Bezirk Treptow

ehemaliger Bezirk von Berlin (jetzt Teil von Treptow-Köpenick) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Bezirk Treptow [ˈtreːptoː] war ein Verwaltungsbezirk in Berlin. Er wurde im Rahmen des Groß-Berlin-Gesetzes am 1. Oktober 1920 gegründet. Nach 1945 lag er im Sowjetischen Sektor Berlins und gehörte bis 1990 zu Ost-Berlin. Am 1. Januar 2001 wurde er mit dem Nachbarbezirk Köpenick zum neuen Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin zusammengeschlossen.

Schnelle Fakten Wappen von Treptow Treptow Ehemaliger Bezirk von Berlin, Politik ...
Wappen von Treptow
Wappen von Treptow
Treptow
Ehemaliger Bezirk von Berlin
Karte
Karte
Koordinaten 52° 29′ 0″ N, 13° 28′ 46″ O
Höhe 34 m
Fläche 40,65 km²
Einwohner 114.598 (31. Dez. 2000)
Bevölkerungsdichte 2819 Einwohner/km²
Politik
Letzter Bezirksbürgermeister Siegfried Stock (SPD)
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Gliederung

Der Bezirk Treptow war in mehrere Ortsteile gegliedert:

Geschichte

Rathaus Treptow

Der Bezirk Treptow entstand entlang der Görlitzer Bahn, die sich längs durch den ehemaligen Bezirk zieht. Diese Bahntrasse begann am ehemaligen Görlitzer Bahnhof am Nordende des Ortsteils Alt-Treptow und führt parallel zur Straßenmagistrale des Adlergestells nach Königs Wusterhausen. Der Bezirk Treptow erstreckte sich als langgestrecktes Gebiet von der Innenstadt Berlins bis zur Stadtgrenze.

Zu beiden Seiten der Görlitzer Bahn entwickelten sich Industriegebiete, und aus den dörflichen Ortschaften wuchsen Stadtteile Berlins heran, die 1920 eingemeindet wurden. Vom Besiedlungsanfang in Alt-Treptow liegen die Siedlungsgebiete im Wechsel links/rechts an der Bahnstrecke/Straßenstrecke, Plänterwald (östlich), Baumschulenweg (westlich), Niederschöneweide (östlich), Johannisthal (westlich), Adlershof (östlich), Altglienicke (westlich), danach Grünau (östlich, zum Stadtbezirk Köpenick) und Bohnsdorf (westlich). Auch hinter der Stadtgrenze Berlins läuft die durchgehende Besiedlung entlang der Görlitzer Bahn weiter, es folgen Eichwalde, Zeuthen, Wildau (je östlich) bis ins Siedlungsgebiet von Königs Wusterhausen.

Die letzten drei Ortschaften liegen schon im Grünen, jeweils im Osten den Zeuthener See, im Westen die Görlitzer Bahn mit den Kiebitzer Feldern und dem heutigen Flughafen Berlin-Schönefeld. Diese Ortschaften ohne Industriegebiete wurden daher bei der Eingemeindung 1920 nicht berücksichtigt und blieben eigenständige Gemeinden im Kreis Teltow in der Provinz Brandenburg.

Mit der Berliner Gebietsreform gab der Bezirk mit Wirkung zum 1. April 1938 den Ortsteil Oberschöneweide und die Wuhlheide an den Bezirk Köpenick ab. Gleichzeitig kam Bohnsdorf vom Bezirk Köpenick zum Bezirk Treptow. Vom Bezirk Neukölln fielen im Raum Späthsfelde die Gebiete nordöstlich des Teltowkanals an den Bezirk Treptow. Die Einwohnerzahl des Bezirks sank durch die Grenzänderungen um 20.024 und die Fläche des Bezirks verringerte sich um 45 Hektar.[1]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bezirk Treptow Teil des Sowjetischen Sektors von Berlin und gehörte bis 1990 zu Ost-Berlin. Von 1961 bis 1990 verlief entlang der Grenze zu seinen westlichen Nachbarbezirken Kreuzberg und Neukölln die Berliner Mauer.

Seit 2001: Der neue Bezirk Treptow-Köpenick in Berlin, gebildet aus den ehemaligen Bezirken Treptow (hellgrün) und Köpenick (mittelgrün)

Durch die Bezirksreform 2001 ging der Bezirk Treptow im neuen Bezirk Treptow-Köpenick auf.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner[2]
192597.524
1933124.534
1937127.245
19390118.159 1
1946108.035
1950112.702
1955111.300
1960113.263
Jahr Einwohner[3]
1965130.543
1970132.348
1975126.761
1980122.969
1985111.072
1990102.295
2000114.598
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1 
Bevölkerungsverlust bei der Bezirksreform von 1938[4]

Politik

Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung

Stimmenanteile der Parteien in Prozent:

1921–1933

Weitere Informationen Jahr, USPD ...
Jahr USPD KPD SPD DVP DNVP DDP1 Zen NSDAP
1921 20,5 12,7 23,8 16,0 10,9 07,5 03,5
1925 01,4 21,6 35,5 06,4 17,6 07,2 03,4
1929 26,9 30,9 06,3 15,6 05,2 03,9 04,3
1933 20,1 24,1 10,5 01,7 04,5 37,7
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1 1933 DStP

1946

Weitere Informationen Jahr, SPD ...
Jahr SPD SED CDU LDP
1946 40,7 31,2 19,3 08,8
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1992–1999

Weitere Informationen Jahr, SPD ...
Jahr SPD PDS CDU FDP Grüne
1992 35,4 27,2 14,7 03,4 11,5
1995 28,3 33,7 21,9 08,9
1999 24,7 36,3 27,4 01,0 04,1
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Bezirksbürgermeister

Weitere Informationen Zeitraum, Name ...
ZeitraumNamePartei
1921–1933   Julius Grunow USPD/SPD
1933–1945 Julius Koehne NSDAP
1945 Paul May KPD
1945–1946 Paul Donner KPD/SED
1946–1948 Erwin G. Bennewitz SPD
1948–1951 Paul Ickert SED
1951–1952 Elfriede Dallmann NDPD
1952–1959 Paul Gräfe SED
1959–1961 Joachim Hoffmann SED
1961–1963 Walter Sack SED
1963–1965 Fritz Strutzke SED
1965–1967 Horst Stranz SED
1967–1974 Walter Sack SED
1974–1977 Franz Stengl SED
1977–1981 Günter Scheel SED
1981–1986 Günther Manow SED
1986–1989 Günter Polauke SED
1990–1998 Michael Brückner SPD
1998–2000 Siegfried Stock SPD
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Commons: Bezirk Treptow – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Bezirk Treptow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Bezirk Treptow – Reiseführer

Einzelnachweise

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