Birkmannsweiler liegt im Tal des Buchenbachs südöstlich der Kernstadt Winnenden. Am südwestlichen Ortsrand verläuft die Landesstraße L 1140.
Umliegende Ortschaften sind Baach im Norden, Bürg und Rettersburg im Nordosten, Oppelsbohm im Osten, Bretzenacker und Lehnenberg im Südosten, Breuningsweiler im Südwesten, Winnenden im Westen sowie Höfen im Nordwesten.
Geschichte
Birkmannsweiler wurde 1304 als Berkamswiler erstmals erwähnt. Wahrscheinlich geht der Ortsname auf den germanischen Personennamen Bergan zurück.[1] Ursprünglich gehörte das Dorf zur Herrschaft Winnenden. Der Ort kam vermutlich 1325 an Württemberg (Amt Winnenden), doch hatte der Deutschorden auch hier Besitz. Im Jahr 1545 umfasste der Ort bereits 42Haushalte. 1665 veräußerte der finanziell angeschlagene Orden unter Johann Caspar von Ampringen seinen Besitz in der Region an Herzog Eberhard III. von Württemberg. Im 17. Jahrhundert lebte der AmtmannHans Jacob Breuning in Birkmannsweiler. 1612 veröffentlichte Breuning erstmals seine Reiseberichte aus dem Orient.
Im Rahmen der Gebietsreform wurde Birkmannsweiler am 1.Januar 1974 als letzte Nachbargemeinde zur Stadt Winnenden eingegliedert.
1894: 524 (506 evangelisch, 1 katholisch, 17 mit anderem Bekenntnis)[7]
1961: 1.033
1970: 1.610
Religion
Bereits im Mittelalter existierte in Birkmannsweiler eine nach dem Heiligen Ulrich von Augsburg benannte Kapelle. Seit der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich ist Birkmannsweiler wie ganz Altwürttemberg evangelisch geprägt. Eine eigene Pfarrei Birkmannsweiler wurde 1840 errichtet. Römisch-katholische Christen zogen erst nach dem Zweiten Weltkrieg in nennenswerter Zahl zu; sie besuchen die Messe in Winnenden.[8]
Politik
Schultheißen und Bürgermeister
Die Schultheißen waren zumeist wohlhabende und angesehene Landwirte, die man umgangssprachlich auch Bauraschultes (Bauernschultheiß) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß durch Bürgermeister ersetzt.
Liste der Schultheißen und Bürgermeister (unvollständig, Amtszeiten teilweise unklar):
Wappenbegründung: Die Birke war schon auf den frühesten Dienstsiegeln der Gemeinde dargestellt. Im Jahr 1930 erschien die Birke erstmals in einem Wappenschild auf Stempeln der Gemeinde.
Die Farben der Gemeinde waren Weiß-Grün.
Mit der Auflösung der Gemeinde Birkmannsweiler ist das Wappen 1974 erloschen. Es kann jedoch von lokalen Vereinen und Privatpersonen zur Traditionspflege verwendet werden, etwa als Abzeichen, Autoaufkleber oder als Wimpel.
die evangelische Pfarrkirche St. Ulrich (Kirchweg 16). Die nach dem Heiligen Ulrich von Augsburg benannte Kirche wurde mehrmals (1697, 1851) umgebaut. Der Turm wurde 1870 angebaut. Das Altarkreuz von 1697 wurde wahrscheinlich von Johann Leßle geschaffen.
Birkmannsweiler im 17. Jahrhundertdas Herrenhaus Buchenbachhof (heute Forsthaus) in der Flur Baurenwiesen ist der Siedlungsrest eines 1442 erwähnten ritterschaftlichen Hofguts das als Buchenbachhof mit Schloss und Kapelle, Wirtschaftsgebäuden, Umwehrung und Stausee in den Kieserschen Forstlagerbüchern aufgeführt wurde.[11]
Evangelische Pfarrkirche (2018)
Herrenhaus Buchenbachhof, jetzt Forsthaus (2017)
Buchenbachhof um 1685 (Forstlagerbücher von Andreas Kieser)
Gedenkstätten
In Birkmannsweiler wurden zwei Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Die im Oktober 2016 verlegte Gedenktafel vor dem Haus Hauptstraße103 erinnert an Hermann Grünspan, der 1941 als Jude im KZ Jungfernhof bei Riga ermordet wurde.[12] Für den blinden Karl Christoph Kögel, der im Giebelweg5 seinen letzten frei gewählten Wohnsitz hatte, wurde am 1.Juli 2019 ein Stolperstein verlegt.[13] Er wurde im Februar 1943 in die Staatliche Heil- und Pflegeanstalt Zwiefalten eingewiesen und dort ein Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde.
Carl Alexander von Württemberg (1684–1737), elfter regierende Herzog von Württemberg, von 1728 bis 1737 Eigentümer des Buchenbachhofs.
Literatur
Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen, S. 118 f.
Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN. Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1990. ISBN 3-12-258290-2, S. 222.
Stadt Winnenden, Kultur- und Heimatvereinigung Birkmannsweiler e.V. (Hrsg.):700 Jahre Birkmannsweiler (=Winnender Veröffentlichungen. Band2). Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2004, ISBN 978-3-89735-275-9.