Bisnode
Geschäftsbetrieb
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Die Bisnode AB war ein großer europäischer Anbieter für digitale Wirtschaftsinformationen und Data & Analytics im Bereich B2C und B2B. Das Unternehmen hatte seinen Sitz in Stockholm und war mit Tochterunternehmen in 19[1][2] europäischen Ländern vertreten.
| Bisnode AB | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiebolag |
| Gründung | 1989 |
| Auflösung | 2020 |
| Auflösungsgrund | Übernahme |
| Sitz | Stockholm |
| Leitung | Vorstandsvorsitzender:
|
| Mitarbeiterzahl | 1.994 (2019)[1] |
| Umsatz | 3,8 Mrd. Schwedische Kronen (2019)[1] |
| Branche | Wirtschaftsinformationen, Beratung, Dienstleistung, Informationstechnologie |
| Website | bisnode.de |
| Stand: 16. Januar 2026 | |
Seit 2021 ist das Unternehmen Teil des amerikanischen Datenanalyseunternehmens Dun & Bradstreet.
Das Portfolio umfasste unter anderem Kreditauskünfte, Informationen über Unternehmen und Verbraucher, sowie Marketingwerkzeuge und Informationen für den allgemeinen B2B- und B2C-Markt. In Deutschland hatte Bisnode im Jahr 2013 seine vormaligen Tochterfirmen/-marken Hoppenstedt (Unternehmensinformationen, Kreditauskünfte, Fachzeitschriften) und Dun & Bradstreet (Bonitäts- und Risikoauskünfte) auf die Muttermarke verschmolzen und trat nur noch unter der Marke Bisnode auf.[3] Nur der Hoppenstedt Aktienführer wurde unter seinem eingeführten Namen vertrieben.[4] Dieser wurde 2017 eingestellt.[5]
Geschichte
Bisnodes Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1895. Damals erschien der erste schwedische Handelskalender und Bonnier startete mit dem Geschäftsmodell Wirtschafts- und Unternehmensinformationen. Das zu Bonnier gehörende Unternehmen Affärsdata startete 1982 mit der Veröffentlichung von digitalen Wirtschaftsinformationen. Das Geschäftsmodell erwies sich als erfolgreich und wurde weiter ausgebaut. Als neu gegründetes Tochterunternehmen von Bonnier startete Bonnier Business Information die Expansion im Markt für digitale Wirtschaftsinformation. In der ersten Hälfte der neunziger Jahre expandierte das Unternehmen sehr stark, nicht zuletzt durch mehrere Übernahmen. Der Spezialisierung auf Wirtschaftsinformationen wurde mit Ausgliederung und Umbenennung in Bonnier Affärsinformationen (BAF), 1999, Rechnung getragen. Im September 2005 verschmolzen BAF und das sich im Besitz der Ratos Gruppe befindende Unternehmen Infodata. Im März 2006 firmierte die Gesellschaft in Bisnode um. Im Mai 2007 wurde die WDM-Gruppe übernommen, im Dezember 2008 die Wer liefert was?-Gruppe.[6] Ende August 2009 gab Bisnode den Verkauf seiner Tochterfirmen in Großbritannien und der Republik Irland an D&B UK bekannt. Im Jahr 2012 verkaufte die Gruppe in Deutschland die Wer liefert was?-Gruppe[7], das ABC der deutschen Wirtschaft[8] sowie den Fachzeitschriftenverlag Hoppenstedt Publishing.[9]
Unter CEO Lars Pettersson begann 2012 ein umfangreiches Programm zur Neuausrichtung der Unternehmensgruppe. In allen europäischen Ländern ersetzte Bisnode seine lokalen Marken durch einen einheitlichen Markenauftritt und unterstreicht damit seine europäische Ausrichtung und das internationale Leistungsspektrum der Gruppe.[10]
Im Juni 2015 wurde Magnus Silfverberg, ehemaliger Chief Executive Officer (CEO) des Betssnon Unternehmens, zum neuen CEO der Bisnode AB.[11]
Im Jahr 2017 akquirierte Bisnode den Full-Service Marketingdienstleister Global Group Dialog Solutions AG, welcher wenig später in die Bisnode Marketing GmbH umfirmiert wurde. Ab 2019 war die Global Group vollständig in die Bisnode Deutschland GmbH integriert.
Im Oktober 2020 wurde bekannt gegeben, dass Bonnier and Ratos Bisnode zusätzlich zu den Aktivitäten in Belgien, die separat veräußert werden sollten, an das US-Datenanalyseunternehmen Dun & Bradstreet für 7,2 Milliarden SEK verkauft hat.[12][13] Am 11. Januar 2021 gab Dun & Bradstreet bekannt, dass die Transaktion abgeschlossen war.[14] Es wurde außerdem bekannt gegeben, dass die Marke Bisnode eingestellt wurde und die Dienstleistungen des Unternehmens dann unter dem Namen Dun & Bradstreet vermarktet wurden.
Bisnode in Deutschland
In Deutschland umfasste das Portfolio neben den B2B-Produkten der vormaligen Marken D&B und Hoppenstedt vor allem Produkte in den Bereichen Data & Analytics für B2B und B2C.[15] Bisnode war der größte strategische Partner von Dun & Bradstreet (D&B), einem globalen Anbieter von Wirtschaftsinformationen. Das Unternehmen Bisnode verfügte unter anderem über umfassende Daten zu mehr als 5,7 Millionen deutschen und 130 Millionen europäischen Firmen sowie über das D&B Worldwide Network zu über 312 Millionen Unternehmen weltweit.[15][16]
Wirtschaftliche Kennzahlen
Die Bisnode-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 3.776 Millionen Schwedischen Kronen und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 720 Millionen Schwedische Kronen (EBITDA).[1] Das Unternehmen beschäftigte 1.994 Mitarbeiter in 19 Ländern, davon 319 Mitarbeiter in Deutschland, 43 Mitarbeiter in Österreich und 94 Mitarbeiter in der Schweiz.[1] Das Deutschlandgeschäft von Bisnode wurde von der Bisnode Deutschland GmbH in Darmstadt gesteuert. Dirk Radetzki war als Regional Director DACH für die geschäftlichen Aktivitäten von Bisnode Deutschland verantwortlich. Bisnode war in Deutschland an den Standorten Darmstadt, Hamburg, Düsseldorf, München und Freiburg vertreten. In Österreich war Bisnode in Wien und in der Schweiz in Urdorf, Lugano und Lausanne vertreten. Bisnode erzielte 2019 in diesen drei Ländern zusammen einen Umsatz von 1.126 Millionen Schwedischen Kronen.[1]
Wesentliche Produkte
- Unternehmensdatenbanken
- Adressverkauf
- Bonitätsauskünfte
- Compliance
- Kreditinformationen
- Risikomanagement
- Risikomonitoring
- Geldwäscheprävention
- Stammdatenmanagement
- Marketing Solutions
- Analytical Insights
- Master Data Management
- Kampagnenmanagement und -umsetzung
- Neukundengewinnung, Bestandskundenmanagement oder E-Commerce[15][17]
Deutsche Tochterunternehmen
- Bisnode Deutschland GmbH (100 %) – zentrale deutsche Gesellschaft
- Bisnode D&B GmbH (100 %)
