Bickendorf

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Bickendorf ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an und liegt in der Südeifel am Mittellauf der Nims.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Bickendorf
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bickendorf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 2′ N,  30′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Bitburger Land
Höhe: 299 m ü. NHN
Fläche: 5,49 km²
Einwohner: 559 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54636
Vorwahl: 06569
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 014
Adresse der Verbandsverwaltung: Hubert-Prim-Straße 7
54634 Bitburg
Website: bitburgerland.de
Bürgermeister: Dietmar Tures
Lage der Ortsgemeinde Bickendorf im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Bickendorf, Nimstalbrücke
Bickendorf, Jean Bertels 1597

Geographie

Die Ortsgemeinde Bickendorf liegt im Nimstal circa acht Kilometer nördlich der Kreisstadt Bitburg. Die Gemarkung umfasst 549 ha. Der nächstgrößere Ort ist Rittersdorf, die nächste Stadt ist Bitburg.

Zu Bickendorf gehört der Wohnplatz Finkenhof.[2]

Geschichte

Der Ortsname geht auf die Zeit der fränkischen Landnahme ab dem 8. Jahrhundert zurück. Erstmalige Erwähnung fand „Bickendorf“ im Jahre 832 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Echternach. Seit dem 13. Jahrhundert, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, stand der Ort in luxemburgischer Herrschaft.

Alte Poststation

Spätestens seit dem 16. Oktober 1596 bestand in Bickendorf eine Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Arzfeld, Binsfeld und Lieser nach Rheinhausen, Augsburg, Innsbruck und Italien, belegt durch die vom Posthalter Joutz unterschriebene Postordnung.[3][4] Diese Poststation wurde jedoch bereits 1680/81 infolge der massiven Kursverlagerungen unter Einbeziehung der Städte Luxemburg und Trier aufgehoben.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bickendorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815208
1835253
1871303
1905309
1939391
1950444
1961398
JahrEinwohner
1970427
1987426
1997432
2005486
2011491
2017521
2024559[1]
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Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Bickendorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[7]

Bürgermeister

Dietmar Tures (parteilos) wurde am 24. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Bickendorf.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 66,55 Prozent der Stimmen gewählt worden.[9] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er ohne Gegenkandidat mit 78,9 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[10]

Der Vorgänger von Tures, Arnold Berg, hatte das Amt von 2009 bis 2019 ausgeübt.[11]

Wappen

Wappen der Ortsgemeinde Bickendorf
Wappen der Ortsgemeinde Bickendorf
Blasonierung: „Unter blauem, von vierfachem Zinnenschnitt geteilten Schildhaupt in Gold ein rotbewehrter und -gezungter, roter, abgerissener Löwenkopf[12]
Wappenbegründung: Der Zinnenschnitt im Wappen symbolisiert das von der Familie Du Sartz de Vigneul im 18. Jahrhundert erbaute Herrenhaus, die sog. Burg, ebenso beziehen sich die Farben Gold und Blau auf das Wappen der Familie während der rote Löwenkopf auf die Enscheringer Herren hinweist.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Burgstraße 4, Gutshaus (18. Jh.)
    Gutshaus mit sehenswertem Garten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts
  • Pfarrkirche St. Martin mit barockem Altar
  • Nimsbrücke von 1920 aus rotem Sandstein
  • Heimatmuseum Von Freher
  • Wegekreuze, darunter zwei von 1623 und 1626, ergänzen die denkmalwerte Bausubstanz
  • Der Ortskern Burgstraße ist als Denkmalzone ausgewiesen.
  • Kriegerdenkmal auf dem Friedhofsgelände

Grünflächen und Naherholung

  • Wanderrouten in und um Bickendorf[13]
  • St. Martin, Altarwand (1738)
    Durch Bickendorf verläuft auch der Nimstal-Radweg

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort verfügt über eine Kindertagesstätte, eine Grundschule mit einer Gemeinde- und Turnhalle und einem Bolzplatz, eine kath. Pfarrkirche (St. Martin), zwei Spielplätze, einen Dorfplatz, eine Grillhütte und eine Kapelle.

Bickendorf hat mehrmals am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erfolgreich teilgenommen.

Eine Bushaltestelle wird mehrmals täglich von Bussen der RMV angefahren. Der nächste Bahnhof ist Bitburg-Erdorf an der Eifelstrecke Köln–Trier.

Persönlichkeiten

  • Christoph von Veyder (1620/1640–1697), Herr zu Bickendorf, erwirbt 1680 die Burg Rittersdorf[16]
  • Alexander du Sartz de Vigneulles (1682–1758) heiratet 1707 Anna Maria von Veyder, Tochter von Christoph von Veyder, und wird Herr zu Bickendorf.[17]
  • Karl Ernst Schrod (1841–1914), Weihbischof von Trier, geboren in Bickendorf
  • Johannes Fuchs (1874–1956), Verwaltungsjurist und Politiker (Zentrum), Oberpräsident der preußischen Rheinprovinz, Reichsminister

Literatur

  • Ernst Wackenroder (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg (= Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 12/I). Trier 1983, ISBN 3-88915-006-3, S. 37–38 (315 S., Mit 12 Tafeln und 227 Abb. im Text. Nachdruck der Ausgabe Schwann, Düsseldorf 1927).
Commons: Bickendorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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