Bouniagues
französische Gemeinde im Département Dordogne
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Bouniagues (Aussprache [bunˈjaɡ], okzitanisch Bonhagas) ist eine französische Gemeinde mit 578 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Bouniaguais und Bouniaguaises genannt.
| Bouniagues | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Sud-Bergeracois | |
| Gemeindeverband | Communauté d’agglomération Bergeracoise | |
| Koordinaten | 44° 46′ N, 0° 32′ O | |
| Höhe | 74–181 m | |
| Fläche | 8,62 km² | |
| Einwohner | 578 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 67 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24560 | |
| INSEE-Code | 24054 | |
| Website | www.bouniagues.com | |
Blick auf das Zentrum von Bouniagues | ||
Geografie

Bouniagues liegt etwa 49 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 11 Kilometer südsüdöstlich von Bergerac und etwa 56 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt in den Einzugsgebieten der Dordogne und der Garonne und wird entwässert von der Gardonnette, die in der Gemeinde entspringt, und von diversen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bouniagues liegt in der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete, gewellte Hügellandschaft auf mit einem topographisch höchsten Punkt im Süden mit 181 m Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Osten mit 74 m Höhe. Das Zentrum liegt auf etwa 137 m Höhe.
Etwa 85 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 9 % sind bewaldet, etwa 6 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]
Bouniagues wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Colombier | Conne-de-Labarde | |
| Ribagnac | Saint-Cernin-de-Labarde | |
| Sadillac | Saint-Perdoux | Monsaguel |

Natürliche Risiken
Naturrisiken manifestieren sich in Bouniagues als
- Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa vier Fünftel des Gemeindegebiets von Bouniagues einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden ausgesetzt. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Fund einer Handspindel aus Blei erinnert an eine frühe Besiedlung des Ortes an einem Verkehrsweg, der bis zur Französischen Revolution von Bedeutung blieb. Im 12. Jahrhundert war Bouniagues der Sitz des Erzpriestertums Baianensis mit 59 Kirchengemeinden oder Kapellen im Jahr 1740, das dem Bistum Sarlat unterstand. Zahlreiche Familien, darunter die Solminihacs und die de Saint-Ours, folgten an der Spitze der Lehnsherrschaft aufeinander. In der Folge entwickelte sich das Dorf nach und nach, insbesondere durch die Herstellung von Dachziegeln. Schon 1610 wurde eine kleine Erzeugung von Dach- und Mauerziegeln erwähnt. Die verkehrsgünstige Lage an der Route royale, die von Paris nach Madrid führte, begünstigte den Vertrieb.[5]
Der Name von Bouniagues erschien erstmals im 14. Jahrhundert in der Form Bognagas (1315) mit einer Aussprache, die nahe der heutigen war. In der Folge wurde er 1365 zu Bouhagnas verformt. Verschiedene Varianten oder Lesefehler im 15. und im 16. Jahrhundert sind zu finden, wie Bonhagnes (1465), Bounagies (1556) und im 18. Jahrhundert Bongniagues (1739). Der Name stammt von einer gallorömischen Person Bonius, gefolgt von -acas, femininum Plural von -acum.[6]
Einwohnerentwicklung
| Bouniagues: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 456 | |||
| 1800 | 371 | |||
| 1806 | 419 | |||
| 1821 | 508 | |||
| 1831 | 522 | |||
| 1836 | 505 | |||
| 1841 | 525 | |||
| 1846 | 538 | |||
| 1851 | 517 | |||
| 1856 | 501 | |||
| 1861 | 512 | |||
| 1866 | 540 | |||
| 1872 | 503 | |||
| 1876 | 544 | |||
| 1881 | 536 | |||
| 1886 | 500 | |||
| 1891 | 405 | |||
| 1896 | 400 | |||
| 1901 | 376 | |||
| 1906 | 420 | |||
| 1911 | 408 | |||
| 1921 | 347 | |||
| 1926 | 325 | |||
| 1931 | 318 | |||
| 1936 | 318 | |||
| 1946 | 327 | |||
| 1954 | 340 | |||
| 1962 | 380 | |||
| 1968 | 349 | |||
| 1975 | 378 | |||
| 1982 | 447 | |||
| 1990 | 466 | |||
| 1999 | 476 | |||
| 2006 | 487 | |||
| 2013 | 562 | |||
| 2020 | 609 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption
Die zu Ehren von Marias Aufnahme in den Himmel geweihte Kirche wurde 1882 nach Plänen des Architekten Robertien de Bergerac im neogotischen Stil gebaut. Der Bürgermeister Martial Delpit schenkte der Kirche ein Glasfenster mit der Darstellung von Alain de Solminihac (1593–1659), Bischof von Cahors ab 1637.[11]

Schloss Bouniagues
Es handelt sich um ein Festes Haus, das im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Um 1875 erstand der Bürgermeister der Gemeinde Martial Delpit de Castang das Anwesen und gab die Hälfte an die Gemeinde zurück, um dort ein Pfarrhaus einzurichten. Dieses belegt den westlichen Teil des Herrenhauses, der um ein Geschoss verkleinert wurde. Ein polygonaler Treppenturm akzentuiert den mittleren Teil des Gebäudes. An seinem Fuß befindet sich ein spitzbogenförmigen Eingang zu einem Vorraum. Über dem Türsturz ist ein Wappen zu erkennen, das von zwei Fabeltieren gehalten wird, die an Bären erinnern, vielleicht eine Reminiszenz an die Familie de Saint-Ours („Ours“ (frz.) entspricht „Bär“ (dt.)), die als Seigneurs von Bouniagues gegen 1790 hier wohnten. Pierre De Saint-Ours wurde 1793 während der Französischen Revolution von einem seiner Bediensteten verraten und im Schlaf gefesselt und geknebelt. Nachdem sie das Schloss geplündert hatten, beförderten die Schergen des Revolutionstribunals von Bergerac ihn, seine Frau und seine acht Kinder auf einen Karren. Der Zug erreichte beinahe Bergerac, als die Bauern von Bouniagues, bewaffnet mit Gewehren, Spießen und Sensen, die Familie befreiten, die in ihr Schloss zurückkehren konnte und fortan unbehelligt blieb. Das Pfarrhaus ist heute im Besitz einer Privatperson. Der Eingang im Renaissance-Stil ist seit dem 27. Januar 1948 als Monument historique eingeschrieben.[12][11]
- Schloss Bouniagues
- Kapitelle an den Ecken des Schlossgebäudes
- Eingang zum Pfarrhaus
- Detail des Türsturzes
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[13]
Wirtschaft
Bouniagues liegt in den Zonen AOC und geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) der Weine:
- Bergerac blanc, rosé und rouge und
- Côte de Bergerac blanc und rouge.[14]
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 274 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bouniagues erwerbstätig, entsprechend 82,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 25 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (28). Die Arbeitslosenquote sank von 10,4 % (2016) auf 9,0 % (2022).[15]
Branchen und Betriebe
59 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bouniagues wirtschaftlich aktiv:[15]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 59 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 3 | 5,1 % |
| Baugewerbe | 8 | 13,6 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 10 | 16,9 % |
| Information und Kommunikation | 1 | 1,7 % |
| Finanzen und Versicherungen | 1 | 1,7 % |
| Immobilien | 2 | 3,4 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 11 | 18,6 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 11 | 18,6 % |
| Andere Dienstleistungen | 12 | 20,3 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 14 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, sank auf 15 im Jahr 2010 und auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 14,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 549 Hektar im Jahre 1988 auf 705 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 39,2 Hektar auf 58,7 Hektar.[17][18][19]
Sport und Freizeit
- Der Rundweg Boucle des grandes vignes – Bouniagues besitzt eine Länge von 6,4 km bei einem Höhenunterschied von 44 m. Er führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde am Schloss und an den Weinbergen vorbei.[20]
- Der Rundweg A vélo autour de Monbazillac für Radfahrer besitzt eine Länge von 24 km bei einem Höhenunterschied von 41 m. Er startet in Monbazillac und führt auch durch das Zentrum von Bouniagues.[21]
Verkehr
Die Nationalstraße N 21 von Limoges über Bergerac und Colombier nach Argelès-Gazost über Saint-Perdoux durchquert die Gemeinde von Nord nach Süd. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Bouniagues mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Biras mit Bergerac und Villeneuve-sur-Lot.[22]
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
