Alfter (Ortschaft)

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Alfter (auch Alfter-Ort) ist eine Ortschaft in der gleichnamigen Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens, am westlichen Stadtrand von Bonn.

Schnelle Fakten Gemeinde Alfter ...
Alfter
Gemeinde Alfter
Koordinaten: 50° 44′ N,  1′ O
Höhe: 87 (52,5–165) m ü. NHN
Fläche: 11,94 km²[1]
Einwohner: 8663 (1. Okt. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 726 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Eingemeindet nach: Alfter
Postleitzahl: 53347
Vorwahl: 02222
Blick auf Alfter (2016)
Blick auf Alfter (2016)
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Blick auf Olsdorf

Geographie

Die Ortschaft Alfter liegt unmittelbar nordwestlich der Bundesstadt Bonn am östlichen Rand des Vorgebirges. Sie grenzt im Norden an die Stadt Bornheim, im Osten an die Stadt Bonn, im Süden an die Ortschaft Gielsdorf und im Westen an die Gemeinde Swisttal.

Die höchste Erhebung liegt nahe dem Herrenhaus Buchholz an der Grenze zu Roisdorf () mit 165 m ü. NHN, der niedrigste Punkt liegt in der Flur Am neuen Weiher () mit 52,5 m ü. NHN.[2] Durch Alfter fließt der Alfterer Bornheimer Bach mit zahlreichen Zuflüssen.

Geschichte

FO. Alfter, Elbgermanisches Gefäß (r. o.) aus der Zeit um 10 n. Chr.

Funde belegen, dass die Gegend um Alfter seit der Jungsteinzeit, so auch in fränkischer und römischer Zeit besiedelt ist. Seit der Römerzeit waren die Orte des Vorgebirgshanges ein wichtiges Weinanbaugebiet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde vornehmlich Spätburgunder angebaut.

Alfter wird erstmals 1067 urkundlich erwähnt. Es führte damals den Namen Alvetra. Später hieß der Ort Halechtre (1116), Alftera (1196) bzw. Alffter (1618). Bis 1969 war Alfter eine selbständige Gemeinde mit den Orten Birrekoven und Olsdorf. Zu Alfter gehörte auch der untergegangene Ort Pelz, der nur noch im Straßennamen „Pelzstraße“ fortbesteht. Zeitweise gehörte auch Roisdorf zur Herrlichkeit Alfter im kurkölnischen Amt Brühl. Seit 1969 ist Alfter nördlichste Ortschaft der Gemeinde Alfter. Mit 8663 Einwohnern ist sie die größte Ortschaft der Gemeinde.[1]

Landesherrlich war das heutige Gebiet Alfters Teil des Kurfürstentums Köln. Alfter gehörte zur Herrlichkeit Alfter (mit Birrekoven, Olsdorf und Roisdorf), die im Besitz der Grafen von Salm-Reifferscheid war,[3] Gielsdorf gehörte zum Dingstuhl Gielsdorf, Oedekoven zum Dingstuhl Duisdorf, Witterschlick zum Dingstuhl Godesberg. Nach der Inbesitznahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Einführung neuer Verwaltungsstrukturen (1798) wurden die Ortschaften der „Mairie Oedekoven“ zugeordnet, die zum Kanton „Bonn externe“ im Rhein-Mosel-Département gehörte. Roisdorf kam zur „Mairie Waldorf“. Unmittelbar an der nördlichen Grenze von Alfter verlief damals die Grenze zum Rur-Département. Nach den auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen, die Mairie wurde in die Bürgermeisterei Oedekoven im Landkreis Bonn überführt, zu der auch die Bonner Stadtteile Buschdorf und Lessenich/Meßdorf gehörten.

Die Bürgermeisterei Oedekoven (ab 1927 „Amt Oedekoven“) ging 1937 im Amt Duisdorf auf. Die amtsfreie Gemeinde Alfter entstand am 1. August 1969 im Zuge der kommunalen Gebietsreform aus den ehemals selbständigen Gemeinden Alfter, Gielsdorf, Impekoven, Oedekoven und Witterschlick.[4]

Inzwischen mit Alfter zusammengewachsen sind die kleineren Ortschaften Birrekoven und Olsdorf, die beide nie selbständig waren. Birrekoven liegt im Südwesten Alfters nahe Gielsdorf. Zwischen diesem und Birrekoven fließt der Mirbach und liegen einige Felder. Birrekoven hat eine eigene kleine Kapelle „Mariä Opferung“.[5][6] Oberhalb von Birrekoven liegt zudem die „Judas-Thaddäus-Kapelle“.[7] Zu Olsdorf gehört der oberhalb auf der Olsdorfer Heide gelegene Johannishof. Der Johannishof war ein großer Bauernhof, der von Halfen bewirtschaftet wurde. Heute ist er Sitz der Alanus-Hochschule (Campus I). Olsdorf wurde in früherer Zeit auch Alsdorf geschrieben.

Religion

Bis in das 19. Jahrhundert hinein gehörte die Bevölkerung fast ausschließlich zur römisch-katholischen Kirche, in Alfter gab es auch eine kleine jüdische Gemeinde.

Der jüdische Friedhof (Beth Olam – Haus der Ewigkeit) an der Grenze zu Bornheim wurde laut Gedenkstein erstmals 1719 urkundlich erwähnt. Die jüdische Gemeinde in Alfter (sie bestand seit mindestens Anfang des 17. Jahrhunderts) ist durch den Holocaust des NS-Staates ausgelöscht worden. Alfter hat 1949 die Pflege des Friedhofs übernommen. Er steht seit 1987 unter Denkmalschutz.

Neben der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus verfügt Alfter seit 1996 über die Evangelische Kirche am Herrenwingert.

Politik

Gemeinderat

Wappen der Herren von Alfter bei Anton Fahne

Fünf Wahlbezirke (und ein Stimmbezirk) der 16 Wahlbezirke der Gemeinde Alfter sind der Ortschaft Alfter zugeordnet. Bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 wurden alle Wahlbezirke von der CDU gewonnen, somit stellt diese Partei für Alfter sechs Vertreter im Gemeinderat.

Weitere Informationen Wahlbezirk, Name ...
Wahlergebnisse im Detail
WahlbezirkNameParteiErgebnisWahlbeteiligung
010Hans Thomas EhlersCDU32,54 %49,64 %[8]
020Joslyn Cathrin Josephiné Felicita ReingenCDU25,72 %58,01 %[9]
030Mario CiesielskiCDU25,96 %64,36 %[10]
040Daniel JungCDU28,03 %71,17 %[11]
050Martin Andreas ForsterCDU27,77 %64,30 %[12]
061Imad Krebs-RahiCDU30,92 %63,46 %[13]
Der Wahlbezirk 060 besteht aus den Stimmbezirken 061 (Alfter) und 062 (Gielsdorf).
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Bürgermeister und Ortsvorsteher

Seit der Eingemeindung 1969 gibt es in Alfter Ortsvorsteher, vorher ehrenamtliche Bürgermeister.[14.1]

Weitere Informationen Name, Partei ...
Ortsvorsteher
NameParteivonbis
Norbert LehnaCDU2018
Werner JarochCDU20012018
Margarete OffermannCDU19842001
Josef HippchenUWG19791984
Heinrich HergartenCDU19751979
Peter WinterscheidCDU19701975
Johann GimnichCDU19691970
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Weitere Informationen Name, Partei ...
Bürgermeister
NameParteivonbisAnmerkung
Johann GimnichFWG19611969
Johann KreutzbergCDU19561961
Heinrich WeilerCDU19481956W. hatte dieses Amt auch von 1929 bis 1933 inne.
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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kunst

Alanus Campus II (weitere Bilder)

Die Kunst in Alfter ist durch die Alanus Hochschule geprägt. Überall im Ort finden sich Exponate, insbesondere im Ortszentrum Schloss/Hertersplatz/Herrenwingert, im Broich-Park und vor allem am Johannishof (Campus I).[15]

Sprache

Im Ort wird von vielen Einheimischen noch Alfterer Platt gesprochen.

„… wobei es Alfterer Platt eigentlich gar nicht gibt. Wir sprechen Vürjebirchsplatt, was wiederum Landkölsch ist und zwischen Köln, Brühl und Alfter gesprochen wird.“

Luise Wiechert, stellvertretende Bürgermeisterin[16]

Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

  • Die Burg Alfter stammte (spätestens) aus dem 12. Jahrhundert (erstmals erwähnt 1117, Herren de Halechtre). Ab 1188 war mit dem Anwesen das kurkölnische Erbmarschallamt verbunden.[17] Im 15. Jahrhundert kam sie in den Besitz der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck. Die Burg wurde 1468 durch Brand zerstört.[18] Aus dem Friedensvertrag von 1481 geht hervor, dass die Burg wieder aufgebaut wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aus nicht bekanntem Anlass erneut niedergebrannt und wieder aufgebaut. 1583 wurden der Ort, die Burg und das angrenzende Anna-Kloster im Truchsessischen Krieg überfallen und komplett zerstört.[19] Der heutige Bau, eine unregelmäßig geschlossene Rechteckanlage, wurde 1721 von Graf Wilhelm von Salm errichtet. Das hufeisenförmige Herrenhaus und der Wirtschaftshof stammen aus derselben Zeit.
  • In nächster Nähe zum Schloss steht die katholische Kirche Sankt Matthäus sowie ein Gebäude, das nach der Grundschule seit 1992 die öffentliche Bücherei beherbergt, und ein Fachwerkhaus, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückgeht.
  • Am Hertersplatz steht auch das ehemalige St. Anna-Kloster.
  • Fachwerkhaus Hertersplatz 13
  • Jüdischer Friedhof (Alfter)

Auf dem Gebiet der Ortschaft Alfter sind 30 (Stand: April 2025) bauliche Anlagen oder Teile baulicher Anlagen als Baudenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalens ausgewiesen. Sie sind in der Denkmalliste der Gemeinde Alfter eingetragen.

Bodendenkmäler

Die „Hangmotte“ genannte Erdwallanlage, eine ehemalige Fliehburg befindet sich zwischen der Straße Görreshof im Süden und dem Buchholzweg im Norden (südlich von Herrenhaus Buchholz). Zu den Bodendenkmälern in Alfter gehören auch mehrere römische Übungslager und die „Römische Wasserleitung“.

Siehe auch

Grünflächen und Naherholung

Der Naherholung dienen der Naturpark Rheinland, der teilweise auf Alfterer Gebiet liegt, mit der Ville und dem Vorgebirge. Größere, offene Wasserflächen gibt es in Alfter nicht, dafür ortsnahe/innerörtliche Parks (Jakob-Wahlen-Park,[21][22] Broich-Park[23][24]) mit kleinen Wasserflächen, gespeist durch den Alfterer Bornheimer Bach bzw. seine Zuflüsse. Oberhalb von Alfter gibt es den Aussichtspunkt Böhling, der Blicke nach Bonn, in das Rheintal, auf das Siebengebirge und auf Alfter eröffnet.

Der Schlosspark ist öffentlich nicht zugänglich. Er steht teilweise der OGS und den Bewohnern des Schlosses zur Verfügung. Auch Veranstaltungen der Donnerstag-Gesellschaft finden dort statt. Im privaten Anna-Garten am Haus der Alfterer Geschichte werden historische Exponate (landwirtschaftliches Gerät u. ä.) gezeigt, er ist öffentlich zugänglich.

Alfter gehört zu den Gemeinden, die im Grünen C zusammengeschlossen sind. Mit dem Wegenetz, den Stationen und anderen Elementen des Grünen C wurde versucht, weitere Elemente der Naherholung zu schaffen.

Sport

Fußball

Waldstadion (2014)

Einer der Fußballvereine, der VfL Alfter, spielte zeitweise in der Mittelrheinliga, der höchsten Liga des Fußballverbandes Mittelrhein und der fünfthöchsten Spielklasse in Deutschland. Die zweite Mannschaft des VfL Alfter spielt in der Kreisliga B, der zweithöchsten Spielklasse im Fußballkreis Bonn. Der Sportplatz der Ortschaft Alfter, das sogenannte Waldstadion, befindet sich wie die Alanus-Hochschule auf dem Vorgebirgsberg am Strangheidgesweg. Auf dem ehemaligen Tennenplatz wurde im Sommer 2008 ein Kunstrasen verlegt.

Tennis

Der Tennisclub Alfter (TC Alfter e. V.) nimmt an den Mannschaftsmeisterschaften des Tennisverbandes Mittelrhein teil.

Tischtennis

Der TTC Blau-Weiß Alfter e. V. ist einer der ältesten Tischtennisclubs des Westdeutschen TT-Verbandes. Er entstand 1946 aus Mitgliedern des Schützenvereins, deren junge Mitglieder aufgrund des Nachkriegs-Schießverbotes ein neues Betätigungsfeld suchten. Seitdem nimmt der TTC Alfter am Spielbetrieb des Westdeutschen Tischtennisverbandes mit Damen-, Herren-, Jugend- und Schülermannschaften teil.

Sonstiges

Der Sportverein Alfterer Sport-Club (ASC) verfügt über Volleyball-, Leichtathletik-, Radsport-, Breitensport und Walkingabteilungen.[25]

Kulinarische Spezialitäten

Alfter liegt in einem klimatisch und geologisch begünstigten Gebiet, so dass viele Sorten Salat, Kräuter und Gemüse wie auch Erdbeeren und Rhabarber gut gedeihen. Insbesondere der Alfterer Spargel (Anbaugebiet „Bornheim“) war schon frühzeitig überregional bekannt und gefragt.[26] Spargel in allen denkbaren Varianten ist deshalb in der Saison Bestandteil der Speisekarten der örtlichen Restaurants. Zu den Alfterer Spezialitäten zählt auch der Rebellenblut genannte Brombeerwein.

Brauchtum

Alfterer Karneval

Der Karneval hat in Alfter eine lange Tradition. Eine Quelle von 1623 verweist bereits auf den „Hochfastelabent“ in Alfter.[27] Ebenso wird davon ausgegangen, dass der Begriff „Veilchendienstag“ aus Alfter stammt.[28]

Kirmes

In Alfter wird dreimal Kirmes gefeiert

  • Anna-Kirmes – Zu Ehren der hl. Anna, der Patronin des früheren Klosters, wird Ende Juni (Annentag 26. Juni) diese „Kleinkirmes“ auf dem Herrenwingert ausgerichtet.
  • Groß-Kirmes – Zu Ehren des hl. Matthäus, dem Patron der Pfarrkirche, findet diese Kirmes in der Regel am dritten Wochenende (Matthäustag 21. September) ebenfalls auf dem Herrenwingert statt.
  • Birrekovener Kirmes – Das Patrozinium der Birrekovener Kapelle Mariä Opferung fällt auf den 21. November. Am dritten Wochenende im November wird deshalb diese Kirmes bei der Kapelle gefeiert.

Traditionsvereine

In Alfter gibt es zahlreiche Vereine, die im Ortsausschuss organisiert sind.[29]

Traditionsvereine mit über 100-jähriger Geschichte sind

  • Alfterer Große Karnevalsgesellschaft (1912)
  • Chor und Orchester St. Matthäus Alfter (1866)
  • Festkomitee Alfterer Karneval 1910 e. V. (1910)
  • Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Alfter (1902)
  • Gemeinschaft kath. Frauen St. Matthäus Alfter (1907)
  • Heimatverein Alfter e. V. (1892)
  • Männergesangverein „Concordia“ 1891 Alfter e. V. (1891)
  • Prinzengarde Alfter 1926 e. V. (1926)
  • St. Hubertus-Matthäus-Schützenbruderschaft Alfter (1848)
  • St. Josefsverein Alfter (1899)
  • VfL Alfter (1925)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Am nördlichen Rand von Alfter liegt der Haltepunkt Alfter/Alanus Hochschule der Vorgebirgsbahn, wo die Linien 18 und 68 des Stadtbahnnetzes Rhein-Sieg verkehren. Weiterhin verkehren in Alfter Linienbusse der Regionalverkehr Köln und SWB Bus und Bahn. Alfter gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS).

Weitere Informationen Linie, Verlauf ...
Linie Verlauf Takt
18 Buchheim U Bf Mülheim    U Mülheim Wiener Platz Zoo/Flora U Reichenspergerplatz U Ebertplatz U Breslauer Platz/Hbf   U Dom/Hbf   U Appellhofplatz (Breite Straße) U Neumarkt Barbarossaplatz Eifelwall   Sülzgürtel Klettenberg Efferen Hürth-Hermülheim Fischenich Brühl-Vochem Brühl Mitte Brühl Süd Badorf Schwadorf Walberberg Merten Waldorf Dersdorf Bornheim Roisdorf West Alfter Dransdorf Bonn West Bonn Hbf   10 min (Buchheim–Reichenspergerplatz)
5 min (Reichenspergerplatz–Klettenberg)
10 min (Klettenberg–Schwadorf)
20 min (Schwadorf–Bonn)
68 Bornheim Roisdorf West Alfter Dransdorf Bonn West U Bonn Hbf   U Universität/Markt U Juridicum U Bundesrechnungshof/Auswärtiges Amt U Museum Koenig U Heussallee/Museumsmeile Ollenhauerstraße Olof-Palme-Allee Robert-Schuman-Platz Rheinaue U Ramersdorf einzelne Fahrten (Mo–Fr an Werktagen)
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Ansässige Unternehmen

Chronik der Familie Faßbender
Salatanbau in Alfter

Der Hauptsitz des 1931 in Alfter, Holzgasse, gegründeten Baustoff-Großhandelsbetriebes „Faßbender Tenten GmbH & Co. KG“, dem inzwischen größten Baustoffhändler in der Region Bonn, befindet sich mittlerweile in Oedekoven.[30] Die Firma beschäftigt rund 730 Mitarbeiter und hat einen Jahresumsatz von 170 Millionen Euro.[31]

In Alfter hatte die „Brombeerweinkellerei Rebellenblut“ ihren Firmensitz. Heute wird das Rebellenblut von dem Alfterer Unternehmen Schwadorf Handel und Logistik GmbH & Co. KG vertrieben.

Im Übrigen ist Alfter landwirtschaftlich geprägt.

Öffentliche Einrichtungen

Am Hertersplatz befindet sich die Bücherbrücke – Öffentliche Bücherei Meckenheim/Alfter, Standort Alfter.[32] Sie ist Mitglied der Onleihe Rhein-Sieg. Die früher als Öffentliche Bücherei St. Matthäus als Vertragsbücherei geführte Einrichtung wurde, nachdem sich das Erzbistum Köln aus der Förderung zurückgezogen hatte, als interkommunale Bücherei für Meckenheim und Alfter neu aufgestellt.[33]

Am Herrenwingert steht ein öffentlicher Bücherschrank.

In Alfter hat sich ein FreilichtWanderTheater etabliert, die Freilichtbühne Alfter ().[34] Sie ist Mitglied im Verband Deutscher Freilichtbühnen, gespielt wird am Vorgebirgshang unterhalb des Herrenhaus Buchholz und am Aussichtspunkt Böhling.

Exponate und Veranstaltungen zur Ortsgeschichte gibt es im Haus der Alfterer Geschichte, das sich selbst als „Regionalmuseum“ bezeichnet.[35] Das „Museum“ mit der Adresse Hertersplatz 19 befindet sich hinter der Pfarrkirche St. Matthäus.

Bildung

Tageseinrichtungen für Kinder[36.1]

  • Kita an der Anna Schule
  • Kindertagesstätte Rasselbande
  • Katholische Kindertageseinrichtung St. Matthäus Alfter
  • Elterninitiative Hüppekästchen e. V., Kindertagesstätte
  • Evangelische Matthias-Claudius-Kindertagesstätte
  • Waldorfkindergarten Sonnenblume

Schulen

  • Anna-Grundschule Alfter
  • Vorgebirgsschule, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, Alfter

Weiterbildungseinrichtungen[36.2]

  • Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Heinrich Weiler (1885–1960), Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Alfter von 1929 bis 1933 und von 1948 bis 1956
  • Erich Linden (1898–?), Bildhauer und Maler in Aachen
  • Wilhelm Maucher (1903–1993), Friedenskämpfer und Brombeerweinproduzent
  • Wilhelm Weber (1906–1990), Politiker (SPD), Landtagsabgeordneter
  • Johannes Hippchen (1910–1990), Mediziner und Theologe, Erzbischöfl. Konsistorialrat, Namensgeber der Professor-Hippchen-Straße[37]
  • Günter Schuster (1918–2011), Physiker und Wissenschaftsfunktionär
  • Paul Schneider (1920–2002), Organist und Hochschullehrer
  • Johann Casius „Gimmenichs Häns“ Gimnich (1925–1998), Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Alfter von 1960 bis 1969 und Ortsvorsteher von 1969 bis 1970
  • Margarete „Grete“ Offermann (1928–2009), Ortsvorsteherin von 1984 bis 2001, Namensgeberin des Grete-Offermann-Ring im Gewerbegebiet Alfter Nord[38]
  • Marie Christine Altgräfin zu Salm-Reifferscheidt-Krautheim und Dyck (1932–2010), Tochter von Fürstin Cecilie (Ehrenbürgerin) und Mutter von Simeon Reichsgraf Wolff Metternich zur Gracht (Eigentümer von Schloss Alfter)
  • Paul Faßbender (* 1934), Unternehmer, Stifter, Förderer in Alfter[39][40]
  • Elisabeth Heister-Neumann (* 1955), Politikerin (CDU), Niedersächsische Justizministerin und Kultusministerin
  • Sandra Roth (* 1977), Autorin

Persönlichkeiten, die in Alfter gewirkt haben

  • Peter Baum (1846–1932), Schulleiter in Alfter von 1881 bis 1921, Namensgeber der Rektor-Baum-Straße
  • Johanna Elberskirchen (1864–1943), lebte von 1905 bis 1909 in Alfter und schrieb dort Bücher zur Gesundheit von Kindern.
  • Wilhelms Bergené (* 7. Dezember 1873 in Aachen; † 15. April 1952 in Alfter), von 1914 bis 1947 Pfarrer in Alfter, Namensgeber der Dechant-Bergené-Straße[14.2]
  • Franz zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1899–1958), Unternehmer, lebte in Alfter, Namensgeber der Fürst-Franz-Josef-Straße.
  • Joseph Fassbender (1903–1974), Maler und Grafiker, Mitbegründer der Donnerstag-Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das kulturelle Geschehen im Rheinland nach dem Ende der nationalsozialistischen Unterdrückung wieder zu beleben.
  • Josef Hoff (* 20. Februar 1906 in Köln-Nippes; † 28. Januar 1998 in Frechen), Pfarrer in Alfter von 1962 bis 1974, in Alfter beigesetzt[14.3]
  • Hubert Berke (1908–1979), Maler und Grafiker, Mitbegründer der Donnerstag-Gesellschaft, lebte in Alfter.
  • Hann Trier (1915–1999), Maler, Mitbegründer der Donnerstag-Gesellschaft.
  • Rudolf Thaut (1915–1982), baptistischer Theologe, Rektor des Theologischen Seminars Hamburg, Präsident der Europäisch-Baptistischen Föderation und Vizepräsident des Baptistischen Weltbundes, starb in Alfter.
  • Eva Ohlow (* 1940), Künstlerin, Tochter von Hubert Berke, lebte in Alfter.
  • Klaus Hildebrand (* 1941), Historiker, lebt in Alfter.
  • Frank-Rüdiger Hildebrandt (* 1941), Architekt der Evangelischen Kirche am Herrenwingert, Professor der Alanus Hochschule, lebt in Alfter.
  • Bärbel Steinkemper (* 1947), erste hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Alfter, lebt in Alfter.
  • Joachim Klöckner (* 1949), Autor, Minimalist, lebt in Alfter.[41][42]
  • Eckhard Klieme (* 1954), Bildungsforscher, wohnt in Alfter.
  • Georg Melchior (* 1954), Vorsitzender des Heimatvereins, Träger des Bundesverdienstkreuzes, lebt in Alfter.[43][44]
  • Josef Schmidt (* 1958), Musiker und Musikpädagoge, Träger des Bundesverdienstkreuzes, lebt in Alfter.[45]
  • Ansgar Rieks (* 1959), Generalleutnant a. D. und ehemaliger Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe, lebt in Alfter.
  • Harald Meurer (* 1959), Internet-Unternehmer, lebt in Alfter.[46]
  • Marcelo da Veiga (* 1960), brasilianischer Germanist, Gründungsrektor der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, lebte zeitweilig in Alfter.
  • Thomas Lehnen (* 1967), Flottillenadmiral, lebt in Alfter.
  • Oliver Krauß (* 1969), Politiker (CDU) und MdL, lebt in Alfter.
  • Sabine Trinkaus (* 1969), Autorin, lebt in Alfter.
  • Sebastian Bachmann (* 1986), Florettfechter, lebt in Alfter.

Literatur

  • Josef Dietz, Norbert Zerlett: 900 Jahre Alfter – 1067–1967. Hrsg.: Gemeinde Alfter. Spich 1967 (Festschrift).
  • Engelbert G. Kalkum (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte von Alfter (= Ortsgeschichten der in der Großgemeinde Alfter vereinigten Ortschaften. Band 1). Kirschbaum, Bonn 1989.
  • Christoph Waldecker: Das Archiv der Gemeinde Alfter. Ein Fallbeispiel für eine Neukonzeption. Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-8364-8198-4.
Commons: Alfter – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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