Blanche Talmud

US-amerikanische Tanzlehrerin, Tänzerin und Choreographin From Wikipedia, the free encyclopedia

Blanche Talmud (* um 1900; † um 1990) war eine US-amerikanische Tanzlehrerin, Tänzerin und Choreographin.

Leben

Talmud wuchs in New York in einer jüdischen Familie auf.[1] Sie studierte u. a. Eurhythmie nach Émile Jaques-Dalcroze und wurde eine der wichtigen Tanzlehrerinnen an der „Neighborhood Playhouse School of the Theatre“.

Bereits 1905 begannen Irene (1886–1944) und Alice Lewisohn (1883–1972) am „Henry Street Settlement House“ in New York damit, Kinder und Jugendliche durch Kurse und Clubarbeit zu fördern, dabei gehörten Tanz- und Theateraufführungen von Anfang an dazu. Zehn Jahre später, 1915, eröffneten die Schwestern das „Neighborhood Playhouse“ an der Ecke Grand und Pitt Street, das schnell zu einem Zentrum für zeitgenössische Tanz- und Theaterpädagogik wurde. Irene Lewisohn leitete die Tanzausbildung und -produktionen, unterstützt von der talentierten Tänzerin und Lehrerin Blanche Talmud, die das junge Ensemble mit ihrer Erfahrung und Kreativität bereicherte. Alice Lewisohn kümmerte sich parallel um die Theaterarbeit, sodass das Playhouse zu einer lebendigen Schnittstelle von Tanz, Theater und künstlerischer Ausbildung heranwuchs.[2]

Zu den Schülern Talmuds in ihrer Klasse zählten Anna Sokolow, Sophie Maslow, Helen Tamiris, Lillian Shapero, Edith Segal und Jean Rosenthal. Die meisten der Haupttänzer im Agitprop- oder linkspopulistischen Arbeitertanz der Zeit waren ihre Studenten, die sich für Minderheiten wie Afroamerikaner, Okies, Arbeiter, die sich gewerkschaftlich organisieren wollten, und Antifaschisten einsetzten.

Sie trat mit Adolf Bolms Ballett Intime und 1917 mit dem Roshanara Chorus auf. In den 1930er Jahren wirkte sie an mehreren Humphrey-Weidman-Produktionen mit. Choreographin war sie u. a. bei der Neighborhood-Playhouse-Produktion Grand Street Follies (1926).[3]

Quellen

Einzelnachweise

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