Bergamottin

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Bergamottin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Furocumarine mit Geraniol-Seitenkette. Bergamottin kommt natürlich in der Bergamotte und der Grapefruit vor, in geringeren Mengen auch in anderen Zitrusfrüchten.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Name Bergamottin
Andere Namen
  • Bergamotine
  • Bergaptin
  • 4-[(2E)-3,7-dimethylocta-2,6-dienoxy]furo[3,2-g]chromen-7-on (IUPAC)
Summenformel C21H22O4
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7380-40-7
EG-Nummer (Listennummer) 639-137-1
ECHA-InfoCard 100.166.792
PubChem 5471349
Wikidata Q568006
Eigenschaften
Molare Masse 338,40 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Bergamottin ist, wie auch 6′,7′-Dihydroxybergamottin, ein Inhibitor von CYP3A4 und mitverantwortlich für den verlangsamten Abbau mancher Arzneimittel nach dem Konsum von Grapefruits.[2][3][4] Durch Bergamottin steigt die orale Bioverfügbarkeit und die Plasmakonzentration dieser Arzneimittel.[5] Die IC50 von Bergamottin bei CYP3A4 liegt unter 10 μM.[6] Die IC50 für Bergamottin bei CYP1B1 liegt bei 13,86 μM.[6]

Bergamottin kann durch Extraktion mit Ethylacetat aus dem Saft der Grapefruit und anschließender Kieselgel-Chromatographie und HPLC isoliert werden.[6] Der Nachweis von Bergamottin erfolgt über HPLC mit UV-Detektor oder durch Massenspektrometrie.[7]

Biosynthese

Bergamottin wird über den Shikimat-Weg gebildet.[8] Das Demethylsuberosin (3) wird durch Alkylierung aus Umbelliferon (2) gebildet.[9] Die Alkylierung beginnt mit Dimethylallylpyrophosphat. Ein Ringschluss erzeugt Marmesin (4) unter Verbrauch von NADPH und Sauerstoff durch eine Cytochrom-P450-Monooxygenase.[10] Anschließend wird diese Reaktion zweimal wiederholt, einerseits zur Entfernung der Hydroxyisopropylgruppe von Marmesin (4), wodurch Psoralen (5) gebildet wird, andererseits zur Anfügung einer Hydroxygruppe, wodurch Bergaptol (6) entsteht.[11] Bergaptol wird anschließend mit S-Adenosylmethionin (SAM) methyliert, wodurch Bergapten (7) entsteht. Durch Reaktion mit Geranylpyrophosphat entsteht Bergamottin (8).

Einzelnachweise

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