Berthold Sutter

österreichischer Bibliothekar, Rechtshistoriker und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Berthold Sutter (* 7. Juli 1923 in Graz; † 20. September 2004 ebd.) war ein österreichischer Bibliothekar, Rechtshistoriker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Berthold Sutter studierte nach der Matura in Graz und dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg ab 1945 zunächst Medizin, dann seit dem Sommersemester 1946 Geschichte und Germanistik an der Universität Graz. 1948 promovierte er bei Heinrich Appelt mit einer Dissertation aus dem Bereich der Mediävistik. Ab 1949 wurde er Mitarbeiter der Steiermärkischen Landesbibliothek, deren Bibliotheksdirektor er von 1962 bis 1967 war. Im Jahre 1963 habilitierte er sich an der Universität Graz für Allgemeine Geschichte, 1964 außerdem für deutsche Rechtsgeschichte bzw. österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte. 1967 wurde er Ordinarius für Vergleichende Rechtsgeschichte an dieser Universität. Er wirkte insbesondere beim Aufbau des dortigen „Instituts für Europäische und vergleichende Rechtsgeschichte“, durch zahlreiche Veröffentlichungen und öffentliche Vorträge im kulturellen Bereich der Stadt Graz sowie in den Medien. Sutter arbeitete u. a. über die Geschichte der Universität Graz und ihrer Rechtswissenschaftlichen Fakultät, außerdem über Johannes Kepler in Graz.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (Red.): Die Steiermark. Land, Leute, Leistung. Styria, Graz 1956 (2. Aufl. 1971).
  • Die Badenischen Sprachenverordnungen von 1897. Ihre Genesis und ihre Auswirkungen vornehmlich auf die innerösterreichischen Alpenländer. Zwei Bände (= Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, Bd. 46 u. 47). Böhlau, Graz 1960/1965 (= Habilitationsschrift Universität Graz).
  • (Red., mit Alexander Novotny): Innerösterreich 1564–1619 (= Joannea, Bd. 3). Styria, Graz 1967.
  • Die Ausgleichsverhandlungen zwischen Österreich und Ungarn 1867–1918. In: Südostdeutsches Archiv, Bd. 11 (1968), S. 71–111.
  • Die innere Lage Ungarns vor dem Ersten Weltkrieg in der Beurteilung deutscher Diplomaten. In: Südostdeutsches Archiv, Bd. 13 (1970), S. 119–194 u. Bd. 14 (1971), S. 188–224.
  • Johannes Keplers Lebensweg (= Grazer Universitätsreden, Bd. 9). Kienreich, Graz 1972.
  • Johannes Keplers Stellung innerhalb der Grazer Kalendertradition des 16. Jahrhunderts. Die landschaftlichen Mathematiker der Steiermark als Kalenderiographen. In: Berthold Sutter (Hrsg., mit Paul Urban): Johannes Kepler, 1571–1971. Gedenkschrift der Universität Graz. Leykam, Graz 1975, S. 208–373.
  • Johannes Kepler und Graz. Im Spannungsfeld zwischen geistigem Fortschritt und Politik. Ein Beitrag zur Geschichte Innerösterreichs. Leykam-Verlag, Graz 1975, ISBN 3-7011-7049-5.
  • (Red.): Geschichte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. Bd. 1ff. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1978ff.
  • (Hrsg.): Reformen des Rechts. Festschrift zur 200-Jahr-Feier der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz. Leykam-Verlag, Graz 1979, ISBN 3-7011-7096-7.
  • Der Hexenprozess gegen Katharina Kepler. Kepler-Gesellschaft, Weil der Stadt 1979 (2. Aufl. 1984).
  • Wissenschaft und geistige Strömungen zwischen dem Augsburger Religionsfrieden und dem Dreißigjährigen Krieg. In: Friedrich Seck (Hrsg.): Wissenschaftsgeschichte um Wilhelm Schickard (= Contubernium, Bd. 26). Mohr, Tübingen 1981, S. 153–240, ISBN 978-3-515-08004-0.
  • (Hrsg.): Forschen – Lehren – Verantworten. Festgaben zur Vierhundert-Jahr-Feier der Karl-Franzens-Universität Graz. Neun Bände. Böhlau, Wien 1985–1988.

Festschrift

Einzelnachweise

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