Besi Merah Putih
Miliz (Wanra)
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Besi Merah Putih (BMP) ist der Name einer etwa 200 Mann starken pro-indonesischen Miliz (Wanra), die am 27. Dezember 1998 in Cai-Cassa, Osttimor, gegründet wurde.[2] Sie operierte von Maubara aus hauptsächlich im Distrikt Liquiçá, und in der Umgebung des Flusses Lóis, westlich der Hauptstadt Dili. Allerdings gab es auch Einsätze in Dili und Mitglieder reisten auch nach Oe-Cusse Ambeno und arbeiteten dort mit der Sakunar zusammen.[3.1]

Ihr Name bedeutet übersetzt rotes und weißes Eisen.[4.1]
Hintergrund
Die Führung der Miliz hatte Manuel de Sousa inne, mit Unterstützung von Leoneto Martins, dem Distriktsadministrator (Bupati) von Liquiçá, und dem Subdistrikts-Administrator (Camat) José Afat. Der indonesische Ex-General Prabowo hatte direkte Verbindungen zu Besi Merah Putih und trainierte Angehörige auf einem Kopassus-Stützpunkt nahe Bogor in Westjava.[2] Der indonesische Armeeangehörige führten aktiv die Miliz. So der Unteroffizier Tomé Diogo. Militärgeheimdienst SGI und dem lokalen Militärkommando arbeiteten schon früh zusammen mit der Miliz.[5]
Junge Männer, die Mitte der 1990er Jahre als Spitzel für die Kopassus angeworben wurden, waren die ersten Mitglieder der BMP.[4.2] Dazu kamen viele der 200 Mitglieder der 1995 gegründeten Miliz Gadapaksi.[3.2] Die Miliz Pana wurde schon bald der BMP angeschlossen.[3.3] Mit Hilfe des Militärs brachte man auch Milizionäre von außerhalb nach Osttimor, so aus Westtimor, Sulawesi und Sumatra.[5.1] Insgesamt schätzt man die Mitgliederzahl auf 600. Die Bewaffnung bestand zumeist aus traditionellen Waffen, wie Macheten und Messern, es gab aber auch Schusswaffen bis hin zu automatischen Gewehren aus den Beständen der indonesischen Streitkräfte.[3.1]
Stützpunkte befanden sich in Vatuboro, Vaviquinia, Dato, Fatumasi und Maumeta.[3.4]
Verbrechen
Die BMP galt als eine der gefürchtetsten in Osttimor während der Unruhen vor und nach dem Unabhängigkeitsreferendum 1999. Offen rief Martins dazu auf, CNRT-Mitglieder zu verprügeln, ihre Häuser niederzubrennen und deren Führer zu ermorden.[5.2][6] Sie wird für Brandstiftung, Mord, Folter und Vergewaltigung in hunderten Fällen verantwortlich gemacht.[5]
Besonders bekannt wurde das Kirchenmassaker von Liquiçá am 6. April und der Überfall auf einen Hilfskonvoi in Liquiçá am 4. Juli. Hier wurden 77 Personen getötet. Der Konvoi war gerade auf dem Weg zurück von Sare (Distrikt Ermera), wo er tausende Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt hatte, nach Dili, als er in der Stadt Liquiçá überfallen wurden. In diesem Konvoi waren auch Vertreter von sechs osttimoresischen NGOs (darunter die Caritas Osttimor), des UNHCR und der UNAMET.[7]
Ehemalige Mitglieder der BMP sagten vor Gericht aus, dass, bevor die Miliz in den Kampf zog, sie einen Cocktail aus Alkohol, Tierblut und Drogen tranken. Außerdem berichteten sie, dass Milizionäre Trophäen von ihren Opfern sammelten, indem sie Ohren und Penisse abschnitten.[5]
Am 11. Dezember 2012 wurden drei Mitglieder der BMP zu Haftstrafen verurteilt. Faustino Filipe de Carvalho, der ehemalige Suco-Chef von Ulmera, wurde zu sechs Jahren verurteilt, wegen illegaler Gefangensetzung und Deportation von Zivilisten. Miguel Soares, der in Besite aktiv war, erhielt neun Jahre Gefängnis wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von Fransisco Brás. Der BMP-Kommandant Salvador de Jesus wurde wegen der Beteiligung an der Ermordung von Felix Barreto und Francisco Brás zu 16 Jahren verurteilt.[8]