Blei(II)-hydroxid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Blei(II)-hydroxid ist eine chemische Verbindung des Bleis aus der Gruppe der Hydroxide.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Name Blei(II)-hydroxid
Andere Namen
Summenformel Pb(OH)2
Kurzbeschreibung

weißes, amorphes Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 19783-14-3
EG-Nummer 243-310-3
ECHA-InfoCard 100.039.358
PubChem 9859601
Wikidata Q412573
Eigenschaften
Molare Masse 241,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,41 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

145 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser[1]
  • nahezu unlöslich in Aceton[1]
  • löslich in verdünnten Säuren und Basen[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360Df332302373410
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Eine chemische Verbindung „Pb(OH)2“ existiert laut übereinstimmenden Berichten wahrscheinlich nicht, stattdessen handelt es sich hierbei um hydratisierte Blei(II)-oxide PbO·x H2O (x < 1).[4] Die Bezeichnung Blei(II)-hydroxid wird normalerweise synonym dafür verwendet.

Ein weißer Niederschlag von Blei(II)-hydroxid kann durch Reaktion einer Blei(II)-nitrat-Lösung mit Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid gewonnen werden.[1]

Bei der Fällung aus carbonathaltigen Lösungen wird normalerweise basisches Bleicarbonat (PbCO3·2Pb(OH)2) als Produkt erhalten.

Bei vorsichtiger Hydrolyse von Blei(II)-acetat-Lösungen erhält man ein kristallines Produkt mit der Formel 6PbO·2H2O = Pb6O4(OH)4.[4] Die Substanz besteht aus Clustern in Form eines Rhombendodekaeders, in denen die Blei(II)-Ionen oktaedrisch angeordnet sind und die Dreiecksflächen des Oktaeders von Oxid- und Hydroxid-Ionen überkappt werden.[5][6]

Eigenschaften

Blei(II)-hydroxid ist ein weißes amorphes amphoteres Pulver, welches sich nur wenig in Wasser löst. Es dehydratisiert ab einer Temperatur von 130 °C und zersetzt sich ab 145 °C zu Blei(II)-oxid und Wasser.[1]

Mit Kohlendioxid bildet es Blei(II)-carbonat

und mit Säuren deren Bleisalze: (Beispiel mit Schwefelsäure zu Blei(II)-sulfat)

Bei Auflösung in starken Alkalien löst es sich unter Bildung eines Hydroxo-Komplex-Ions [Pb(OH)3] und der Bildung von Plumbaten.[4][7]

Verwendung

Bleihydroxid wird zur Herstellung von porösem Glas sowie in Elektrolyten in verschlossenen Nickel-Cadmium-Batterien verwendet. Es wird weiterhin bei der Rückgewinnung von Uran aus Meerwasser und als Katalysator für die Oxidation von Cyclododecanol eingesetzt.[1]

Einzelnachweise

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