Bock und Teich

Ortsteil von Lichte From Wikipedia, the free encyclopedia

Bock und Teich ist ein Ort in der ehemaligen Gemeinde Lichte, die seit 2019 Ortsteil der Stadt Neuhaus am Rennweg im thüringischen Landkreis Sonneberg ist.

Schnelle Fakten
Bock und Teich
– Ortsteil von Lichte – Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Koordinaten: 50° 31′ N, 11° 13′ O
Höhe: 620 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Lichte
Postleitzahl: 98724
Vorwahl: 036701
Bock und Teich Blickrichtung Wallendorf
Bock und Teich Blickrichtung Wallendorf
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Lage

Das Straßendorf Bock und Teich liegt im Thüringer Schiefergebirge in einem Tal, durch das die Piesau Richtung Westen fließt. Im benachbarten Wallendorf mündet sie in die Lichte.

Lichte mit Ortsteilen und Wohnplätzen
  • Lichte (Holger Koch)  OrtBgm

weiter Ortschaften (zu Neuhaus am Rennweg)

OrtBgm 
Berufung Ortsbürgermeister gemäß Wahl Stadtrat Neuhaus am Rennweg.

Geschichte

Ansiedlungen um 1850: Vor dem Teich und
Wassermühlen: Obere Bock / Untere Bock (v. O. n. W.)

Bock wurde als Schmiede zu Wallendorf 1481 und Teich 1609 erstmals urkundlich erwähnt.[1]

Territoriale Zugehörigkeit

Die zum südlichen Herrschaftsgebiet der Grafen von Orlamünde zählende Region um Schmiedefeld wurde ab 1426 von den Wettinern übernommen, die das Amt Gräfenthal mit Sitz auf der Burg Wespenstein einrichteten. Von 1826 bis 1920 gehörte Schmiedefeld zu Sachsen-Meiningen, ab 1868 zum Kreis Saalfeld. 1920 wurde das Land Thüringen gegründet und anschließend in Landkreise unterteilt, wobei der Ort zum Landkreis Saalfeld kam, dieser bestand bis 1952. Mit der Bildung der DDR-Bezirke und Kreise im gleichen Jahr gelangte das Gebiet zum Kreis Neuhaus im Bezirk Suhl. Die bis dahin selbständige Gemeinde, mit Schule und Gemeindeamt, wurde nunmehr als Ortsteil der Gemeinde Lichte zugeordnet.

Zum 1. Januar 2019 kam Bock und Teich im Zuge der Eingemeindung von Lichte zur Stadt Neuhaus am Rennweg und wechselte damit vom Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in den Landkreis Sonneberg.[2]

Ortsgeschichte

Denkmal der Gefallenen beider Weltkriege zu Bock und Teich

Die Besiedlung des etwa 7 km langen Piesautales wurde durch den frühneuzeitlichen Bergbau gefördert. Im Tal wurde Kupfererz gefördert, geschmolzen und in Hammerwerken zu Halbzeugen verarbeitet. In der Flur des Ortes sind noch heute Relikte dieser zeitweise auf das ganze Piesautal ausgedehnten Bergbautätigkeit auffindbar. Mitte des 19. Jahrhunderts schildert aktuell der Historiker Georg Brückner im zweiten Band seiner „Landeskunde des Herzogthums Meiningen“ die Verhältnisse um Gräfenthal und Wallendorf[3]:

Der obere Bock, der untere Bock und der Teich
  • Diese drei Orte, die im Grunde der Piesau zwischen der Einmündung des Kolmbachs und Wallendorf nah beieinander liegen, bilden seit 1844 eine politische Gemeinde. Früher nach Schmiedefeld gepfarrt, geschult und beerdigt, seit 1734 nach Wallendorf. Sie standen bis zur neuesten Zeit unter der Gutsherrschaft von Wallendorf (Gerichtsbarkeit, …, Frondienste und Mühlenzwang). Die Gesamtgemeinde hat 30 Wohn- und drei Werkhäuser, 30 Familien, 182 Einwohner, 94 Stück Vieh (53 Rinder, 25 Ziegen, 10 Schweine).[3]
  • Der obere Bock (früher auch „Bockhammer“) hat (1849) 3 Wohnhäuser, 9 Familien, … Das vormals dort befindliche Schmelzwerk (Blaufeuer) ist 1842 eingegangen. Eine hier liegende große Halde zeugt von dem Betrieb eines früheren Kupfer(berg)werkes im Inneren des hier nördlich anstoßenden Berges. … Die Zugänge sind verschüttet, auch ist die ansehnliche Wasserkunst desselben eingegangen. Man unterscheidet (in der Flur) noch das große, kleine und obere Kupferthal.[3]
  • Der untere Bock und der Teich, zwei Häusergruppen, enthalten (1849) 17 Wohnhäuser, ein Werkhaus, 22 Familien, 128 Seelen und 78 Stück Vieh …[3]
  • Der untere Bock, (liegt) dicht unterhalb des oberen; hier ein Stabhammer mit Schmelzofen, eine Privatbesitzung.[3]
  • Teich (früher „Stauchenhammer“, dann „wüster Teich“), Einzelhäuser, …, am Einfluss des Kolmbaches in die Piesau, am Kleeberg … Vormals oberhalb Teich eine Blaufarbenmühle und ein Vorwerk. Im Kolmbachtal befinden sich unbenutzte Torflager.[3]

Der am westlichen Ortsrand von Bock gelegene Bahnhof wurde am 16. Januar 1899 unter dem Namen Bock-Wallendorf als neuer Endpunkt der Bahnstrecke Probstzella–Taubenbach in Betrieb genommen. Mit der 1913 erfolgten Fertigstellung der Bahnstrecke Probstzella–Neuhaus am Rennweg, ab 1913 mit Weiterführung nach Lauscha, wurde aus dem Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof, der seit 1952 Lichte (Thüringen) Ost bezeichnet wird.

Commons: Bock und Teich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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