Bortribromid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Bortribromid ist eine chemische Verbindung bestehend aus den Elementen Bor und Brom mit der Summenformel BBr3.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Bortribromid
Allgemeines
Name Bortribromid
Andere Namen

Tribromboran

Summenformel BBr3
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 10294-33-4
EG-Nummer 233-657-9
ECHA-InfoCard 100.030.585
PubChem 25134
ChemSpider 23479
Wikidata Q415804
Eigenschaften
Molare Masse 250,54 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

2,64 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−46 °C[1]

Siedepunkt

91 °C[1]

Dampfdruck

72 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

heftige Zersetzung in Wasser[1]

Brechungsindex

1,5312 (16 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[4]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+330314
EUH: 014
P: 280301+310+330331303+361+353304+340+310305+351+338[4]
MAK

Schweiz: 1 ml·m−3 bzw. 10 mg·m−3[5]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−239,7 kJ/mol[6]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Darstellung

Bortribromid lässt sich darstellen durch Umsetzung von:

1. Bortrifluorid mit Aluminiumbromid[7]

2. Borcarbid mit elementarem Brom im Quarzrohr bei erhöhter Temperatur

3. (Amorphes) Bor mit elementarem Brom im Quarzrohr bei etwa 700 °C[7][8][9]

4. Kaliumtetrafluoroborat mit wasserfreiem Aluminiumbromid[10]

Eigenschaften

Bortribromid ist eine sehr giftige, an feuchter Luft rauchende Verbindung, die bei Raumtemperatur als Flüssigkeit vorliegt.[11] Sie ist kommerziell verfügbar und eine starke Lewis-Säure.

Bei Kontakt mit Wasser erfolgt eine heftige Zersetzungsreaktion durch die Hydrolyse zu Borsäure und Bromwasserstoffsäure:[12]

Verwendung

Bortribromid kann zur Spaltung von Ethern unter milden Bedingungen, insbesondere zur schonenden Spaltung von Alkylarylethern benutzt werden. Zusätzlich wird es auch bei der Olefin-Polymerisation und bei Friedel-Crafts-Reaktionen eingesetzt. In der Elektronikindustrie dient es als Borlieferant bei der Dotierung von Halbleitern.[13]

Einzelnachweise

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