Bouniagues

französische Gemeinde im Département Dordogne From Wikipedia, the free encyclopedia

Bouniagues (Aussprache [bunˈjaɡ], okzitanisch Bonhagas) ist eine französische Gemeinde mit 578 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Bouniaguais und Bouniaguaises genannt.

Schnelle Fakten
Bouniagues
Bouniagues (Frankreich)
Bouniagues (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Bergerac
Kanton Sud-Bergeracois
Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise
Koordinaten 44° 46′ N,  32′ O
Höhe 74–181 m
Fläche 8,62 km²
Einwohner 578 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 67 Einw./km²
Postleitzahl 24560
INSEE-Code
Website www.bouniagues.com

Blick auf das Zentrum von Bouniagues
Schließen

Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Bouniagues liegt etwa 49 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 11 Kilometer südsüdöstlich von Bergerac und etwa 56 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt in den Einzugsgebieten der Dordogne und der Garonne und wird entwässert von der Gardonnette, die in der Gemeinde entspringt, und von diversen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bouniagues liegt in der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und Seekalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete, gewellte Hügellandschaft auf mit einem topographisch höchsten Punkt im Süden mit 181 m Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Osten mit 74 m Höhe. Das Zentrum liegt auf etwa 137 m Höhe.

Etwa 85 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 9 % sind bewaldet, etwa 6 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]

Bouniagues wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Colombier Conne-de-Labarde
Ribagnac Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Cernin-de-Labarde
Sadillac Saint-Perdoux Monsaguel
Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bouniagues

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Bouniagues als

  • Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze
  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa vier Fünftel des Gemeindegebiets von Bouniagues einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden ausgesetzt. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Der Fund einer Handspindel aus Blei erinnert an eine frühe Besiedlung des Ortes an einem Verkehrsweg, der bis zur Französischen Revolution von Bedeutung blieb. Im 12. Jahrhundert war Bouniagues der Sitz des Erzpriestertums Baianensis mit 59 Kirchengemeinden oder Kapellen im Jahr 1740, das dem Bistum Sarlat unterstand. Zahlreiche Familien, darunter die Solminihacs und die de Saint-Ours, folgten an der Spitze der Lehnsherrschaft aufeinander. In der Folge entwickelte sich das Dorf nach und nach, insbesondere durch die Herstellung von Dachziegeln. Schon 1610 wurde eine kleine Erzeugung von Dach- und Mauerziegeln erwähnt. Die verkehrsgünstige Lage an der Route royale, die von Paris nach Madrid führte, begünstigte den Vertrieb.[5]

Der Name von Bouniagues erschien erstmals im 14. Jahrhundert in der Form Bognagas (1315) mit einer Aussprache, die nahe der heutigen war. In der Folge wurde er 1365 zu Bouhagnas verformt. Verschiedene Varianten oder Lesefehler im 15. und im 16. Jahrhundert sind zu finden, wie Bonhagnes (1465), Bounagies (1556) und im 18. Jahrhundert Bongniagues (1739). Der Name stammt von einer gallorömischen Person Bonius, gefolgt von -acas, femininum Plural von -acum.[6]

Einwohnerentwicklung

Bouniagues: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
456
1800
 
371
1806
 
419
1821
 
508
1831
 
522
1836
 
505
1841
 
525
1846
 
538
1851
 
517
1856
 
501
1861
 
512
1866
 
540
1872
 
503
1876
 
544
1881
 
536
1886
 
500
1891
 
405
1896
 
400
1901
 
376
1906
 
420
1911
 
408
1921
 
347
1926
 
325
1931
 
318
1936
 
318
1946
 
327
1954
 
340
1962
 
380
1968
 
349
1975
 
378
1982
 
447
1990
 
466
1999
 
476
2006
 
487
2013
 
562
2020
 
609
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption

Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption

Die zu Ehren von Marias Aufnahme in den Himmel geweihte Kirche wurde 1882 nach Plänen des Architekten Robertien de Bergerac im neogotischen Stil gebaut. Der Bürgermeister Martial Delpit schenkte der Kirche ein Glasfenster mit der Darstellung von Alain de Solminihac (1593–1659), Bischof von Cahors ab 1637.[11]

Schloss Bouniagues

Schloss Bouniagues

Es handelt sich um ein Festes Haus, das im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Um 1875 erstand der Bürgermeister der Gemeinde Martial Delpit de Castang das Anwesen und gab die Hälfte an die Gemeinde zurück, um dort ein Pfarrhaus einzurichten. Dieses belegt den westlichen Teil des Herrenhauses, der um ein Geschoss verkleinert wurde. Ein polygonaler Treppenturm akzentuiert den mittleren Teil des Gebäudes. An seinem Fuß befindet sich ein spitzbogenförmigen Eingang zu einem Vorraum. Über dem Türsturz ist ein Wappen zu erkennen, das von zwei Fabeltieren gehalten wird, die an Bären erinnern, vielleicht eine Reminiszenz an die Familie de Saint-Ours („Ours“ (frz.) entspricht „Bär“ (dt.)), die als Seigneurs von Bouniagues gegen 1790 hier wohnten. Pierre De Saint-Ours wurde 1793 während der Französischen Revolution von einem seiner Bediensteten verraten und im Schlaf gefesselt und geknebelt. Nachdem sie das Schloss geplündert hatten, beförderten die Schergen des Revolutionstribunals von Bergerac ihn, seine Frau und seine acht Kinder auf einen Karren. Der Zug erreichte beinahe Bergerac, als die Bauern von Bouniagues, bewaffnet mit Gewehren, Spießen und Sensen, die Familie befreiten, die in ihr Schloss zurückkehren konnte und fortan unbehelligt blieb. Das Pfarrhaus ist heute im Besitz einer Privatperson. Der Eingang im Renaissance-Stil ist seit dem 27. Januar 1948 als Monument historique eingeschrieben.[12][11]

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire).[13]

Wirtschaft

Bouniagues liegt in den Zonen AOC und geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) der Weine:

  • Bergerac blanc, rosé und rouge und
  • Côte de Bergerac blanc und rouge.[14]

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 274 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bouniagues erwerbstätig, entsprechend 82,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit 25 im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (28). Die Arbeitslosenquote sank von 10,4 % (2016) auf 9,0 % (2022).[15]

Branchen und Betriebe

59 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bouniagues wirtschaftlich aktiv:[15]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt59
Fertigung, Bergbau und andere Industrien35,1 %
Baugewerbe813,6 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1016,9 %
Information und Kommunikation11,7 %
Finanzen und Versicherungen11,7 %
Immobilien23,4 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1118,6 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln1118,6 %
Andere Dienstleistungen1220,3 %
Schließen

Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 14 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, sank auf 15 im Jahr 2010 und auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 14,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 549 Hektar im Jahre 1988 auf 705 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 39,2 Hektar auf 58,7 Hektar.[17][18][19]

Sport und Freizeit

  • Der Rundweg Boucle des grandes vignes – Bouniagues besitzt eine Länge von 6,4 km bei einem Höhenunterschied von 44 m. Er führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde am Schloss und an den Weinbergen vorbei.[20]
  • Der Rundweg A vélo autour de Monbazillac für Radfahrer besitzt eine Länge von 24 km bei einem Höhenunterschied von 41 m. Er startet in Monbazillac und führt auch durch das Zentrum von Bouniagues.[21]

Verkehr

Die Nationalstraße N 21 von Limoges über Bergerac und Colombier nach Argelès-Gazost über Saint-Perdoux durchquert die Gemeinde von Nord nach Süd. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Bouniagues mit den Weilern und weiteren Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Biras mit Bergerac und Villeneuve-sur-Lot.[22]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Bouniagues – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI