Bindsachsen

Ortsteil von Kefenrod From Wikipedia, the free encyclopedia

Bindsachsen ist ein Ortsteil der Gemeinde Kefenrod im hessischen Wetteraukreis.

Schnelle Fakten Gemeinde Kefenrod ...
Bindsachsen
Gemeinde Kefenrod
Koordinaten: 50° 21′ N,  10′ O
Höhe: 307 m ü. NHN
Fläche: 10,19 km²[1]
Einwohner: 824 (2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 63699
Vorwahl: 06049
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Geschichte

Wehrkirche mit spätgotischem, wehrhaften Chorturm (um 1500). Schiff mit seltsamen starkem Strebpfeiler. Im Kern romanischer Saalbau.

Ortsgeschichte

Als „officium Benzensasen“ erstmals urkundlich erwähnt wurde Bindsachsen am 11. August 1276. 1324 schrieb man „Byntzensassen“ und 1370 „Bintzensassen“.[3] Der Name lässt darauf schließen, dass sich erste Sassen (= Siedler) am Ufer des Wolfsbaches an den Binsen niederließen.

Ganz in der Nähe wurden Hügelgräber aufgedeckt. Auf der Seite der Büdinger Mark wohnten schon Menschen, lange bevor es das Dorf selbst gab.

1398 verlieh König Wenzel dem Grafen Johann I. von Isenburg in Büdingen das Gericht Wolferborn zu einem Burglehen. Dieses hatte er mit Friedrich von Lißberg in Ganerbschaft inne. Zu dem Burglehen mit allem Zubehör gehörten die Dörfer Hitzkirchen, Kefenrod, Bindsachsen und Rinderbügen.[4]

Bis zum Dreißigjährigen Krieg war Bindsachsen ein wohlhabendes Dorf. Durch die Pest und Seuchen verarmte das Dorf, die Einwohnerzahl sank stark. Im Jahr 1655 lebten nur elf Familien im Dorf. Erst um 1711 stieg die Zahl der Dorfbewohner wieder deutlich. Zwischen 1828 und 1861 wanderten 60 Einwohner nach Brasilien und in die Vereinigten Staaten aus. In den folgenden Dekaden blieb die Bevölkerungszahl bei ca. 500 Einwohnern. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Zahl der Einwohner durch die Einweisung von 90 Personen aus dem Böhmerwald deutlich an. In den folgenden Jahrzehnten bis zur Jahrtausendwende kletterte die Einwohnerzahl durch einige Neubaugebiete auf über 900 Einwohner.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Kefenrod, Bindsachsen, Burgbracht und Hitzkirchen zur erweiterten Gemeinde Kefenrod.[5] Zum 1. August 1972 kam kraft Landesgesetz die Gemeinde Helfersdorf hinzu.[6][7] Für alle eingegliederten Gemeinden und Kefenrod wurden Ortsbezirke errichtet.[8]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Bindsachsen angehört(e):[1][9][10]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Bindsachsen 813 Einwohner. Darunter waren 15 (1,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 150 Einwohner unter 18 Jahren, 327 zwischen 18 und 49, 180 zwischen 50 und 64 und 156 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 330 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 108 Paare ohne Kinder und 111 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 222 Haushaltungen lebten keine Senioren.[14]

Einwohnerentwicklung
Bindsachsen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022
Jahr  Einwohner
1834
 
539
1840
 
529
1846
 
545
1852
 
509
1858
 
514
1864
 
500
1871
 
498
1875
 
510
1885
 
504
1895
 
479
1905
 
487
1910
 
515
1925
 
535
1939
 
491
1946
 
677
1950
 
693
1956
 
641
1961
 
641
1967
 
654
1970
 
673
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2010
 
831
2011
 
813
2015
 
821
2022
 
824
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Gemeinde Kefenrod[15]; Zensus 2011[14]; 2022[2]
Historische Religionszugehörigkeit
 1961:552 evangelische (= 86,12 %), 85 katholische (= 13,26 %) Einwohner[1]

Politik

Für Bindsachsen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Bindsachsen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[8] Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 49,70 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Bindsachsen“ an.[16] Der Ortsbeirat wählte Volkmar Heil zum Ortsvorsteher.[17]

Bauwerke

Von 1470 bis 1480 erhielt die Kirche in Bindsachsen ihr heutiges Aussehen. Um Überfälle zu verhindern, wird sie zur Wehrkirche und mit einer Mauer umgeben. Um 1540 wird Bindsachsen evangelisch. Am 7. September 1796 wurde die Kirche vom durchziehenden Korps Bernhadotte geplündert und als Pferdestall benutzt. Die Bänke wurden verbrannt. In den Jahren 1812, 1901 und zuletzt 1966 sollte die Kirche jeweils abgerissen werden. Letzten Endes wurde sie jedes Mal renoviert bzw. instand gesetzt.

Kulturdenkmäler

Persönlichkeiten

  • Friedrich Dettweiler (* 28. August 1864 in Bindsachsen; † 9. Mai 1939 auf Schloss Reichenberg (Odenwald)), Tierzüchter
  • Alfred Druschel (* 4. Februar 1917 in Bindsachsen; † 1. Januar 1945 bei Aachen), Oberst der Luftwaffe

Anmerkungen und Einzelnachweise

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