Bernhard Heinrich Overberg

deutscher Theologe und Pädagoge From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernhard Heinrich Overberg (auch Bernard Heinrich Overberg oder Bernard Overberg; * 1. Mai 1754 in Voltlage; † 9. November 1826 in Münster) war ein deutscher katholischer Theologe und Pädagoge.

Bernhard Heinrich Overberg
Statue Bernhard Heinrich Overbergs am Overberg-Kolleg in Münster,
geschaffen 1889 von dem Bildhauer Heinrich Fleige

Leben und Wirken

Bernhard Heinrich Overberg war der Sohn des Töddenhändlers Bernhard Overberg und dessen Ehefrau Maria Gertrud, geb. Kerck. Overberg wurde am 20. Dezember 1779 durch Bischof Wilhelm von Alhaus zum Priester geweiht und 1783 durch den Generalvikar Franz Freiherr von Fürstenberg als Leiter der Normalschule in Münster nach Münster berufen, wo er Unterrichtskurse für Lehrer abhielt. Damit gestaltete er als Lehrer der Lehrer das Bildungsniveau in Münster und Westfalen. 1809 ernannte man ihn zum Regens des Priesterseminars, 1816 zum Konsistorial- und Schulrat.

Bekannt wurde Overberg durch die für ihre Zeit musterhafte „Allgemeine Schulverordnung für das Münsterland“ vom 3. September 1801. In ihr empfahl er Unterrichtsgespräche statt reinem Auswendiglernen. Ab 1789 war Overberg Seelsorger von Amalie von Gallitzin bis zu ihrem Tod 1806. Seiner Pädagogik folgte auch die Erziehung der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und ihrer Geschwister.

Für die religiöse Bildung verfasste Overberg einen Katechismus „zum Gebrauche der größern Schüler“, indem er die Inhalte des Catechismus Romanus in einer für Jugendliche verständlichen Sprache wiedergab.[1] Sein Katechismus war derart erfolgreich, dass er 1835 bereits in 29. Aufl. erschien und bis in die 1850er Jahre nachgedruckt wurde. Der Aschendorff Verlag schmückte sich damit, dass er sich als „Verlagsbuchhandlung von Overbergs Schriften“ bezeichnete.

Zu Overbergs bedeutenden Schülern gehörte der Theologe und Pädagoge Josef Annegarn.

Grab Overbergs in der Überwasserkirche, Münster

Overberg war darüber hinaus Dekan und Pfarrer von Liebfrauen-Überwasser. Sein Grab befindet sich seit 1902 im Chorraum der Überwasserkirche in Münster.

Ehrungen und Gedenken

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. verlieh Overberg 1818 den Roten Adlerorden 3. Klasse. 1823 wurde Overberg Ehrenmitglied des Münsteraner Domkapitels.

Nach Overberg sind zahlreiche Schulen und Bildungseinrichtungen benannt, darunter das Overberg-Kolleg in Münster, außerdem zahlreiche Straßen im gesamten Bundesgebiet. Zu seinen bedeutenden Schülern gehörte der Theologe und Pädagoge Josef Annegarn.

Anlässlich des 250. Geburtstages von Bernhard Heinrich Overberg feierte die Gemeinde Voltlage 2004 ein Festjahr mit zahlreichen Veranstaltungen. Die hl. Messe zum Schluss des Festjahres zelebrierte Bischof Franz-Josef Bode.

Schriften

  • Anweisung zum zweckmäßigen Schulunterricht für die Schullehrer im Hochstifte Münster. Münster 1797 (ULB Münster)
  • Ueber die Moden, Gespräch einer Lehrerinn mit ihren größern Pensionären, nebst einigen Anmerkungen. Münster 1807 (ULB Münster)
  • Sämtliche Schriften für Schulen. Sechs Bände (in mehreren Teilen, einige bis zur 8. Auflage). Aschendorff, Münster 1800–1858.
  • Katechismus der christkatholischen Lehre zum Gebrauche der größern Schüler, (welche den kleinen Katechismus gelernt haben) nach Anleitung des Religions-Handbuchs. Aschendorff, Münster 1804 und weitere Auflagen.

Literatur

Fußnoten

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