Benjamin Acoluth war verheiratet; von seinen Kindern ist Carl Benjamin Acoluth bekannt (* 3. September 1737 in Dresden; † 26. Februar 1805 in Budissin).[1]
Nach dem üblichen Muster der Zeit absolvierte Acoluth sein Studium an mehreren Universitäten. Er studierte zunächst an der Universität Leipzig, später an der Universität Breslau, wo er sich der Theologie widmete – derjenigen Disziplin, die sein Familienbezug nahelegt. 1715 erlangte er den Magistertitel und dokumentierte damit seinen erfolgreichen Abschluss der artes liberales.
Geistliche Tätigkeit
Mit dem Magistergrad qualifiziert, erhielt Acoluth 1720 eine geistliche Anstellung als Mittagsprediger an der Hieronymuskirche in Breslau. Dieses Amt war für einen ausgebildeten Theologen eine respektable Position, die ihm Anerkennung in der städtischen Gemeinschaft verschaffte. Jedoch erwies sich diese Laufbahn als nicht dauerhaft. Aus gesundheitlichen Gründen sah sich Acoluth gezwungen, die Stelle bereits 1721 wieder niederzulegen – ein Umstand, der seinen beruflichen Werdegang fundamental verändern sollte.
Zweite Karriere in der Staatsverwaltung
Statt an der geistlichen Tätigkeit festzuhalten, nutzte Acoluth die Niederlage als Neuanfang. Er begab sich an die Universität Halle, ein bedeutendes Zentrum der Aufklärung und der Rechtsgelehrsamkeit, um sich den Rechtswissenschaften zu widmen.
Seine juristische Ausbildung öffnete ihm die Türen zur sächsischen Staatsverwaltung. Er trat zunächst als Auditor in sächsische Dienste ein. Seine fachliche Kompetenz und sein standesgemäßes Verhalten führten zu stetigem Aufstieg: Er avancierte zum General-Auditor-Leutnant und bekleidete die Position eines königlich-polnischen und kursächsischen Geheimen Kriegsrats. Schließlich erreichte er die höchste Position seiner Laufbahn als General-Auditor als Leiter der Militärjustiz in der sächsischen Armee.
Gelehrte Arbeiten
Neben seinen administrativen Pflichten blieb Acoluth dem gelehrten Schrifttum verbunden. Von seinen Schriften ist insbesondere die Abhandlung De Claris quibusdam Zachariis bekannt.
Schriften (Auswahl)
- De Claris quibusdam Zachariis.
Literatur
- Benjamin Acoluth. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie, Band 1.München, 2005. S. 32 (Digitalisat).
- Benjamin Acoluth. In: Kurt Tautz: Die Bibliothekare der churfürstlichen Bibliothek zu Cölln an der Spree. Leipzig, 1925. S. 221 (Digitalisat).
Weblinks
- Normdatensatz und Druckschriften von und über Benjamin Acoluth im VD 18.
- Benjamin Acoluth: In: Indexeintrag: Deutsche Biographie.
- Benjamin Acoluth. In: Gerhard Köbler: Wer war wer im deutschen Recht.