Berg-Ehrenpreis
Art der Gattung Ehrenpreis (Veronica)
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Der Berg-Ehrenpreis (Veronica montana)[1][2] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ehrenpreis (Veronica) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).
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Berg-Ehrenpreis (Veronica montana) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Veronica montana | ||||||||||||
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Beschreibung



Vegetative Merkmale
Beim Berg-Ehrenpreis handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen von 15 bis 45 Zentimetern erreicht. Der dünne Stängel wächst meist kriechend, an der Spitze steigt er in der Regel mit aufrechten Ästen auf und wurzelt an den Knoten.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 7 bis 15 Millimeter lang. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 20 bis 35 Millimetern rundlich oder breit-oval und besitzt einen abgerundeten oder schmal herzförmigen Spreitengrund. Die runzlige Blattspreite ist gesägt oder kerbig-gesägt und auf beiden Seiten zerstreut kraus behaart.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt vorwiegend in den Monaten Mai und Juni. Zwei bis sieben Blüten stehen in lockeren und deutlich seitenständigen traubigen Blütenständen zusammen. Die fädlichen und behaarten Blütenstiele sind zwei- bis viermal so lang wie die schmal-linealischen Deckblätter.
Die zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die Blütenkrone weist einen Durchmesser von etwa 10 Millimetern auf und ist blasslila gefärbt mit dunkleren Adern.
Die drüsig bewimperte Kapselfrucht ist flach, etwa 4 bis 6 Millimeter lang, 7 bis 8 Millimeter breit und oben sowie unten fast brillenförmig eingeschnürt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 36.[3]
Vorkommen
Der Berg-Ehrenpreis ist von Schweden über Mittel- bis Südeuropa und Nordafrika verbreitet und kommt auch in der nordöstlichen Türkei und in Georgien vor.[4] In Europa kommt er in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Norwegen, Finnland und Russland.[5] Er kommt in Mitteleuropa meist verbreitet vor.
In Deutschland ist der Berg-Ehrenpreis ziemlich verbreitet; er fehlt jedoch in Ost- und Norddeutschland über größere Gebiete. In den Allgäuer Alpen steigt er im Wald an der Toniswand im Obertal in Bayern bis in eine Höhenlage von 1300 Meter auf.[6] In Österreich kommt Veronica montana zerstreut vor; nur in Kärnten ist er sehr selten. In der Schweiz findet man den Berg-Ehrenpreis nur im nördlichen Gebiet häufiger, im Süden fehlt er dagegen über große Strecken. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).[7]
Der Berg-Ehrenpreis wächst in Buchenwaldgesellschaften, Eschen- und Auenwäldern. Er gedeiht am besten auf sickerfeuchten, meist nährstoffreichen und kalkarmen, lehmigen oder tonigen Böden. Er ist in Mitteleuropa eine schwache Charakterart des Carici-remotae-Fraxinetum, kommt aber auch im Pruno-Fraxinetum oder in feuchten Fagion-Gesellschaften vor.[3]
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Veronica montana erfolgte 1755 durch Carl von Linné in Centuria I. Plantarum ... Seite 3.[4][8][9]
Literatur
- Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
- Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
- Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Hrsg.: Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
- Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.