Birgit Laubach

deutsche Rechtsanwältin und Publizistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Birgit Laubach (* 17. März 1949 in Wiesbaden; † 9. Januar 2026 in Berlin[1][2]) war eine deutsche Rechtsanwältin und Publizistin.[3][4]

Birgit Laubach (2013)

Werdegang

Nach dem Abitur studierte Birgit Laubach Rechtswissenschaften, Psychologie und Philosophie an den Universitäten Mainz, Genf und Heidelberg. Im Zentrum ihrer Dissertation stand das Thema Europäische Bürgerrechte für Ausländer und Ausländerinnen.[4] Die Promotion erfolgte an der Universität Bielefeld.[5]

1972 begann Laubach mit einer Tätigkeit als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in Frankfurt am Main. Seit 1976 war sie als Rechtsanwältin tätig.[4]

1984 war Laubach für die erste Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bereich der Frauenpolitik als Beraterin tätig.[6]

Ab 1998 war Birgit Laubach Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR (UKPV).[7]

In den Jahren von 1990 bis 2002 war Laubach Justitiarin der ostdeutschen Bundestagsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen sowie seit 1994 Justitiarin und stellvertretende Fraktionsgeschäftsführerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen.[4] Birgit Laubach war Mitautorin des Antidiskriminierungsgesetzes[8] und später des Einwanderungsgesetzes.[9][10]

Zentrale der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte, Schumannstr. 8[11] (Westseite)

In den Jahren von 2002 bis 2013 war Birgit Laubach Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung und hat die Vorläuferstiftung, die Heinrich Böll Stiftung Köln, mit begründet.[6] Sie hatte maßgeblichen Anteil an der Errichtung des 2008 eingeweihten Hauses der Heinrich-Böll-Stiftung in der Schumannstraße 8 in Berlin.[12]

Birgit Laubach war Mitgründerin und bis 2024 Geschäftsführerin der elbarlament GmbH („Elbarlament - Kulturen der Demokratie“), einer Beratungsgesellschaft für private und öffentliche Akteure (u. a. Regierungen, Parlamenten und Zivilgesellschaften).[13][14][15]

Aktivitäten

Birgit Laubach setzte sich seit vielen Jahren für Toleranz und die Gleichberechtigung in der Gesellschaft ein.[3][16][17] Seit der Errichtung der TuWas – Stiftung für Gemeinsinn am 13. Juni 2013 bis zum Jahr 2025[12] war sie ehrenamtlich deren Vorsitzende des Vorstands.[18] Darüber hinaus war Birgit Laubach bis zur Auflösung der Stiftung im Jahr 2025[12] Vorstandsvorsitzende der Stiftung Frauen in Europa.[19]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Doris Janshen, Sarah Jansen, Herta Däubler-Gmelin, Ulrike Teubner, Luise Morgenthal, Birgit Laubach, Dagmar Kampf, Sibylle Plogstedt, Laetitia C. Orschel u. a.: Sexuelle Gewalt. Erfahrungen, Analysen, Forderungen. Hrsg.: Arbeitskreis Sexuelle Gewalt beim Komitee für Grundrechte u. Demokratie e.V. Komitee für Grundrechte u. Demokratie, Sensbachtal 1985, ISBN 978-3-88906-017-4 (198 S., meta-katalog.eu [abgerufen am 25. Februar 2026]).
  • Birgit Laubach: Die Frau als Citoyenne. Für eine Frauen- und eine Männerkammer. In: feministische studien e.V. (Hrsg.): feministische studien. Nr. 9. Walter de Gruyter (Verlag), Berlin 1991, doi:10.1515/fs-1991-s117 (5 S., degruyterbrill.com [PDF; abgerufen am 25. Februar 2026]).[20]
  • Birgit Laubach: Verwaltungsvorschriften des neuen Ausländergesetzes: Vorschläge zur Berücksichtigung der besonderen Lebenssituation ausländischer Frauen und Mädchen (= Gutachten / niedersächsisches Frauenministerium). Stand: Juni 1992 Auflage. Niedersächs. Frauenministerium, Hannover 1992 (dnb.de [abgerufen am 30. November 2019]).
  • Birgit Laubach: Bürgerrechte für Ausländer und Ausländerinnen in der Europäischen Union: Unionsbürger und Drittstaatsangehörige - ein Vergleich (= Schriftenreihe europäisches Recht, Politik und Wirtschaft. Bd. 223). 1. Auflage. Nomos-Verl.-Ges, Baden-Baden 1999, ISBN 978-3-7890-6254-4 (dnb.de [abgerufen am 30. November 2019]).
  • Ulrich K. Preuß, Peter-Tobias Stoll, Birgit Laubach und Joscha Schmierer: Die Zukunft des Völkerrechts in einer globalisierten Welt. Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung im Nomos Verlag. Nomos Verlag, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-1812-4 (238 S., boell.de [abgerufen am 13. März 2026]).
  • Birgit Laubach: Deutsches Europa oder europäisches Deutschland. In: www.boell.de. 1. Oktober 2009, archiviert vom Original am 17. Oktober 2019;.
  • Birgit Laubach: Verfassung und internationales Recht in einer globalisierten Welt. In: www.boell.de. 26. November 2009, archiviert vom Original am 30. November 2019;.

Einzelnachweise

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