Berkheim

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Berkheim ist eine oberschwäbische Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Biberach in Deutschland.

Pfarrkirche St. Konrad in Berkheim
Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Berkheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berkheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 3′ N, 10° 5′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 569 m ü. NHN
Fläche: 25,02 km²
Einwohner: 3275 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88450
Vorwahlen: 07354, 08395
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Coubronplatz 1
88450 Berkheim
Website: www.gemeinde-berkheim.de
Bürgermeister: Walther Puza
Lage der Gemeinde Berkheim im Landkreis Biberach
Karte
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Kloster Bonlanden, um 1900

Geographie

Berkheim liegt fünf Kilometer westlich von Memmingen an der Iller in der Region Donau-Iller.

Zur Gemeinde gehören neben Berkheim auch die Ortsteile Bonlanden, Illerbachen und Eichenberg.

Geschichte

Berkheim im alten Reich

Berkheim wurde erstmals 1093 in der Gründungsurkunde des Klosters Ochsenhausen urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 in Teilen zum Territorium der prämonstratensischen Reichsabtei Rot an der Rot sowie zum Territorium der Reichsabtei Ochsenhausen. Nach der Säkularisation übten von 1803 bis 1806 die Grafen von Wartenberg und die Grafen von Schaesberg die Herrschaft aus.

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich drei abgegangene Burgen: Burg Berkheim, Burg Schelleneigen und der Adelssitz Illerbachen.

Berkheim seit württembergischer Zeit

Im Jahre 1806 wurde Berkheim in das Königreich Württemberg eingegliedert. Seitdem gehörte die Illertalgemeinde zum Oberamt Leutkirch. Durch die Verwaltungsreform von 1938 während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Berkheim zum Landkreis Biberach.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet der Ort 1945 in die Französische Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Ortsteil Bonlanden

Der Ort Bonlanden wurde erstmals urkundlich im Jahre 1128 als Bonlandin erwähnt. Am 17. April 1855 legte Faustin Mennel den Grundstein des Klosters Bonlanden, das heute das Mutterhaus der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau ist.

Religion

Berkheim ist traditionell römisch-katholisch geprägt. Die katholische Kirchengemeinde St. Konrad gehört zur Seelsorgeeinheit Rot-Iller im Dekanat Biberach.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Berkheim besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis (mit Vergleichszahlen der Wahl 2019):

Weitere Informationen Partei / Liste, Stimmenanteil ...
Partei / Liste 2024 2019
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
CDU 66,3 % 8 53,0 % 6
Unabhängige Freie Wähler 33,7 % 4 29,2 % 4
WIR Frauenliste -- -- 17,8 % 2
Wahlbeteiligung 65,8 % 58,2 %
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Bürgermeister

Im April 2011 wurde Walther Puza mit 91,46 % der Stimmen zum Nachfolger von Michael Sailer gewählt. In der Wahl am 24. März 2019 wurde er mit 92,4 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeindepartnerschaften

Berkheim unterhält seit 1992 eine Gemeindepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Coubron im Département Seine-Saint-Denis.

Wappen

Wappen der Gemeinde Berkheim
Wappen der Gemeinde Berkheim
Blasonierung: „In Rot ein goldener (gelber) Pilgerhut mit umlaufender goldener (gelber) Kordel, vorne zweifach verknotet und in zwei Quasten endend, oben begleitet von zwei goldenen (gelben) Muscheln.“[2]
Wappenbegründung: Der Pilgerhut und die Pilgermuscheln sind Attribute des heiligen Willebold, dessen Fest in Berkheim jedes Jahr feierlich begangen wird. Die Wappenfarben sind die der Grafen von Calw, deren Geschlecht dieser Heilige angehört haben soll. Der Legende nach kam er als Pilger im Jahre 1230 krank nach Berkheim, wo er unter wunderbaren Zeichen in einer Scheune verstarb. Seine Überreste ruhen in der Ortskirche. Das Innenministerium hat das Wappen und die Flagge am 18. November 1957 verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Berkheim liegt an der Ostroute der Oberschwäbischen Barockstraße.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Berkheim liegt an der Bundesautobahn 7 Flensburg Füssen mit der Ausfahrt Berkheim sowie an der Bundesstraße 312 (Memmingen Stuttgart Flughafen).

Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-Württemberg[4] ist Berkheim über den Ortsteil Eichenberg und über Erlenmoos und Ochsenhausen mit Biberach an der Riß und in der anderen Richtung über Egelsee (Gemeinde Tannheim) Richtung Memmingen verbunden.

Bildungseinrichtungen

Berkheim verfügt über eine eigene Grundschule. Im Ortsteil Bonlanden besteht eine Förderschule.

Unternehmen

In Berkheim befindet sich der Firmensitz des Bauunternehmens Max Wild, welches sich besonders durch Abbrüche von Industrie- und Firmengebäuden, wie zum Beispiel den Teil-Abriss der alten Messe Stuttgart, im gesamten süddeutschen Raum einen Namen gemacht hat.

Persönlichkeiten

Pfarrhof – ehemalige Sommerresidenz Reichsabtei Rot an der Rot (2014)

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die in Berkheim lebten oder wirkten

  • Willebold von Berkheim († 1230), Pilger und Heiliger
  • Faustin Mennel (1824–1889), Ordensgründer der „Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis Unserer Lieben Frau“ OSF
  • Maria Wiborada Ziesel OSB, (um 1935–2013)
  • Grete Huchler (1916–1993), Künstlerin und Kunsterzieherin
  • Sandro Cortese (* 1990), Motorradrennfahrer

Literatur

  • Gemeinde Berkheim. In: August Friedrich Pauly (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Leutkirch (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 18). Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart / Tübingen 1843 (Volltext [Wikisource]).
  • Berkheim. Heimatbuch zum 750jährigen Todesjahr des Heiligen Willebold. Texte: Alfred Rude, Gertrud Beck, Eugen Ruß. Hg.: Katholische Kirchengemeinde Berkheim. 1980
  • Alfred Rauß und Eugen Ruß: Haus- und Hofgeschichten der Gemeinde Berkheim, 2 Bde., Biberach 2018, ISBN 978-3-947348-15-2
  • Nikolaus Betscher – Gestern Heute Morgen. Hg. Nikolaus Betscher-Gesellschaft Berkheim, Redaktion Alfred Rude und Walther Puza, #COM+Musik+Verlag Ammerbuch, 2020, ISBN 978-3-949110-00-9

Einzelnachweise

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