Bjoren

norwegisches Schiff From Wikipedia, the free encyclopedia

DS Bjoren ist ein seit 1867 eingesetztes, holzbefeuertes Dampfschiff mit Metallrumpf[8] sowie ein eingetragenes norwegisches Kulturdenkmal.[3][9][10] Im Sommer verkehrt es mindestens einmal pro Woche auf dem von der Otra durchflossenen südnorwegischen See Byglandsfjord im Setesdal.[5][11][12]

DS Bjoren verlässt die alte Schleuse bei Storestraum.
Schnelle Fakten Ab 1867 bis 1957, Ab 1994 ...
Bjoren
DS Bjoren am Anleger
DS Bjoren am Anleger
Ab 1867 bis 1957
Flagge Norwegen Norwegen
Schiffstyp Dampfschiff
Eigner Dampskibsaktieselskapet Bjoren og Dølen, ab 1931 Olav Fransson Syrtveit[1]
Bauwerft Akers mekaniske verksted, Oslo[2][3][4][5]
Baunummer 35[6]
Indienststellung 08.06.1867[3][4]
Außerdienststellung 27.12.1957[2][4]
Ab 1994
Flagge Norwegen Norwegen
Schiffstyp Dampfschiff
Heimathafen Byglandsfjord
Eigner Gemeinde Bygland[2]
Reederei Bjoren AS[2]
Bauwerft Drammen Skibsreparasjoner A/S[2]
Reaktivierung 20.05.1994[7]
Schiffsmaße und Besatzung
Breite 3,4[Anm. 1] m
Ab 1867 bis 1897
Länge 15,9[3][4] m (Lüa)
Ab 1897 bis 1914
Länge 17,7[4] m (Lüa)
Ab 1914
Länge 21,1[2][4] m (Lüa)
Verdrängung 26,9[2][6]
 
Besatzung 3[Anm. 2] bis 4[6]
Maschinenanlage ab 1867 bis 1914
Maschine 1 Dampfmaschine, 1 holzbeheizter Kessel
Maschinen­leistung 14 PS (10 kW)
Propeller 1
Maschinenanlage ab 1914
Maschine 1 neue Zweizylinder-Dampfmaschine, 1 neuer holzbeheizter Kessel
Maschinen­leistung 42 PS (31 kW)
Propeller 1
Ab 1867 bis 1957
Zugelassene Passagierzahl 92[3][4]
Ab 1994
Zugelassene Passagierzahl 55[3][4][6]
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Geschichte

Die Dampskibsaktieselskapet Bjoren og Dølen[Anm. 3] bestellte 1866 die beiden Dampfschiffe Bjoren und Dølen bei der Akers mekaniske verksted in Oslo.[2][3][4] Ab dem 19. Dezember 1866 wurden beide Schiffe gemeinsam nach Kristiansand überführt und anschließend im späteren Einsatzgebiet fertig gestellt.[4] Die Jungfernfahrt fand am 8. Juni 1867 statt,[3][4] Bjoren war damals 52 Fuß (15,9 m) lang,[3] vermutlich 3,4 Meter breit,[Anm. 4] für 92 Passagiere zugelassen[3][4] und hatte eine 14 PS starke Dampfmaschine. 1897 wurde das Boot um sechs Fuß verlängert.[4][8] 1914 wurden im Zuge einer weiteren Verlängerung um zehn Fuß[4] auf nun 69,4 Fuß[8][Anm. 5] auch ein neuer Kessel und eine neue Zweizylinder-Verbunddampfmaschine von KMV mit 42 PS eingebaut.[8] Heute wiegt das Schiff 26,9 Tonnen[2] und ist für 55 Passagiere zugelassen.[4][6][7]

Einsatz

Die ersten Jahrzehnte war die Bjoren im Liniendienst zwischen Evje und Hægeland auf dem so genannten Kilefjorden, einem Teil des Flusses Otra, im Einsatz.[3][4] Als 1896 die parallel verlaufende Setesdalbahn, eine schmalspurige Eisenbahn, bis zum Endbahnhof Byglandsfjord eröffnet wurde, machte sie die Bjoren auf dieser Route überflüssig. Daher wurde das Schiff in zwei Teile zerlegt, ungefähr 30 km flussauf nach Norden transportiert und dort, um ungefähr zwei Meter verlängert, wieder zusammengebaut.[13] Auf dem Byglandsfjord war Bjoren nun zusammen mit dem Schwesterschiff Dølen im Einsatz.[3][4][9] Ab den 1920er Jahren übernahmen Busse einen großen Teil des Verkehrs in diesem Bereich, so dass die Dampfschiffsgesellschaft 1930 ihre Auflösung beschloss.[4] Olav Fransson[Anm. 6] Syrtveit aus Vassend am Byglandsfjord kaufte das Schiff und betrieb es gemeinsam mit seinen Söhnen bis zum 27. Dezember 1957.[1][4][10][13][14] Der Bau einer Straße auch auf der westlichen Seeseite in den 1950er Jahren hatte das Schiff überflüssig gemacht, die Linie wurde eingestellt. Daniel Ose kauft die Bjoren und nutzte sie kurze Zeit als Restaurantschiff für seinen Campingplatz am Reiårsfossen.[8][10][14] Anschließend begann der Verfall, schließlich sank das Schiff.[10][15]

Bjorens 2. Leben

DS Bjoren bei der Einfahrt in die alte Schleuse bei Storestraum.

In den 1970er Jahren beschloss eine Gruppe örtlicher Enthusiasten, das Schiff zu retten,[3][10] und gründete dafür zusammen mit lokalen Firmen, Gemeinden und weiteren Privatpersonen die Damskipsselskapet Bjoren A/S.[13] In der Folge übernahm die Gemeinde Bygland 1981 Bjoren, holte es an Land und ließ es zehn Jahre später für eine von der Regierung unterstützten Generalinstandsetzung zur Drammen Shiprepairs A/S in Drammen bringen.[8] Seit dem 20. Mai 1994 ist Bjoren wieder fahrbereit.[4][7] 2005 mussten verfaulte Holzteile ersetzt werden. Am 11. August 2006 nahm Königin Sonja an einer Fahrt teil,[14] und am 25. Juni 2013 wurde dem Schiff die Olavsrose, ein Gütezeichen der Stiftung Norsk Kulturarv (Norwegisches Kulturerbe) für Erlebnisangebote, verliehen.[2][8] Im Jahr 2017 beförderte Bjoren insgesamt 3.000 Fahrgäste über den See.[4]

Aktuell (2022) gehört Bjoren der Gemeinde Bygland über ihre Tochterfirma Bjoren AS.[2] Im Sommer finden ein bis zwei planmäßige Fahrten je Woche[11][12] von Bygland-Byglandsfjord nach Bygland und weiter durch die ebenfalls sanierte alte Schleuse bei Storestraum[13][16] bis Bygland-Ose statt. Zudem sind Charterfahrten möglich,[12] die unter anderem auch für Gäste von in Kristiansand anlegenden Kreuzfahrtschiffen angeboten werden.[7] Die lokale, Bjorens venner (Bjorens Freunde) genannte Gruppe unterstützt weiterhin die Bewahrung des Schiffes und seiner technischen Werte,[2][7] zudem gibt es nach wie vor staatliche Unterstützung.

Literatur

  • Torgeir Moseid: Frå kveg til cruise - DS Bjoren 150 år. Råbyggjeserien, Nr. 4. Setesdalsmuséet, Rysstad. 64 Seiten. ISBN 978-82-92541-15-9
  • Johnny Haugen, Torgeir Moseid: 150 år sidan «Bjoren» og «Dølen» kom i bruk. Zeitschrift Setesdølen Ausgabe 40, 2017, Seite 11.
  • Olav O. Uleberg: „Kultursoge for Evje og Hornnes“, Band I. Evje og Hornnes bygdeboknemd, 1990. Seiten 247–249
Commons: Bjoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Annahme, da die norwegische Wikipedia diese Breite für das Schwesterschiff Dølen angibt.
  2. Video auf der Seite des Setesdalsmuseums zeigt Kapitän, Heizer/Maschinist und – für das An- und Ablegen – Matrose.
  3. Nach einer Quelle war die Oplandske Dampskibsselskab die Bestellerin.
  4. Annahme, da die norwegische Wikipedia diese Breite für das Schwesterschiff Dølen angibt.
  5. Diese Verlängerung war nur sinnvoll, weil 1912/1913 die Schleuse bei Storestraum entsprechend verlängert worden war.
  6. Je nach Quelle auch Frantsson oder Frantson.

Einzelnachweise

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