Bispidin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Bispidin ist eine bicyclische, heterocyclische Verbindung, deren systematischer Name 3,7-Diazabicyclo[3.3.1]nonan lautet.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Bispidin
Allgemeines
Name Bispidin
Andere Namen

3,7-Diazabicyclo[3.3.1]nonan

Summenformel C7H14N2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 280-74-0
PubChem 192720
Wikidata Q866620
Eigenschaften
Molare Masse 126,20 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

158–161 °C[1]

Siedepunkt

190–195 °C (9 Torr)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Vorkommen

Bispidin bildet den Grundkörper einiger Alkaloide wie z. B. Spartein[4] und Cytisin.[5]

Darstellung

Die Synthese von Bispidin kann über eine durch Raney-Nickel katalysierte Hydrierung von Pyridin-3,5-carbonitril erfolgen.[6] Eine mehrstufige Synthese geht vom Pyridin-3,5-dicarboxyethylester aus, der zunächst über Platinoxid zum Piperidin-3,5-dicarboxyethylester hydriert wird. Eine Reduktion mittels Lithiumaluminiumhydrid ergibt dann 3,5-Bis(hydroxymethyl)-piperidin. Durch nucleophile Substitution wird der Dialkohol zunächst in das Dibromid und dann in das Diamid überführt, welches zur Zielverbindung zyklisiert.[7]

Eine neuere Synthese geht von Allylamin und Ethylacrylat aus, wo zunächst in einer doppelten Mannich-Reaktion über 1-Allylpiperidin-4-on das N,N'-Diallylbispidinon gebildet wird. Eine anschließende Wolff-Kishner-Reduktion und Deallylierung mit Chlorameisensäureethylester ergibt das Bispidin.[1]

Bispidinderivate können zum Beispiel durch selektive Michael-Additionen dargestellt werden.[8][9][10]

Eigenschaften

Bispidin ist ein weißer kristalliner Feststoff, der schon ab 135 °C zu sublimieren beginnt.[11] Im geschlossenen Röhrchen kann ein Schmelzpunkt bei 158–161 °C beobachtet werden.[1]

Die Umsetzung mit Formaldehyd ergibt das Diazaadamantan.[7]

Verwendung

Bispidinderivate finden Anwendung in der Chemie als Chelatliganden[12] für Übergangsmetalle.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI