Bojendorf
Ortsteil von Wattendorf
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Bojendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Wattendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Bojendorf hat eine Fläche von 7,686 km². Sie ist in 950 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8091 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Mährenhüll.[4]
Bojendorf Gemeinde Wattendorf | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 3′ N, 11° 11′ O |
| Höhe: | 480 (479–490) m ü. NHN |
| Einwohner: | 132 (1. Jan. 2022)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96196 |
| Vorwahl: | 09504 |
Bojendorf von Westen aus gesehen | |
Geografie
Das Kirchdorf liegt auf einer Hochebene des Fränkischen Jura. Die Staatsstraße 2210 führt nach Mährenhüll (2 km südwestlich) bzw. nach Arnstein (2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rothmannsthal zur Kreisstraße LIF 4 (2,5 km nordwestlich).[5]
- Wegkapelle im Norden des Dorfes
- Kläranlage nordöstlich des Dorfes
- Zur Kläranlage gehörender Klärteich
Geschichte
Die erste Siedlung auf dem Gebiet des Dorfes entstand mit großer Wahrscheinlichkeit bereits im 9. Jahrhundert. Im Jahr 1126 wurde Bojendorf als „Potechendorf“, 1337 als „Pothechendorf“,[6] später als „Poichendorf“ und „Potichendorf“ erwähnt. Das Gebiet wurde von 1118 bis 1244 von den Reichsfürsten von Arnstein, bis 1248 von den Herzögen von Meranien regiert. Im Jahr 1306 wurde Arnstein mit Poichendorf an den Bischof von Bamberg verkauft. Aus den Jahren 13331 ist die Schreibweise des Ortes mit „Podechendorf“ und 1360 als „Poychendorf“ überliefert.[6] Der Name könnte sich sowohl auf den germanischen Rufnamen Poticho als auch auf den slawischen Namen Potecha beziehen.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Bojendorf aus 24 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren
- das Amt Scheßlitz: 2 Höfe, 3 Sölden, 1 Söldengütlein, 1 Tropfsölde;
- die Hofkanzlei Bamberg: 1 Hof, 2 Lehen, 1 Sölde, 1 Tropfsölde;
- der Bamberger Kollegiatstift St. Stephan: 1 Lehen;
- das Kloster Langheim: 1 halbes Lehen;
- die Pfarrei Arnstein: 1 Lehen;
- die Engelmesse zu Weismain: 1 Hof;
- das Bamberger St.-Elisabeth-Hospital: 3 Lehen;
- die Herren von Redwitz zu Teisenort: 1 Sölde, 2 Gütlein;
- die Bamberger Patrizier Zollner vom Brand: 1 Häuslein;
- die Markgraftum Brandenburg-Bayreuth: 1 Sölde.[7]
Im Jahre 1802 kam Bojendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Bojendorf gebildet, zu dem Mährenhüll gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Bojendorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz, 1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 7,672 km².[9]
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Bojendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Wattendorf eingegliedert.[10][11]
Baudenkmäler
In Bojendorf gibt es zwei Baudenkmäler:[12]
- Haus Nr. 3: Wohnstallbau
- Bildstock
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Bojendorf gibt es vier Bodendenkmäler.[12]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Bojendorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 219 | 259 | 230 | 225 | 234 | 242 | 256 | 271 | 289 | 306 | 296 | 293 | 275 | 273 | 294 | 304 | 316 | 293 | 275 | 331 | 285 | 272 | 265 | 244 |
| Häuser[13] | 38 | 38 | 44 | 45 | 46 | 49 | 50 | 52 | ||||||||||||||||
| Quelle | [8] | [14] | [14] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [14] | [22] | [14] | [23] | [14] | [24] | [25] | [25] | [25] | [26] | [25] | [9] | [27] |
Ort Bojendorf
Religion
Bojendorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Weismain-Arnstein) gepfarrt.[7][9]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Boyendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 430 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Poyendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 389 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Boyendorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 11 (Digitalisat).
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Ortsteile > Bojendorf. In: wattendorf-oberfranken.de. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- Bojendorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 16. April 2023.
- Bojendorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 16. Dezember 2025.
- Bojendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 16. Dezember 2025.
