Borrèze

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Borrèze, Aussprache [bɔˈʁɛz], (okzitanisch Boresa) ist eine französische Gemeinde mit 354 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Fénelon. Die Einwohner werden Borrèziens und Borrèziennes genannt.

Schnelle Fakten
Borrèze
Borrèze (Frankreich)
Borrèze (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Terrasson-Lavilledieu
Gemeindeverband Pays de Fénelon
Koordinaten 44° 57′ N,  23′ O
Höhe 120–348 m
Fläche 27,37 km²
Einwohner 354 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 13 Einw./km²
Postleitzahl 24210
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Die Borrèze im Zentrum der Gemeinde Borrèze
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Borrèze liegt etwa 59 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 15 Kilometer nordöstlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 56 Kilometer nördlich von Cahors an der Grenze zum benachbarten Département Lot in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Das Gemeindegebiet liegt größtenteils im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der gleichnamigen Borrèze, die es im Süden und Südwesten begrenzt, vom Ruisseau de l’Inval, der in Borrèze entspringt und im Süden beim Zentrum der Gemeinde in die Borrèze mündet, sowie von einem kleineren Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Borrèze liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen und Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine bewaldete Hügellandschaft auf, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird, mit Erhebungen außerhalb der Flusstäler über 200 m, nach Osten hin über 300 m. Der topographisch höchste Punkt befindet sich dort mit 348 m Höhe im Nordosten. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südosten mit 120 m Höhe beim Austritt der Borrèze aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt im Tal der Borrèze auf etwa 150 m Höhe.

60 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, 37 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, 4 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]

Borrèze wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Paulin Jayac
Nadaillac
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Gignac (Lot)
Salignac-Eyvigues Souillac (Lot)
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Borrèze

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Borrèze als

  • Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze
  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist der größte Teil des Gemeindegebiets von Borrèze nur von einer schwachen Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Der Bau der Kirche im 12. Jahrhundert erfolgte früher als die erstmalige Erwähnung des Namens des Dorfes in den Schriften 1326 in der latinisierten Form Borreza. Wie bei anderen Fällen hat der Ort den Namen des Flusses angenommen, der ihn durchquert.

Der Name der Borrèze ist aus einer präkeltischen Wurzel °bor (deutsch Wasser) und eines gallorömischen Suffixes -itia zusammengesetzt.[5]

Auf der Karte von Cassini ist das Dorf als Boureze eingetragen, die Gemeinde wurde 1793 unter dem Namen Bourreze geführt, ab 1801 unter dem aktuellen Namen.[6]

Die Geschichte von Borrèze ist eng mit dem gleichnamigen Fluss verbunden. Das Dorf erlebte ab dem 11. Jahrhundert den Aufstieg zahlreicher Wassermühlen, die jahrhundertelang eine wichtige wirtschaftliche Quelle darstellten, bevor die Industrialisierung die meisten von ihnen verschwinden ließ.

Die menschliche Besiedlung des Ortes reicht bis in die Urgeschichte zurück. Die Entdeckung von fünf Steinsarkophagen mit Knochen im Jahr 1835 bestätigt diese frühe menschliche Besiedlung des Gebiets.

Am Ortseingang von Borrèze sind die Ruinen der Stadtmauer sichtbar, die die Bewohner des Dorfes und ihrer Umgebung schützte. Im 17. Jahrhundert beschädigte die Rebellion der Croquants auch das Schloss Caviale, von dem heute nur noch Ruinen erhalten sind. In Borrèze befindet sich außerdem ein Turm im Renaissancestil im Hof der heutigen Schule, dessen Ursprung unbekannt ist.

Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Hügel oberhalb von Borrèze ein Kreuzweg errichtet. Jede Station ist durch den Namen eines anderen Dorfes der Gemeinde repräsentiert.

Heute strebt die Gemeinde Borrèze eine Diversifizierung durch die Entwicklung von Gastronomie und umweltfreundlichem Tourismus an.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Borrèze: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
897
1800
 
1.004
1806
 
906
1821
 
927
1831
 
1.049
1836
 
943
1841
 
959
1846
 
1.003
1851
 
1.033
1856
 
1.024
1861
 
982
1866
 
956
1872
 
948
1876
 
1.030
1881
 
1.038
1886
 
951
1891
 
950
1896
 
900
1901
 
817
1906
 
802
1911
 
716
1921
 
590
1926
 
571
1931
 
550
1936
 
510
1946
 
488
1954
 
461
1962
 
405
1968
 
398
1975
 
356
1982
 
331
1990
 
305
1999
 
303
2006
 
352
2013
 
355
2020
 
345
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Der signifikante Rückgang der Bevölkerungszahl ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist auf eine massive Landflucht zurückzuführen.

Kirche Saint-Martin

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Martin
  • Mühlen La Garrigue und Janicot

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[11]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 156 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Borrèze erwerbstätig, entsprechend 72,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 22 im Jahr 2022 gleich hoch wie im Jahr 2016. Die Arbeitslosenquote stieg dennoch von 13,9 % (2016) auf 14,1 % (2022) aufgrund der geringeren Zahl an Erwerbstätigen.[12]

Branchen und Betriebe

27 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Borrèze wirtschaftlich aktiv:[12]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt27
Fertigung, Bergbau und andere Industrien518,5 %
Baugewerbe518,5 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie311,1 %
Immobilien311,1 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten518,5 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln13,7 %
Andere Dienstleistungen518,5 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf die Tierhaltung von Samenfressern (Schweine und Geflügel).[13] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 49 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 34 im Jahr 2000, auf 25 im Jahr 2010 und schließlich auf 22 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 55,1 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 819 Hektar im Jahre 1988 auf 590 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 16,7 Hektar auf 26,8 Hektar.[14][15][16]

Fernwanderwege

Durch Borrèze verläuft der 175 Kilometer lange Fernwanderweg GRP „Pays de Fénelon“.[17]

Verkehr

Der wichtigste Verkehrsweg von Borrèze ist die Departementsstraße D 62, die entlang der Borrèze geführt wird und die Gemeinde mit Salignac-Eyvigues und Paulin im Nordwesten und mit Souillac im Südosten verbindet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Borrèze – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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