Bidogno

Fraktion / Ortsteil und ehemalige Gemeinde in Capriasca im Kanton Tessin, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

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Bidogno
Wappen von Bidogno
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Capriasca
Gemeinde: Capriascai2
Postleitzahl: 6958
frühere BFS-Nr.: 5150
Koordinaten: 720885 / 104338
Höhe: 810 m ü. M.
Fläche: 3,49 km²
Einwohner: 324 (31. Dezember 2007)[1]
Einwohnerdichte: 93 Einw. pro km²
Website: www.capriasca.ch
Karte
Bidogno (Schweiz)
Bidogno (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 19. April 2008
Kirche Maria delle Grazie und Kreuzweg
Bidogno, Kreuzweg mit Denti della Vecchia im Hintergrund

Bidogno ist eine ehemalige politische Gemeinde im Kreis Capriasca, Bezirk Lugano, des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie

Das Dorf liegt auf etwa 800 m ü. M. in der Val Colla (Tal), 9 Kilometer nördlich von Lugano, am rechten Ufer des Cassarate, von Kastanienhainen umgeben.

Geschichte

Das Dorf wird erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich als Biadogno erwähnt und ist als Dauersiedlung wohl im Zusammenhang mit der in der Val Colla von den Einwohnern der Capriasca betriebenen transhumanten Weidewirtschaft entstanden. Zur Pfarrei Bidogno, die sich 1615 von Tesserete löste, gehörten Somazzo, Treggia (Ortsteil von Lopagno) und Corticiasca (mit dem Ortsteil Carusio).[2]

Am 20. April 2008 haben Bidogno, Corticiasca und Lugaggia mit der bisherigen Gemeinde Capriasca (Hauptort Tesserete) zur neuen Gemeinde Capriasca fusioniert. Bidogno ist aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[3]

Bevölkerung

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten[4][5]

Infolge des Niedergangs der Landwirtschaft entvölkerte sich die Gemeinde im Lauf des 20. Jahrhunderts.[6]

Verkehr

Bidogno liegt an einer Nebenstrasse, die von Tesserete aus auf der nördlichen Talflanke des Val Colla nach Colla führt. Auf dieser Strasse verkehren Postautokurse von Tesserete nach Insone.[7] Im Talboden unterhalb des Dorfes verbindet eine weitere Nebenstrasse Tesserete mit Maglio di Colla. Auf dieser Strasse verkehren Postautokurse, die von Tesserete aus über Maglio di Colla nach Sonvico fahren.[8]

Sehenswürdigkeiten

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[9]

  • Die Kirche San Barnaba wurde auf den Fundamenten einer älteren romanischen Kirche errichtet und im Jahr 1487 geweiht[10], sie enthält Stuckarbeiten in der Madonnakapelle und in der Antoniuskapelle sowie das Wandbild Heilige Stefano und Sebastiano im Persbiterium
  • Gemälde mit Erzengel[10]
  • Die Kirche Madonna Della Divina Maestà (oder Maria Delle Grazie) wurde zwischen 1644 und 1646 erbaut[10]
  • Die begüterten Familien des Dorfes stifteten einen von 14 kleinen Kapellen gesäumten Kreuzweg, der zwischen 1756 und 1758 erbaut wurde[10]
  • Bürgerhaus mit Granitportal[10]
  • Zwei Schalensteine im Ortsteil Barco delle pecore (1100 m ü. M.)[11]

Persönlichkeiten

  • Biduino (erwähnt 1180 in Pisa, 1181 in Lucca), Bildhauer tätig in der Toskana, möglicherweise ursprünglich aus Bidogno. Seine Tätigkeit in der Kirche von San Cassiano a Settimo wird durch eine Inschrift aus dem Jahr 1180 bezeugt[12][13][14][15]
  • Ermenegildo Bindella (* 4. Oktober 1900 in Bidogno; † 8. November 1973 ebenda), Lautefabrikant, Maler[16]
  • Giuseppe Quattrini (* 24. November 1913 in Bidogno), Lautefabrikant[17]
  • Ugo Canonica (* 2. Dezember 1918 in Willisau Land; † 21. Mai 2003 in Lugano), Schulinspektor, Dichter, Schriftsteller, Redaktor der Gazzetta Ticinese[18][19][20][21]
  • Tarcisio Canonica (* 11. Dezember 1931 in Bidogno), Kunstmaler, Zeichner, schuf plastische Kunst[22]
  • Mirto Canonica (* 12. August 1941 in Bidogno), Kunstmaler, Zeichner, Schüler von Carlo Cotti, schuf Collage und Zeichnung[23]

Literatur

  • Franco Binda: Il mistero delle incisioni, Armando Dadò editore, Locarno 2013, ISBN 978-88-8281-353-6.
  • Luisa Canonica: La memoria della figlia. In: Il Cantonetto. 16. Jahrgang, Nummer 4, Lugano, Oktober 2009, aber Dezember 2010.
  • Antonio Gili: Bidogno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 8. Dezember 2023.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 381–382.
  • Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Bidogno. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1974, S. 51–60.
  • Celestino Trezzini: Bidogno In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2, Beringen – Bion, Attinger, Neuenburg 1924, S. 236 (PDF Digitalisat)

Einzelnachweise

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