Blue Hole
Öffnung im Dach eines Küstensaumriffes
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Blue Hole (englisch für ‚Blaues Loch‘) bezeichnete eine Öffnung (Loch, Doline) unterhalb der Wasseroberfläche.[1]
Beschreibung
Blue Holes sind unterirdische Hohlräume, die kreisförmig oder elliptisch zur Erdoberfläche hin geöffnet sind, sich unter der Wasseroberfläche befinden und von der Oberfläche so aussehen, als hätten sie keinen Grund. Rund um die Öffnung ist der Grund flacher, so dass er bei Aufsicht heller erscheint. Aufgrund des senkrechten Lochs hat das Wasser in dem Bereich des Blue Holes eine dunkelblaue Färbung, wovon auch der Name abgeleitet wird. Die marinen Blue Holes weisen in der Regel starke gezeitenbedingte Strömungen auf. Oftmals sind Blue Holes als untergetauchte Karstformen, wie Dolinen in einem Atoll, definiert. Teilweise erstrecken sich ausgehend von einem Blue Hole aquatische Höhlensysteme.[2]
Zum Teil wird der Begriff auch für mit Süßwasser gefüllte Cenote innerhalb eines Sees genutzt.[2]
Entstehung
Für die Entstehung von Blue Holes werden unterschiedliche Prozesse angenommen, die jeweils zu einem Blue Hole führen. Ein möglicher Prozess ist, dass sich an der Oberfläche tiefe Karstformen, wie Dolinen, bilden, die später durch ansteigenden Meeresspiegel oder Quellwasser geflutet werden. Eine andere Möglichkeit ist die phreatische Lösung von Gestein durch Grundwasser bis hin zur Oberfläche des Gewässergrundes. Als weiterer Prozess wird angenommen, dass phreatisch entstandene Hohlräume eingestürzt sein können.[2]
Beispiele für Blue Holes
Zu den bekannten Blue Holes zählen:
- das Blue Hole bei Dahab (Sinai) in Ägypten, ein beliebter Tauchplatz im Roten Meer
- das Great Blue Hole vor der Küste Belizes im Karibischen Meer[3]
- Ghar iż-Żerqa, das Blue Hole bei San Lawrenz auf Gozo (Malta)
- Dean’s Blue Hole vor Long Island, Bahamas mit einer Tiefe von 202 m
- das Yongle (Drachenloch) bei den Paracel-Inseln im Südchinesischen Meer, nach einem Bericht des chinesischen Staatsfernsehens im Juli 2016 entdeckt, Messungen zufolge mit etwas über 300 m Tiefe das zweittiefste Blue Hole, das derzeit bekannt ist[4]
- das Taam ja’ („tiefes Wasser“, über 420 Meter tief) in der Bucht von Chetumal vor der Küste von Mexiko. Vorherige Messungen gingen von 274 m aus, neuere Messungen konnten aufgrund technischer Beschränkungen nur 420 m erreichen, gehen aber davon aus, dass das Loch noch tiefer ist.[5]