Bouzic

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Bouzic (Aussprache [buˈzik], okzitanisch Bosic) ist ein Ort und südwestfranzösische Gemeinde mit 160 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Bewohner werden Bouzicois und Bouzicoises genannt.

Schnelle Fakten Bosic ...
Bouzic
Bosic
Bouzic (Frankreich)
Bouzic (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Kanton Vallée Dordogne
Gemeindeverband Domme Villefranche-du-Périgord
Koordinaten 44° 44′ N,  13′ O
Höhe 106–310 m
Fläche 11,76 km²
Einwohner 160 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 14 Einw./km²
Postleitzahl 24250
INSEE-Code
Website www.bouzic.fr

Bouzic – Ortsbild mit Flüsschen Céou
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Bouzic liegt etwa 64 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 18 Kilometer südlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 36 Kilometer nordnordwestlich von Cahors in der Région naturelle des Périgord noir, im gleichnamigen, touristisch benannten Landesteil. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Céou, an dessen rechtem Ufer sich das Zentrum befindet, und vom Flüsschen Riol, das im Nordwesten in den Céou mündet.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bouzic liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine recht bewaldete Hügellandschaft beiderseits des Céou auf mit Erhebungen bis knapp über 300 m im südlichen Teil. Der topografisch höchste Punkt befindet sich dort mit 310 m Höhe am Lieu-dit Le Puits. Der tiefste Punkt befindet sich im Nordwesten mit 106 m Höhe beim Austritt des Céou aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt im Céou-Tal auf etwa 116 m Höhe.

Rund 58 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, 42 % werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt.[2]

Bouzic wird von folgenden vier Gemeinden umgeben:

Daglan Saint-Martial-de-Nabirat
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Campagnac-lès-Quercy Florimont-Gaumier
Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Bouzic

Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Bouzic als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982 und 1996 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet von einer geringen Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Dennoch ist eine Dürreperiode am Ende des Jahres 2012 als Naturkatastrophe klassifiziert. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.[4]

Toponymie und Geschichte

Der Name des Orts erschien erst am Ende des 13. Jahrhunderts in der latinisierten Schreibweise Bozicum (1283). Er entspricht dem okzitanischem bosic, einer maskulinen Variante von bosiga, das vom gallischen °bidiga (deutsch Brachland) stammt.[5] Nach einer anderen Interpretation würde der aus dem Germanischen stammende Begriff boos eine Beziehung zu den Quellen bedeuten.[6]

Das Dorf ist Höhlenforschern durch die Höhle Trou du Vent (44° 43′ 10,2″ N,  13′ 16,1″ O) südlich des Zentrums mit ihren sehr zahlreichen Gängen bekannt. Eine menschliche Anwesenheit ist seit der Jungsteinzeit belegt. Ab dem 10. oder 11. Jahrhundert gab es ein Benediktinerkloster, das dem Apostel Bartholomäus geweiht war und der Abtei von Souillac angehörte.[5] Im 13. Jahrhundert war Bouzic der Bastide Domme zugeordnet, als diese 1281 gegründet wurde. Die Pfarrgemeinde war in fünf Lehen unterteilt, deren Treuepflichten unterschiedlich waren. Bouzic, an der Grenze zwischen dem Quercy und dem südöstlichen Périgord gelegen, stand zunächst unter englischer Herrschaft, bevor es 1369 der französischen Krone angehörte.[6][7]

Bevölkerungsentwicklung

Bouzic: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
696
1800
 
720
1806
 
687
1821
 
758
1831
 
735
1836
 
784
1841
 
764
1846
 
748
1851
 
759
1856
 
742
1861
 
732
1866
 
725
1872
 
720
1876
 
739
1881
 
722
1886
 
620
1891
 
550
1896
 
504
1901
 
507
1906
 
463
1911
 
470
1921
 
369
1926
 
348
1931
 
347
1936
 
328
1946
 
241
1954
 
208
1962
 
174
1968
 
148
1975
 
141
1982
 
128
1990
 
133
1999
 
132
2006
 
134
2013
 
149
2020
 
150
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

Kirche Saint-Barthélemy

Die turm- und schmucklose Kirche Saint-Barthélemy ist ein einschiffiger romanischer Bau des 12. Jahrhunderts, der jedoch nach Ende des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) ein neues Eingangsportal erhielt. Das Innere der Apsis zeigt fünf Blendarkaden; auf der rechten Seite des Triumphbogens befindet sich ein romanisches Kapitell mit zwei Engeln und dem Agnus Dei in ihrer Mitte. Die Vorhalle aus dem 15. Jahrhundert und das Kapitell, das den Triumphbogen auf der rechten Seite trägt, wurden im Jahr 1948 als Monument historique eingeschrieben.[12]

Das Leben auf der Causse ist eng mit dem Stein verbunden, der von den Feldern entfernt werden musste, um sie zu bestellen, der aber gleichzeitig in den Häusern Schutz bot, aber auch in den Garriottes, den Hirtenhütten, zum Schutz und zur Einzäunung des Landes mit Trockenmauern oder zum Bezeugen des Glaubens durch das Aufstellen von Kreuzen.

Wirtschaft

Bis in die heutige Zeit spielt die Landwirtschaft die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde: Der ehemals auch hier betriebene Weinbau ist jedoch nach der Reblauskrise gänzlich aufgegeben worden.

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 75 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bouzic erwerbstätig, entsprechend 87 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen war mit drei Personen im Jahr 2022 höher als im Jahr 2016 (1). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 1,8 % (2016) auf 3,7 % (2022).[13]

Branchen und Betriebe

25 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bouzic wirtschaftlich aktiv:[13]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt25
Fertigung, Bergbau und andere Industrien14,0 %
Baugewerbe28,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie832,0 %
Information und Kommunikation14,0 %
Finanzen und Versicherungen520,0 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten520,0 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln14,0 %
Andere Dienstleistungen28,0 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf der Haltung von Schweinen.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 20 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 13 im Jahr 2000, auf 10 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 50 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 339 Hektar im Jahre 1988 auf 190 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg leicht von 17 Hektar auf 19 Hektar.[15][16][17]

Verkehr

Bouzic liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

Einzelnachweise

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