Bernhard Timm

deutscher Manager, Vorstandsvorsitzender der BASF AG From Wikipedia, the free encyclopedia

Bernhard Jonn Christian Timm (* 29. September 1909 in Pinneberg; † 9. Januar 1992 in Heidelberg) war ein deutscher Physiker, Chemiker und Manager. Er war von 1965 bis 1974 Vorstandsvorsitzender der BASF AG. Sein Verdienst besteht in der Ausrichtung der BASF zu einem internationalen Großkonzern.

Leben

Bernhard Timm wurde in Holstein geboren und war der Sohn des Getreidekaufmanns Christian Timm. Nach dem Besuch des Reform-Realgymnasiums in Altona wollte Timm zunächst Mathematik studieren, wechselte aber nach dem ersten Semester an der Universität Heidelberg zur Physik, Chemie und Astronomie. Er war Mitglied der Burschenschaft Normannia zu Heidelberg[1] und wurde 1934 in Physik zum Dr. phil. nat. promoviert. 1936 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ammoniak-Laboratorium der zur I.G. Farben gehörenden BASF (Badische Anilin- & Sodafabrik AG) in Ludwigshafen.

Nach Kriegsende war Timm Dolmetscher und Mitarbeiter von Carl Wurster, der 1952 Chef der aus dem I.G.-Farben-Komplex ausgegründeten BASF wurde. 1950 wurde Timm Direktor, 1952 stellvertretender Vorstandsvorsitzender, 1965 Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender. Unter Timm begann die Expansion zu einem weltweiten Konzern. Er war von 1965 bis 1974 Vorstandsvorsitzender der BASF AG in Ludwigshafen und von 1974 bis 1983 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Weitere Aufsichtsratsmandate hatte er unter anderem bei der Mannheimer Versicherung AG (als stellvertretender Vorsitzender) und der AEG-Telefunken AG Berlin/Frankfurt. Ab 1966 war er zudem Honorarprofessor an der Universität Heidelberg.

Bernhard Timm war verheiratet mit Helma Timm, geborener Birk, hatte einen Sohn (Dieter) und lebte bis zu seinem Tod in Heidelberg.

Ehrungen

  • 1969: Ehrendoktor (Dr.-Ing. E. h.) der Universität Stuttgart
  • 1969: Ehrendoktor (Dr. rer. nat. h. c.) der Universität Mainz
  • 1969: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland
  • 1970/1971: Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker
  • 1973–1980: Mitglied im Wissenschaftsrat
  • 1974: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland
  • Ältestenrat im Verband der Chemischen Industrie e. V. Frankfurt
  • Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Krebsforschung in Deutschland
  • Wissenschaftlicher Beirat beim Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg
  • Senator E. h.
  • Castner-Medaille der Society of Chemical Industry (London)

Literatur

  • Timm, Bernhard (Jonn Christian). In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 10 (Thies – Zymalkowski), K. G. Saur, München/Leipzig 2008, ISBN 978-3-598-25040-8, S. 46.
  • Timm, Bernhard. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1252–1253.

Einzelnachweise

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