Bojendorf

Ortsteil von Wattendorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Bojendorf ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Wattendorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Die Gemarkung Bojendorf hat eine Fläche von 7,686 km². Sie ist in 950 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8091 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Mährenhüll.[4]

Schnelle Fakten Gemeinde Wattendorf ...
Bojendorf
Gemeinde Wattendorf
Koordinaten: 50° 3′ N, 11° 11′ O
Höhe: 480 (479–490) m ü. NHN
Einwohner: 132 (1. Jan. 2022)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96196
Vorwahl: 09504
Bojendorf von Westen aus gesehen
Bojendorf von Westen aus gesehen
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Die Kirche von Bojendorf in der Ortsmitte, Südansicht (Vorderseite)

Geografie

Das Kirchdorf liegt auf einer Hochebene des Fränkischen Jura. Die Staatsstraße 2210 führt nach Mährenhüll (2 km südwestlich) bzw. nach Arnstein (2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Rothmannsthal zur Kreisstraße LIF 4 (2,5 km nordwestlich).[5]

Geschichte

Die erste Siedlung auf dem Gebiet des Dorfes entstand mit großer Wahrscheinlichkeit bereits im 9. Jahrhundert. Im Jahr 1126 wurde Bojendorf als „Potechendorf“, 1337 als „Pothechendorf“,[6] später als „Poichendorf“ und „Potichendorf“ erwähnt. Das Gebiet wurde von 1118 bis 1244 von den Reichsfürsten von Arnstein, bis 1248 von den Herzögen von Meranien regiert. Im Jahr 1306 wurde Arnstein mit Poichendorf an den Bischof von Bamberg verkauft. Aus den Jahren 13331 ist die Schreibweise des Ortes mit „Podechendorf“ und 1360 als „Poychendorf“ überliefert.[6] Der Name könnte sich sowohl auf den germanischen Rufnamen Poticho als auch auf den slawischen Namen Potecha beziehen.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Bojendorf aus 24 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren

Im Jahre 1802 kam Bojendorf an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Bojendorf gebildet, zu dem Mährenhüll gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Bojendorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz, 1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für die Verwaltung zuständig. Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 7,672 km².[9]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Bojendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Wattendorf eingegliedert.[10][11]

Baudenkmäler

In Bojendorf gibt es zwei Baudenkmäler:[12]

  • Haus Nr. 3: Wohnstallbau
  • Bildstock

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Bojendorf gibt es vier Bodendenkmäler.[12]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Bojendorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 219259230225234242256271289306296293275273294304316293275331285272265244
Häuser[13] 3838444546495052
Quelle [8][14][14][14][15][16][17][18][19][20][21][14][22][14][23][14][24][25][25][25][26][25][9][27]
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Ort Bojendorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002022
Einwohner 161164177211189211192180159161132
Häuser[13] 26303134343635
Quelle [8][15][17][20][22][24][26][9][27][28][1]
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Religion

Bojendorf ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Weismain-Arnstein) gepfarrt.[7][9]

Literatur

Commons: Bojendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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