Biwaksack

Nässe- und Kälteschutz für Übernachtungen im Freien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Biwaksack ist ein winddichter, meist auch wasserdichter Sack, der bei Übernachtungen im Freien, dem Biwakieren, als Außenhülle um den Schlafsack verwendet wird und vor Nässe, Schmutz, Auskühlung durch Wind, Funkenflug und anderen schädlichen Einflüssen schützt. Er wird in Ausführungen für eine oder auch für zwei Personen gefertigt und vorwiegend beim Bergsteigen, Klettern oder Trekking benutzt.[1] Als Erfinder des Biwaksacks gilt Mathias Zdarsky.

Biwaksack im Wintereinsatz an der Benediktenwand

Ausführungen und Materialien

Einfache Biwaksäcke bestehen aus wasserdichtem Kunststoff (meist Polyurethan/PU). Sie sind leicht und preiswert, haben aber den Nachteil, dass sich im Laufe mehrerer Stunden an ihrer Innenseite Kondenswasser bildet, das den darunterliegenden Schlafsack befeuchtet. Dieser Prozess wird durch eine niedrige Außentemperatur beschleunigt. PU-beschichtete Biwaksäcke sind deshalb für Wintereinsätze nicht geeignet und können in anderen Jahreszeiten nur dann mehrere Nächte hintereinander verwendet werden, wenn die Möglichkeit besteht, den Schlafsack tagsüber zu trocknen.

Aufwendigere Biwaksäcke werden an ihrer Oberseite aus einer dampfdurchlässigen Membran (z. B. Gore-Tex, Tyvek etc.) oder einem Laminat (z. B. Sympatex, Hyvent etc.) gefertigt, das die Feuchtigkeit teilweise dampfförmig aus dem Inneren nach außen entweichen lässt, ohne jedoch Nässe von außen eindringen zu lassen. Einige Versionen verbauen außerdem Moskitonetze im Kopf-Bereich, um vollständigen Schutz vor Insekten zu bieten.[2]

Einen anderen Einsatzschwerpunkt haben Biwaksäcke aus Baumwolle. Sie sollen bei Übernachtung am Lagerfeuer die oft sehr hitzeempfindlichen Kunstfaser-Stoffe von teuren Schlafsäcken, Jacken usw. vor Funkenflug schützen. Darüber hinaus erfüllen sie weitere Schutzfunktionen, etwa gegen Wind, Punktierung durch Äste usw. und gewachst auch gegen Nässe.

Sonderformen

Ein Biwakzelt ist ein Biwaksack, der mithilfe eines kleinen zeltartigen Aufbaus über dem Kopf des Schlafenden auch das Gesicht vor Regen und Wind schützt und so eine Zwischenform zwischen Biwaksack und Zelt darstellt.[3] Ein Windsack ist ein großzügig geschnittener Biwaksack, in dem man aufrecht sitzen kann. Viele Windsäcke bieten mehreren Personen Platz, um die Körperwärme besser auszunutzen.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

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